Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Mit rund 2.800 Ausstellern und mehr als 100.000 erwarteten Fachbesuchern unterstrich The smarter E Europe 2026 in München erneut ihre Rolle als wichtigste europäische Plattform für die Energiewirtschaft. Im Mittelpunkt standen Lösungen für eine sichere, wirtschaftliche und klimaneutrale Energieversorgung rund um die Uhr. Dabei wurde deutlich, dass die Branche zunehmend auf integrierte Konzepte setzt: Erzeugung, Speicher, intelligente Netze, Digitalisierung und Elektromobilität wachsen zu einem Gesamtsystem zusammen. Dies spiegelte sich auch an den Messeständen vieler Aussteller wider, die weniger Einzelprodukte als vielmehr ganzheitliche Geschäftsmodelle präsentierten.
Grünstrom zeitlich flexibel vermarkten
Bei KB-Energy standen großskalige Batteriespeicher im Mittelpunkt. Das Unternehmen aus Niedersachsen zeigte mit dem Megawatt-Speicher KB-E-Save Lösungen, die Industrieunternehmen dabei unterstützen sollen, Lastspitzen zu reduzieren, Eigenstrom aus Photovoltaik wirtschaftlicher zu nutzen und durch automatisiertes Strom-Trading zusätzliche Erlöse zu erzielen. Gleichzeitig adressiert KB-Energy Betreiber von Wind- und Solarparks, die erzeugten Grünstrom zeitlich flexibel vermarkten möchten.
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KB.energy
Die Messegespräche bestätigten nach Unternehmensangaben den wachsenden Bedarf an Speichern, die nicht nur technische Funktionen übernehmen, sondern als wirtschaftliches Instrument zur Optimierung von Energiekosten und Vermarktungserlösen dienen. Ergänzt wird das Angebot durch einen umfassenden Projektansatz, der von Planung und Finanzierung bis hin zu Betrieb, Monitoring und Wartung reicht.
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Node Energy: Transparenz bei der Abrechnung
Node Energy rückte dagegen die wirtschaftliche Transparenz bestehender Erzeugungsanlagen in den Fokus. Das Unternehmen erweitert sein Erlösmonitoring, das bislang vor allem im Windbereich etabliert war, zunehmend auf Photovoltaikanlagen. Insbesondere bei Redispatch-Maßnahmen und marktbedingten Abschaltungen sollen Betreiber künftig durch die Node-Lösung einfacher nachvollziehen können, ob Entschädigungszahlungen vollständig und korrekt erfolgen. Nach Angaben des Unternehmens weisen rund zehn Prozent der Abrechnungen Fehler auf – ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial für Betreiber.
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Nicole Weinhold
Zusätzlich stellte Node Energy ein Starterpaket für Mieterstromprojekte vor. Es richtet sich an Installationsbetriebe, Projektentwickler und Contractoren, die neben der Errichtung von PV-Anlagen künftig auch deren Betrieb und die Stromlieferung übernehmen möchten. Wirtschaftlichkeitsanalysen, Messkonzepte und Vertragsvorlagen sollen den Einstieg in dieses zunehmend attraktive Geschäftsfeld erleichtern.
Sicherheit rückt in den Mittelpunkt
Dass Sicherheit im Zuge des PV-Booms immer stärker in den Mittelpunkt rückt, zeigte Citel. Der Hersteller präsentierte seinen Feuerwehrschalter für Photovoltaikanlagen, der Solarmodule im Brandfall zuverlässig vom restlichen System trennt. Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen auf den integrierten Überspannungsschutz, der sicherstellt, dass der Trennmechanismus auch unter widrigen Bedingungen funktionsfähig bleibt.
Nicole Weinhold
Hintergrund ist die wachsende Zahl installierter Dachanlagen sowie die bislang nur begrenzt vorhandenen normativen Vorgaben für den Brandschutz von Photovoltaiksystemen. Das hohe Besucherinteresse auf der Messe verdeutlichte, dass Betreiber, Planer und Installateure diesem Thema zunehmend größere Bedeutung beimessen.
VSB: Solar, Wind und Speicher
VSB schließlich präsentierte die internationale Dimension des Solarmarktes. Der Projektentwickler stellte Photovoltaikvorhaben aus Deutschland, Polen und Italien vor und machte deutlich, dass künftig vor allem integrierte Energieprojekte an Bedeutung gewinnen. Beispielhaft dafür steht der Solarpark Löberitz in Sachsen-Anhalt, der mit einem benachbarten Windpark kombiniert wird und perspektivisch um einen Batteriespeicher ergänzt werden soll. Noch größere Dimensionen erreicht das polnische Projekt Brzezinka mit 303 Megawatt Photovoltaik und einem 106-Megawatt-Batteriespeicher. Damit unterstreicht VSB den Trend zu Hybridkraftwerken, die erneuerbare Stromerzeugung, Speicher und leistungsfähige Netzanbindungen miteinander verbinden und so einen wichtigen Beitrag zu einer stabilen Energieversorgung leisten.
Der Messeauftritt der Unternehmen zeigte insgesamt, wohin sich der Markt entwickelt: Weg von isolierten Technologien, hin zu intelligent vernetzten Gesamtlösungen. Speicher, Digitalisierung, wirtschaftliche Transparenz und sektorübergreifende Projekte bilden zunehmend das Fundament einer Energiewirtschaft, die Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen in den Mittelpunkt stellt. The smarter E Europe 2026 machte damit deutlich, dass die nächste Phase der Energiewende längst begonnen hat.