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Schlüssel zum bezahlbaren Bauen und Wohnen

Wer mit dem Gedanken spielt, sein Angebot um Infrarotheizungen zu ergänzen, hat im April die Möglichkeit, die Branche, Technik und Anwendungen auf der Konferenz „Infrarotheizung: Schlüssel zum bezahlbaren Bauen und Wohnen“ besser kennenzulernen. Zum vierten Mal lädt der Branchenverband IG Infrarot Deutschland nach Würzburg zur Fachkonferenz rund um die Infrarotheiztechnik ein. Sie findet am 16. ­April 2026 statt.

Leistbares Bauen und Wohnen ist ein brisantes und drängendes Thema. Deshalb kommen im Eröffnungsvortrag und der Podiumsdiskussion am Vormittag Politik und Verbände zu Wort. Am Nachmittag stehen konkrete Praxisbeispiele im Mittelpunkt.

Politische Debatte am Vormittag

Den Auftakt macht ein Grußwort von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-West­falen. Sie sitzt unter anderem in der Kommission der Bundesregierung, die derzeit mit der Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes befasst ist.

Im anschließenden Eröffnungsvortrag „Wenn ich Bundesbauminister ­wäre“ präsentiert Thomas Gerl, Vorstand des BFW-Landesverbandes Bayern, Impulse zur Belebung des Wohnungsbaus. Die folgende Podiumsdiskussion widmet sich dem Thema „Wie kommen wir schnell und günstig zu bezahl­barem Wohnraum und welche Rolle spielt preiswerte TGA dabei?“

Wie ändert sich die Förderung?

Hier wird Gerl mit ZVEI-Geschäftsführerin Kerstin Stratmann, René Ebert, Geschäftsleiter Technik & Projekte der VdZ Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie, und Christoph Weiland, Vorstand der IG Infrarot Deutschland, diskutieren. Die Diskussionsrunde wird durch Heiko Schwarzburger komplettiert, Chefredakteur des Fachmediums photovoltaik.

Denn bei fast allen vorgestellten Projekten aus dem Wohnungs-, Gewerbe- und kommunalen Bau wurden Infrarotheizsysteme mit Photovoltaikanlagen kombiniert. „Infrarotheizungen können nicht nur den Bau wirtschaftlicher und schneller machen, sondern sparen Kosten durch den Eigenverbrauch an Solarstrom und komplettieren die elektrische Vollversorgung der Gebäude“, erklärt Christoph Weiland, Vorstand der IG Infrarot Deutschland. Dies ist die Brücke zur Photovoltaik. Denn Strom, Wärme und Mobilität werden heutzutage zusammen gedacht und geplant. Solarinstallateure müssen immer häufiger eine Antwort auf Fragen zur regenerativen Strom- und Wärmeversorgung in den Gebäuden ihrer Kunden haben.

Experten für elektrische Vollversorgung

Umso mehr, wenn sie bei gesunkener Nachfrage und Ver­unsicherung aufgrund politischer Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig bleiben wollen. Viele Solar- und Elektrofachbetriebe haben deshalb zusätzlich zu Photovoltaik­anlagen und Batteriespeichern schon Wärmepumpen und Wallboxen in ihr Portfolio aufgenommen.

Aber längst nicht jeder Haushalt ist finanziell in der Lage oder willens, ein Wärmepumpensystem zu bezahlen. Oder der Einbau einer Heizung mit ­hydraulischer Wärmeverteilung wäre zu aufwendig. Zudem sind nicht nur Privatleute, sondern auch Gewerbetreibende und Kommunen darauf bedacht, kostensparend zu bauen und zu sanieren. Steigende Kosten für Bau­arbeiten und Handwerker sind Herausforderung genug.

Infrarotheizungen reduzieren Baukosten

Die Konferenz richtet sich deshalb auch explizit an die Solarbranche. „Mit konkreten Projektbeispielen und teilweise auch Angaben und Vergleichen zu den Preisen zeigen unsere Referenten, wie Infrarotheizungen Aufwand und Kosten in der Anschaffung, Installation und im Betrieb reduzieren“, stellt Weiland in Aussicht. Zudem fallen die elektrischen Direktheizungen ins Elektrohandwerk, sie erfordern kein Fachwissen aus der klassischen ­Heizungsbranche.

Infrarotheizgeräte sind einfach und schnell zu installieren, da sie an bestehende Stromanschlüsse angeschlossen werden. „Geringe Investitionen, geringe laufende Kosten, keine Wartungskosten, kein Schornsteinfeger und keine steigenden Öl- und Gaspreise: Diese Argumente ziehen bei Investoren“, weiß Weiland, der Geschäftsführer des Herstellers Welltherm ist.

Aber auch eine Hybridlösung im Bestand stößt auf Interesse. Infrarot­heizungen können mit bestehenden Gas- oder Ölheizungen kombiniert werden. Die fossil betriebene Heizung deckt die Grundlast, während die Infrarot­heizungen bei höherem Wärmebedarf schnell und zonal behagliche Strahlungswärme liefern. Welche Voraussetzungen hierfür gelten, steht im Gebäudeenergiegesetz.

Serielles Bauen mit Photovoltaik und Infrarot

Die Referenzen, die auf der Konferenz präsentiert werden, drehen sich nicht nur um die Energietechnik, sondern auch um Ansätze, die erschwingliches Bauen und Wohnen angesichts schwieriger Rahmenbedingungen im Bau­wesen ermöglichen. Einer davon ist serielles und modulares Bauen, also Bauen mit vorgefertigten Bauteilen und in Serie. Gebäude werden nicht mehr komplett auf der Baustelle errichtet. Stattdessen kommen Bauteile zum Einsatz, die im Werk vorgefertigt wurden.

Mehrfamilienhaus in acht Monaten errichtet

Die Firma Solid Modulbau hat sich darauf spezialisiert. Als General­unternehmen will Solid Modulbau „schneller, günstiger und nachhaltiger“ für Investoren und Nutzer bauen. „Wir industrialisieren den Bauprozess und fertigen so viel wie möglich im Werk vor – in mineralischer Smart-Beton-­Modulbauweise, Holz-Hybrid-Modulbauweise oder als Ergänzung im elementierten Bauen“, berichtet Geschäftsführer Hermann Stegink.

Auf der Konferenz stellt er ein Mehrfamilienhaus mit 56 Wohnungen und Tiefgarage vor, das in nur acht Monaten gebaut wurde, inklusive Kelleraushub. Im Oktober 2020 war das Mehrgenerationenhaus (KfW 40 plus) bezugsfertig. Das Gebäude wurde mit massiven Betonfertigteilen errichtet. Auf dem Flachdach stromen Solarmodule mit 110 Kilowatt Leistung.

Bis zu 710 Watt je Heizpaneel

In den Wohnungen sind 208 Infrarotheizungen mit 330, 510 und 710 Watt Heizleistung an den Decken installiert. Das Gebäude wird ausschließlich mit Infrarotheizungen beheizt. Für Warmwasser sind Durchlauferhitzer installiert. Zusätzlich wurden ein Solarstromspeicher mit 50 Kilowattstunden Speicherkapazität sowie zwei Ladestationen für Pkw verbaut.

„Der hohe Vorfertigungsgrad und die schnelle Montage begünstigen eine kurze Bauzeit vor Ort“, erzählt Stegink. Die einfache Installation der Infrarot­heizgeräte und der Verzicht auf die wasserführende Wärmeverteilung trugen zum schnellen Bau bei. Stegink wird auf der Konferenz auch Energiebilanzen seit dem Einzug vorstellen.

Schnell und preisgünstig errichtetes Wohnquartier

Bei dem folgenden Projekt ist keine Photovoltaikanlage installiert, da die Gebäude eventuell in ein paar Jahren wieder abgebaut werden. Das Beispiel zeigt aber, welche wirtschaftlichen Vorteile Infrarotheizungen im kommunalen Bau haben können.

In Karlstadt im Landkreis Main-Spessart sollten im Auftrag der Regierung schnell und kostengünstig Unterkünfte für geflüchtete Menschen errichtet werden. So entstanden 14 Gebäude – davon acht kleinere und sechs größere Wohnblöcke – mit insgesamt 40 Wohneinheiten.

Die mit Sandwichpaneelen sehr gut gedämmten Gebäude wurden in Holzständerbauweise errichtet und erfüllen Effizienzhausstandard KfW 40. „Das Projekt verlangte nach einer Heizlösung, die sowohl energieeffizient als auch schnell und unkompliziert umsetzbar ist“, berichtet Jan Motschull, Geschäftsführer der Firma Vasner Manketech. Nach dem Vergleich mit anderen Heizsystemen fiel die Entscheidung auf Infrarotheizungen. Installiert wurden 124 Infrarotpaneele mit jeweils 550 Watt Leistung sowie 82 Paneele mit 900 Watt Leistung, allesamt mit kabel­gebundenen Thermostaten.

„Im Vergleich zu komplexen Wärmepumpensystemen mit umfangreicher Leitungsinfrastruktur erfordert das Infrarotheizsystem lediglich einen Stromanschluss“, bringt es Motschull auf den Punkt. Heizkörper, Rohrleitungen oder Fußbodenheizkreise sind nicht nötig. „Das spart nicht nur Zeit und Kosten beim Bau, sondern minimiert auch die Komplexität der Technik.“ Die Anfälligkeit für Störungen oder Probleme sinkt, somit der Aufwand für Wartung und Reparaturen.

Deutlicher Vorsprung im Preisvergleich

Motschull wird auf der Konferenz einen Preisvergleich zwischen Wärmepumpensystem und Infrarotheizsystem vorstellen. Einige Erkenntnisse hier vorab in Kürze: Ein Quartier-Wärmepumpensystem mit vier zentralen Technikstationen hätte zwischen 676.000 und 852.000 Euro gekostet. Die Beträge beinhalten die gesamte Heiztechnik inklusive Wärmepumpen, Speicher, Verteilung und Steuerung, weiterhin Leitungsarbeiten zwischen den Stationen und den Gebäuden, Übergabestationen je Gebäude sowie Fußbodenheizungen.

Für das installierte Infrarotheizsystem fielen Nettokosten in Höhe von rund 88.000 Euro an. Es wurden also rund 87 Prozent der Investitionskosten eingespart. Bei einem auf Dauer errichteten Gebäude oder Quartier hätte das eingesparte Geld für ­eine ordentliche Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher gereicht.

Systemanbieter für die Wärmewende

Auch die laufenden Energiekosten sind interessant: Beim Wärmepumpensystem wären knapp 11.800 Euro pro Jahr angefallen, für das Infrarotheizsystem sind es jährlich circa 20.700 Euro. Dazu sagt Jan Motschull: „Das sind zwar höhere Betriebskosten, aber die Ersparnis bei den Investitionskosten reicht aus, um das Quartier damit etwa 32 Jahre lang mit Infrarotheizungen zu beheizen.“ Die Gebäude wurden 2025 fertiggestellt und Ende des Jahres bezogen.

Infrarotheizungen machen aus Solarinstallateuren Systemanbieter in Sachen Wärmewende. Christoph Weiland von der IG Infra­rot Deutschland prophezeit: „Mit überschaubarem Mehraufwand können Sie mit der elektrischen Heiztechnik mehr Umsatz und ­höhere Kundenzufriedenheit erreichen und sich vom Wettbewerb abheben.“

Die Infrarotheiztechnik steht vor dem Marktdurchbruch. In zahlreichen Anwendungen hat sie sich bewährt, wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse wurden von Investoren, Installateuren, Anbietern und Nutzern gesammelt. Deshalb widmet sich der Abendvortrag dem Thema „Infrarotheiztechnik: Auf dem Weg zum Massenmarkt“.

Komplettes Programm steht online

Referent ist Heiko Schwarzburger, Chef­redakteur der photovoltaik. Seit mehr als 20 Jahren hat er die Entwicklung von Wärmepumpen, Photovoltaik und Stromspeichern begleitet. In seinem Vortrag schildert er Erfahrungen aus den genannten Branchen und erörtert mögliche Entwicklungspfade für die solarelektrische Gebäudeversorgung.

Am Vortag der Konferenz findet am gleichen Ort der sechste Runde Tisch der Infrarotheizungsbranche statt. Im Anschluss treffen sich die Teilnehmer am Runden Tisch und der Konferenz zum mittlerweile traditionellen Get-together im fränkischen Wirtshaus. Das komplette Programm für die Veranstaltungen am 15. und 16. April 2026 ist auf der Website der IG Infrarot Deutschland zu finden:

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