Die schlechte Nachricht zuerst: Der Absatz von Heizungen ist 2025 in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Das zeigt die Jahresbilanz, die der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) im Januar vorgelegt hat.
Demnach setzten die Hersteller im vergangenen Jahr nur rund 627.000 Anlagen ab – zwölf Prozent weniger als im bereits schwachen Vorjahr. Damit ist der Heizungsmarkt in Deutschland das zweite Jahr in Folge rückläufig. Der Gebäudebestand leidet unter erdrückendem Modernisierungsstau.
Nun die gute Nachricht: Die Hersteller und Anbieter von Wärmepumpen meldeten 2025 ordentliche Zuwächse. 299.000 Aggregate wurden in Heizsysteme eingebaut, 55 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Förderanträge stieg gleichfalls deutlich an.
Erstmals stellten Wärmepumpen 2025 knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger. Gemäß den Zahlen des BDH sind Ölheizungen fast aus dem Markt ausgeschieden. Laut dem Eckpunktepapier der Koalition in Berlin zum geplanten Modernisierungsgesetz ist die Förderung bis 2029 gesichert.
Wärmepumpen erreichen 50 Prozent
Aber noch immer wird in Deutschland jede zweite neue Heizung mit fossilen Brennstoffen betrieben. Denn Gastechnik bleibt weiterhin sehr stark: Sie stellte die andere Hälfte neben Wärmepumpen. Offenbar drehen viele Heizungsbauer ihren Kunden nach wie vor Systeme an, die in den kommenden Jahren durch Abgaben auf die Emissionen deutlich teurer zu Buche schlagen. Das hat auch damit zu tun, dass etliche SHK-Betriebe fachlich große Probleme haben, Wärmepumpen korrekt einzubauen. Nicht selten scheitern sie schon am hydraulischen Abgleich.
Zudem sind die Preise für Wärmepumpen – aufgrund der üppigen Förderung – zurzeit völlig überzogen. Und viele Kunden haben wenig Vertrauen in die Standzeit der Wärmepumpen. Gasgeräte laufen 20 oder 30 Jahre, das ist bekannt. Ob die neuen Wärmepumpen zehn Jahre schaffen, bleibt abzuwarten.
Raus oder rein in die Kartoffeln?
Pläne der Regierungskoalition, das Gebäudeenergiegesetz zu novellieren, nehmen die Heizungsbranche und ihre Kunden mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. Bleibt die Förderung für die Wärmepumpen, wird sie gekürzt oder gar abgeschafft? Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln?
Im Gespräch ist beispielsweise eine Abwrackprämie für alte Gasthermen oder Ölkessel. Dann bliebe es dem Kunden überlassen, ob er auf Wärmepumpe oder Infrarotheizungen umsteigt. Zweifellos könnte der Absatz von Wärmepumpen einbrechen, weil elektrische Heizsysteme – die ohne Rohre, Ventile oder Pumpen auskommen – deutlich preiswerter in der Anschaffung sind. Im Betrieb sind sie außerdem sehr wartungsarm. Und es gibt bereits Anbieter, die 20 oder 30 Jahre Garantie auf elektrische Heizsysteme geben. In dieser Zeit muss man eine Wärmepumpe mindestens einmal austauschen.
Rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr
Derzeit stellen sich Hersteller von Wärmepumpen und das SHK-Handwerk auf weiter steigende Nachfrage ein. Dass der Aufschwung am staatlichen Tropf hängt, ist offensichtlich: 2025 wurden über 288.000 Förderzusagen für Wärmepumpen erteilt, 91 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Februar 2024 war die neue Förderung stufenweise angelaufen.
Im Bundesverband Wärmepumpe (BWP) sind über 1.300 Unternehmen der Heizungsindustrie, Handwerksbetriebe, Planungs- und Architekturbüros, Bohrfirmen sowie Energieversorger organisiert. Die Branche beschäftigt rund 70.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr erwirtschaftet sie etwa 3,5 Milliarden Euro. 95 Prozent der verkauften Wärmepumpen werden von Mitgliedsunternehmen des BWP produziert und vertrieben.
80 Prozent im Bestand installiert
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Wärmepumpenheizungen nur im Bestand, in dem knapp 80 Prozent des Absatzes installiert wurden. Nach Auffassung von Martin Sabel darf Berlin diese Erfolgsgeschichte nicht abwürgen.
Er fordert: „Die Branche kann ihr volles Potenzial für Investitionen und Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk nur entfalten, wenn die Politik für verlässliche Rahmenbedingungen sorgt.“ Sabel befürchtet, „dass ein reformiertes Gesetz zur Investitionsbremse werden könnte, falls plötzlich völlig andere Regeln gelten und wieder Signale zugunsten fossiler Energieträger gesetzt werden“. Im Gegenteil: Der Wärmemarkt entfalte sein Potenzial derzeit noch nicht, „weil viele Hauseigentümer mit ihrer neuen Heizung auf politische Entscheidungen warten“.
Luft-Wasser-Geräte dominieren
Aus Sicht des Verbandes braucht es zur Aktivierung des Marktes klare Signale: „Wer diese Kundengruppen aktivieren will, muss ihnen im reformierten Gebäudeenergiegesetz einen gangbaren Weg zur Energiesouveränität und Klimaneutralität aufzeigen.“
Beim Blick auf die verschiedenen Typen bleiben Luft-Wasser-Wärmepumpen weiter dominierend, mit 95 Prozent Marktanteil. Sole-Wasser-Wärmepumpen, die das Erdreich als Wärmequelle nutzen, stellten mit 16.000 Anlagen nur fünf Prozent des Absatzes. Zudem wurden 49.500 Warmwasserwärmepumpen abgesetzt. Hier meldet der Verband ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.