Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search

BWP warnt: Förderkürzungen gefährden Wärmepumpen-Boom

Eine Wärmepumpe für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kann innerhalb weniger Jahre die höheren Investitionskosten gegenüber einer Gasheizung ausgeglichen – wenn die aktuelle Förderkulisse stabil bleibt. Derzeit könne die Stromheizung diese Differenz innerhalb von rund 4,5 Jahren ausgleichen, sagte Richard Lucht, Vice President beim Heizungsbauer Thermondo auf einer Pressekonferenz des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP). Hauptgrund sind neben der Förderung die geringeren Betriebskosten: Wärmepumpen arbeiten effizienter als Gasheizungen.

„Wir führen jede Woche rund eintausend Beratungsgespräche mit Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümern am Küchentisch“, so Lucht. „ Für fast alle gilt: Investitionen in die Wärmepumpe müssen sich in wenigen Jahren rechnen.“

Die spannendsten Artikel, Grafiken und Dossiers erhalten unsere Magazin-Abonnent:innen. Sie haben noch kein Abo? Jetzt über alle Abo-Angebote informieren und Wissensvorsprung sichern.

Österreich: Einbrauch des Marktes um 33 Prozent

Der BWP forderte die Bundesregierung daher dazu auf, die derzeitige Förderkulisse stabil zu halten. Derzeit werden anteilig die Investitionskosten gefördert. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent, hinzu kommen mögliche Boni, so dass die Förderung insgesamt bis zu 70 Prozent betragen kann.

Trotz gegenteiliger Zusagen der Bundesregierung, die Heizungsförderung bis mindestens zum Jahr 2029 auskömmlich finanziert fortzusetzen, befürchtet der Verband, sie könnte den allgemeinen Sparvorgaben im Bundeshaushalt zum Opfer fallen.

Drei Vorschläge: Ist das Gebäudemodernisierungsgesetz zu retten?

Damit würde der positive Trend bei der Elektrifizierung von Heizungen einbrechen, warnt der BWP. Nach aktuellen Zahlen des Verbandes sind im ersten Quartal dieses Jahres 121.500 Wärmepumpen installiert worden und damit 41 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2025. „Ohne Förderung droht schnell der Griff zu fossilen Alternativen und damit die Kostenfalle für hunderttausende Wählerinnen und Wähler“, so Lucht. Ein warnendes Beispiel sei Österreich, wo nach Kürzung der Förderung der Absatz um 33 Prozent eingebrochen sei.

Jeder Fördereuro löst vier Euro privates Kapital aus

Martin Sabel betonte, die Förderung zahle sich auch für den Staat aus: „Jeder Fördereuro löst vier Euro an privatem Kapital aus.“ 2025 sind laut BWP insgesamt 4,3 Milliarden Euro Förderung für Wärmepumpen gezahlt worden. Weil im Zusammenhang mit dem Einbau einer Wärmepumpe häufig auch weitere energietische Maßnahmen am Haus vorgenommen würden, seien Investitionen von 16,8 Milliarden Euro getätigt worden. Über die Mehrwertsteuer seien davon 3,2 Milliarden Euro an Bund und Länder zurückgeflossen.

Studie: Erdwärme ist wirtschaftlich – selbst im Einfamilienhaus

Gleichzeitig warnten die Branchenvertreter vor einem Umbau der Förderkulisse. Jede Veränderung bedeutete Unsicherheit und damit verzögerte Investitionen. „Eine passgenaue Förderung mit einem Prozentsatz der Investitionssumme ist sinnvoll, weil die Investition für verschiedene Häuser, Gebäudetypen und Baujahre sehr unterschiedlich ausfallen“, betonte Hendrik Ehrhardt, Leiter Public Affairs beim Wärmepumpenhersteller Stiebel Eltron. Pauschalbeträge würden hingegen das Risiko eines Unterbietungswettlaufs zum billigsten Anbieter bergen und damit zum Verlust heimischer Wertschöpfung und Arbeitsplätze führen.