Mit dem Wärmeplanungsgesetz ist die rechtliche Grundlage für die kommunale Wärmeplanung geschaffen. Sie soll nicht nur Zielbilder formulieren, sondern als die Transformation der Wärmeversorgung bis zur Klimaneutralität steuern. Fünf aktuelle Analysen – darunter das Faktenpapier der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz [1], der Monitoringbericht des Landes Nordrhein-Westfalen [2], Studien des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung [3] und der Stiftung Klimaneutralität [4] sowie ein Whitepaper der Beratungsfirma EEB Enerko [5] – beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven, wie weit Kommunen dabei sind, welche Annahmen dominieren und wo zentrale Herausforderungen liegen – technisch, organisatorisch und sozial.
Gemeinsam ist allen Untersuchungen die Erkenntnis, dass die kommunale Wärmeplanung zwar flächendeckend an Bedeutung gewinnt, ihre Qualität und Umsetzbarkeit jedoch stark variieren. Technische Ambitionen, digitale Voraussetzungen und soziale Realitäten treffen dabei aufeinander.
Digitalisierung gilt als Rückgrat der Wärmeplanung
Das Faktenpapier der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz rückt die Rolle digitaler Werkzeuge in den Mittelpunkt. Digitale Systeme werden als unverzichtbare Grundlage beschrieben, um Wärmepläne konsistent zu erstellen und fortzuschreiben. Sie arbeiten mit Geografischen Informationssystemen (GIS) – also Software, die räumliche Daten mit Sachinformationen verknüpft, analysiert und visualisiert. Ein GIS zeigt Daten nicht nur als Tabelle, sondern auf einer Karte und macht räumliche Zusammenhänge sichtbar. Sie ermöglichen es, Bestandsdaten, Potenzialanalysen, Szenarien und Maßnahmen räumlich integriert abzubilden und über mehrere Planungszyklen hinweg vergleichbar zu halten.
Urbane digitale Zwillinge erweitern diesen Ansatz um dynamische Funktionen wie Simulationen, Monitoring und kollaborative Arbeitsplattformen. Das Papier betont jedoch, dass nicht jede Kommune dieses hohe Digitalisierungsniveau benötigt. Entscheidend sind vielmehr offene Standards, interoperable Datenformate und klar geregelte Zugriffsrechte. Digitalisierung wird nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als notwendige Infrastruktur für belastbare Entscheidungen – bei gleichzeitig steigendem Bedarf an fachlicher Einordnung und Bewertung.
Bundesweite Auswertung zeigt einheitliche Trends und unterschiedliche Detailtiefen
Die Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) liefert erstmals eine systematische Auswertung von mehreren hundert kommunalen Wärmeplänen. Sie zeigt, dass trotz großer Unterschiede in Detailtiefe und Methodik klare Trends erkennbar sind: Wärmenetze werden fast überall als zentrales Element der zukünftigen Wärmeversorgung vorgesehen, ihr Anteil soll bis zum jeweiligen Zieljahr deutlich steigen. Gleichzeitig dominieren Wärmepumpen und Biomasse die geplanten Erzeugungsstrukturen, während Wasserstoff nur in wenigen Fällen eine größere Rolle spielt.
Ein zentrales Ergebnis betrifft die angesetzten Sanierungsraten. Viele Wärmepläne gehen von jährlichen Raten um zwei Prozent oder mehr aus. Diese Annahmen reduzieren rechnerisch den zukünftigen Wärmebedarf erheblich und beeinflussen damit die Auslegung von Netzen und Erzeugungsanlagen. Die Studie macht deutlich, dass solche Annahmen historisch kaum belegt sind und angesichts begrenzter Kapazitäten in Bau und Handwerk mit hohen Unsicherheiten behaftet bleiben. Solarthermie ist zwar in vielen Konzepten enthalten, wird jedoch überwiegend als ergänzende Technologie eingeplant.
Nordrhein-Westfalen: Qualitätssicherung trifft auf frühe Planungsphase
Der Monitoringbericht des Landes Nordrhein-Westfalen ergänzt die bundesweite Perspektive um eine vertiefte Landesauswertung. Er zeigt, dass die kommunale Wärmeplanung in NRW noch am Anfang der Umsetzungsphase steht. Der fossile Anteil im Ausgangszustand ist hoch, insbesondere im Gebäudesektor. Gleichzeitig werden ambitionierte Reduktionen bis 2045 unterstellt, häufig auf Basis pauschaler Effizienzannahmen.
Auffällig ist die große Lücke zwischen theoretisch ermittelten erneuerbaren Potenzialen und deren tatsächlicher Nutzung in den Zielszenarien. Besonders Solarthermie und Geothermie werden trotz hoher Potenziale nur sehr begrenzt eingeplant. Auch der Ausbau von Wärmenetzen verläuft eher konservativ. Der Bericht versteht sich ausdrücklich als lernendes Instrument. Er soll nicht nur den Status quo dokumentieren, sondern Schwächen sichtbar machen und die Qualität künftiger Fortschreibungen verbessern.
Soziale Perspektive: Umsetzung hängt von Haushalten ab
Die Studie der Stiftung Klimaneutralität erweitert den Blick auf die soziale Dimension der Wärmeplanung. Sie zeigt, dass kommunale Planungen häufig höhere Netzanteile ausweisen als überregionale Modelle, zugleich aber soziale Risiken unterschätzen. In dezentralen Versorgungsgebieten leben keineswegs nur wohlhabende Eigentümerhaushalte, sondern häufig Gruppen mit eingeschränkter finanzieller oder organisatorischer Handlungsfähigkeit. Besonders Prüfgebiete erweisen sich als soziale Brennpunkte mit hoher Unsicherheit und komplexen Entscheidungsstrukturen.
Die Untersuchung macht deutlich, dass Wärmeplanung nicht nur technische Infrastruktur verteilt, sondern auch Verantwortung und Investitionslasten. Ohne sozial differenzierte Ansätze drohen Akzeptanzprobleme und Verzögerungen. Planung und Umsetzung lassen sich daher nicht trennen. Die Ausweisung eines Versorgungstyps markiert erst den Beginn eines Transformationsprozesses, nicht dessen Abschluss.
Praxisblick aus realen Projekten: Wärmeplanung zwischen Modell und Wirklichkeit
Eine praxisorientierte Ergänzung liefert das Whitepaper „Die Wärmewende voranbringen – Ergebnisse aus zwei Jahren kommunaler Wärmeplanung“ der EEB Enerko. Die Querauswertung von zwölf kommunalen Wärmeplänen mit rund 1,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zeigt, wie sich strategische Zielbilder unter realen Rahmenbedingungen konkretisieren.
Die Analyse verdeutlicht, dass selbst bei moderaten Effizienzgewinnen der Wärmebedarf langfristig hoch bleibt. Sanierungen reduzieren den Bedarf spürbar, lösen die Transformationsaufgabe jedoch nicht allein. Wärmepumpen und Wärmenetze bilden in nahezu allen untersuchten Kommunen das Rückgrat der künftigen Wärmeversorgung, während Biomasse und Wasserstoff nur ergänzende Rollen einnehmen. Auffällig ist zudem, dass die Unterschiede zwischen Alt- und Neubauten häufig geringer ausfallen als erwartet.
Das Whitepaper bestätigt zentrale Aussagen der anderen Studien, ergänzt sie jedoch um eine wichtige Praxisebene: Kommunale Wärmeplanung ist kein theoretisches Optimierungsproblem, sondern ein daten- und modellgetriebener Aushandlungsprozess. Für Energieberaterinnen und Energieberater entsteht daraus ein dauerhaftes Betätigungsfeld, das von der Gebäudebewertung bis zur Fortschreibung kommunaler Zielszenarien reicht.
Das geht aus den Studien hervor: gleiche Ziele und strukturelle Spannungsfelder
Über alle fünf Studien hinweg zeigen sich wiederkehrende Muster. Kommunen planen ambitioniert, setzen stark auf Wärmenetze und unterstellen erhebliche Effizienzgewinne. Gleichzeitig bleiben Datenqualität, Annahmen zu Sanierungsraten und soziale Umsetzbarkeit zentrale Unsicherheitsfaktoren. Erneuerbare Potenziale werden häufig ermittelt, aber nur teilweise in konkrete Maßnahmen übersetzt.
Deutlich wird auch ein strukturelles Spannungsfeld: Je abstrakter die Planungsebene, desto optimistischer fallen Annahmen aus. Je näher die Umsetzung rückt, desto stärker treten Restriktionen zutage – finanziell, organisatorisch und sozial.
Was bedeutet das: Konsequenzen für Energieberatung und Planungspraxis
Alle Studien unterstreichen indirekt die wachsende Bedeutung qualifizierter Energieberatung. Energieberaterinnen und Energieberater werden zunehmend zu Vermittlern zwischen strategischer Planung und praktischer Umsetzung. Ihre Aufgaben reichen von der Plausibilisierung von Annahmen über die Bewertung von Technologien bis hin zur sozial differenzierten Beratung von Eigentümerinnen, Eigentümern und Kommunen.
Die kommunale Wärmeplanung entwickelt sich damit zu einem langfristigen Arbeitsfeld, das weit über die Erstellung eines Plans hinausgeht. Ob die Wärmewende vor Ort gelingt, entscheidet sich nicht allein auf der Planungsebene, sondern in der kontinuierlichen Fortschreibung – und im Zusammenspiel von digitalen Werkzeugen, fachlicher Bewertung und sozialer Realität.
Bild: BBSR
Bild: KWW / EEB ENERKO
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Quellen
[1] Energie– und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz: Faktenpapier Kommunale Wärmeplanung: Digitale Zwillinge & Tools, 2025, https://t1p.de/geb260273
[2] Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen: Monitoring kommunale Wärmeplanung NRW, 2025, https://t1p.de/geb260271
[3] Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR): Basisanalyse kommunaler Wärmepläne, 2025, https://t1p.de/geb260272
[4] Stiftung Klimaneutralität: Sozio-ökonomische Ableitungen aus den ersten Wärmeplanungen: Analyse von 15 Beispielkommunen, 2025, https://t1p.de/geb260274
[5] EEB ENERKO: Die Wärmewende voranbringen - Ergebnisse aus zwei Jahren kommunaler Wärmeplanung, 2025, https://t1p.de/geb260270
Energieberatung im Prozess der kommunalen Wärmeplanung
GIH-NRW-Vorstandsvorsitzende Gisela Renner gibt im Kurz-Interview einen Überblick über die Rolle der Energieberaterinnen und Energieberater in der kommunalen Wärmeplanung.
Frau Renner, welche Rolle spielen Energieberaterinnen und Energieberater aus Ihrer Sicht in der kommunalen Wärmeplanung?
Gisela Renner: Energieberatende sind aus unserer Sicht die Umsetzungshelfer der kommunalen Wärmeplanung. Zum einen können sie Gebäudebesitzern die relativ hohe Flughöhe der aktuellen Wärmepläne erklären. Zum anderen können sie wichtige Informationen liefern, damit sich die Theorie an die Praxis annähern kann.
Die BBSR-Studie macht deutlich, dass viele Kommunen mit ambitionierten Annahmen zu Sanierungsraten und Effizienzgewinnen arbeiten. Inwiefern sind Energieberaterinnen und Energieberater heute konkret in die kommunale Wärmeplanung eingebunden – und wo findet diese Einbindung bislang eher nicht statt?
Renner: Die kommunale Wärmeplanung ist ein grober, aber sinnvoller Top-Down-Ansatz. Energieberatende, die teilsanierte Gebäude auf Basis der aktuellen Rahmenbedingungen analysieren, bilden den Bottom-Up-Ansatz. Bisher gibt es allerdings kaum praxiserprobte Instrumente, diese beiden Ansätze mehr in Deckung zu bringen. Dies würde aus meiner Sicht Sinn machen, zumal die Sanierungsrate nicht eindeutig definiert ist. Mal ist die Heizungssanierung mitberücksichtigt, mal nicht. Weiter zeigen aktuelle Studien, dass auch bei einer geringen Sanierungsrate die Klimaschutzziele erreichbar sind. Und mit mancher Low-Cost-Maßnahme wird in der Praxis bereits viel eingespart. Das alles hat das Potenzial, die öffentliche Diskussion zu entspannen. Denn entscheidend ist nach meiner Meinung, dass die Klimaschutzziele für die Eigentümer bezahlbar und im realen Gebäudebetrieb erreicht werden. Das stärkt das Vertrauen in die Zielerreichung.
Ist die kommunale Wärmeplanung ein Feld für die Energieberaterinnen und Energieberater?
Renner: Nach meinem Wissen bieten einzelne Energiebratungsbüros die Dienstleistung bereits an. Dazu muss man sich personell breit aufstellen und beispielsweise Kenntnisse in GIS, Datenanalyse und Moderation mitbringen. Sicherlich gibt es Möglichkeiten der Zuarbeit. Einige Energieberatende werden von Kommunen eingestellt, damit sie auf der Seite der Kommune die Umsetzung begleiten. Die Stärke der Energieberatenden sehe ich aber eher bei der Beratung und vereinzelt bei der Projektentwicklung von Quartierskonzepten.
Die Fragen stellte Alisia Romeo.
Bild: Angela Graumann
„Die kommunale Wärmeplanung ist erstmal nur eine Strategie, wobei die Umetzung keine Pflicht ist“
Im Interview spricht Andreas Kühl über den aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung. Der Diplom-Ingenieur für Bauphysik und freie Texter betreibt mit energynet.de ein Informationsportal zur kommunalen Wärmeplanung.
Herr Kühl, aktuelle Studien kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass Kommunen bei der Wärmeplanung ambitioniert vorgehen, die praktische Umsetzbarkeit aber stark variiert. Entspricht dieses Spannungsfeld zwischen ambitionierten Zielen und realer Umsetzung Ihrer Erfahrung aus der Praxis?
Andreas Kühl: Die kommunale Wärmeplanung ist erstmal nur eine Strategie, wobei die Umsetzung keine Pflicht ist. Aber als Beobachter von außen sehe ich oft, ob eine Kommune die Umsetzung gleich mitdenkt oder nur die Pflicht erfüllen will. Der Aufwand zur Umsetzbarkeit ist unbestreitbar höher, er zeigt sich in einer umfangreichen Einbindung der beteiligten Akteure und einer Beteiligung der lokalen Bevölkerung. Viele Städte und Gemeinden können diesen Aufwand nicht leisten oder haben die Notwendigkeit noch nicht erkannt.
Die BBSR-Studie zeigt, dass viele kommunale Wärmepläne mit hohen Sanierungsraten von rund zwei Prozent oder mehr pro Jahr rechnen, obwohl diese Annahmen historisch kaum belegt sind. Wie schätzen Sie die Realisierbarkeit solcher Sanierungsraten ein, und welche Risiken ergeben sich daraus für die weitere Planung?
Kühl: Bundesweit liegt die Sanierungsrate mittlerweile unter 0,7 Prozent. Da müssen die Voraussetzungen vor Ort ideal sein, um deutlich höhere Werte zu erreichen. Es ist sicherlich möglich, wie wir vor einigen Jahren in Bottrop sehen konnten. Aber es sind große Anstrengungen notwendig, um insbesondere die kleinteilige Zielgruppe der Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern oder Eigentümergemeinschaften anzusprechen und ihnen geeignete Lösungen anzubieten. Gezielte Initiativen mit Energieberatung und Handwerk und Einkaufsgemeinschaften können zum Beispiel helfen, die Kosten zu reduzieren. Probleme können aus einer zu hoch geplanten Sanierungsrate zum Beispiel entstehen, wenn Wärmenetze eine höhere Leitung bereitstellen müssen als ursprünglich angenommen. Für diese muss jedoch ohnehin eine gesonderte Planung erfolgen. Auch der Strombedarf der Wärmepumpen könnte höher ausfallen, wenn die Sanierungsrate nicht erreicht wird.
Der Monitoringbericht des Landes Nordrhein-Westfalen stellt eine große Lücke zwischen theoretisch ermittelten erneuerbaren Potenzialen und deren tatsächlicher Berücksichtigung in den Zielszenarien fest – insbesondere bei Solarthermie und Geothermie. Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass diese Technologien trotz vorhandener Potenziale bislang nur eine untergeordnete Rolle spielen?
Kühl: Beim Blick auf die Ausnutzung der Potenziale im Monitoringbericht fällt mir auf, dass bei Technologien, die wenig Änderungen an der bisherigen Wärmeerzeugung erfordern, die Potenziale übermäßig genutzt werden. Der Einsatz der großflächigen Solarthermie und der tiefen Geothermie erfordert neue Wege und den Mut, diese zu gehen. Bei der thermischen Solarenergie sind Flächen notwendig, die Kommunen bereitstellen müssen. Für die tiefe Geothermie sind umfangreiche Erkundungen und viele weitere Schritte notwendig, um sie für die Wärmeversorgung nutzen zu können. Diesen Aufwand haben einige Kommunen in ihren Planungen gescheut.
Die Studie der Stiftung Klimaneutralität weist darauf hin, dass soziale Aspekte und die Umsetzbarkeit für Haushalte in der kommunalen Wärmeplanung häufig unterschätzt werden, vor allem in dezentralen Versorgungsgebieten. Welche Bedeutung hat dieser soziale Faktor aus Ihrer Sicht für den Erfolg oder Misserfolg der kommunalen Wärmeplanung?
Kühl: Die kommunale Wärmeplanung wurde bislang nur technisch betrachtet, der soziale Aspekt kann jedoch sehr wichtig werden, wenn es an die Umsetzung geht. Eigentümerinnen und Eigentümer in dezentralen Versorgungsgebieten müssen sich die Sanierung ihres Hauses oder die neue Heizung leisten können. Gezielte Unterstützungen in Form von sozial ausgestalteter Förderung oder gezielter Energieberatung können einen Beitrag leisten. Die Aufgabe der Wärmeplanung wäre es, in einzelnen Versorgungsgebieten eine zusätzlich notwendige Unterstützung herauszuarbeiten, auf die besonders geachtet werden sollte.
Ein Whitepaper des Beratungsunternehmens EEB Enerko beschreibt die kommunale Wärmeplanung als langfristigen, fortzuschreibenden Prozess und sieht darin ein wachsendes Betätigungsfeld für Energieberaterinnen und Energieberater. Welche Aufgaben können sie Ihrer Ansicht nach konkret in diesem Prozess übernehmen?
Kühl: Den langfristigen Prozess muss die Stadt oder Gemeinde gestalten. Es ist wichtig, dass nicht jede Fortschreibung der Wärmeplanung, die alle fünf Jahre erfolgen muss, wieder von vorne stattfindet. Die notwendigen Daten sollten bekannt sein und die Zusammenarbeit der Stakeholder sollte sich idealerweise verstetigen. Auch in Zukunft werden große Teile der Kommunen weiterhin dezentral mit Wärme versorgt. Damit in diesen Bereichen die Transformation gelingt, ist die Arbeit der Energieberaterinnen und Energieberater sehr wichtig. Sie müssen – eventuell mit Unterstützung der Kommune – den Eigentümerinnen und Eigentümern helfen, für ihr Haus die passende Sanierung und Heizung zu finden.
Die Fragen stellte Alisia Romeo.
Bild: Andreas Kühl / energynet.de