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Batteriespeicher könnten im Stromsystem fast vier Milliarden Euro pro Jahr einsparen

Der Ausbau von Speichern und Flexibilitäten könnte die Kosten der Energiewende deutlich senken. Das zeigt eine neue Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE im Auftrag mehrerer Branchenverbände.

Europäischer Speichermarkt wächst weiter

Dabei untersuchten die Wissenschaftler den Einsatz von großen Batteriespeichern in mehreren Szenarien für den Zeitraum Januar 2025 bis Ende Mai 2026. Das Ergebnis: In diesem Zeitraum hätten 20 Gigawatt (GW) Speicherleistung mit vier Stunden Kapazität volkswirtschaftliche Einsparungen von 5,6 Milliarden Euro ermöglicht, knapp vier Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) beträgt die aktuelle Speicherleistung von Großspeichern 6 GW, die in der Regel Strom ein bis zwei Stunden speichern.

Aktuelle Probleme Folge der „Speicherlücke“

Mattias Stark vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) sprach bei der Vorstellung der Studie von einer „Speicherlücke“, deren Folge die jetzt viel diskutierten Probleme seien: extreme Schwankungen bei den Spotmarktpreisen, hohe Redispatchkosten, Abregelung von EE-Anlagen und damit verbundene betriebswirtschaftliche Probleme bei den Anlagenbetreibern. „Die aktuellen Herausforderungen im Markt beruhen auf fehlender Flexibilität“, so Stark.

Drei Alternativen zum Redispatch-Vorbehalt

Die Entlastungen wiederum entstünden laut Studie durch höhere Marktwerte erneuerbarer Energien, geringere EEG-Förderkosten, gedämpfte Spotmarktpreise und einen günstigeren Stromkosten-Saldo im europäischen Handel. Negative Börsenstrompreise würden demnach um fast 70 Prozent sinken. Abregelungsmengen könnten um 3,3 Terawattstunden oder rund 55 Prozent reduziert werden. Zugleich würden die Finanzierungsrisiken durch § 51 EEG deutlich verringert: bei Photovoltaik um rund 75 Prozent, bei Windenergie an Land um fast 55 Prozent und bei Offshore-Windenergie um fast 60 Prozent.

Verbände fordern Hemmnisse für den Speicherausbau abzubauen

Die Studie ermittelte zudem, wie viel Speicherkapazität nötig ist, um mit dem geplanten Ausbau der Erneuerbaren Schritt zu halten. Pro Jahr müssten demnach 8 GW Speicher mit einer Kapazität von vier Stunden, also 32 GWh, neu angeschlossen werden. 2025 waren es laut BSW 6,5 GWh.

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Entsprechend fordern die auftraggebenden Verbände, regulatorische Hemmnisse beim Speicherausbau rasch abzubauen. Dazu gehörten beschleunigte und standardisierte Netzanschlussverfahren, die Ermöglichung des Multi-Use-Betriebs von Batteriespeichern, der stärkere Einsatz von Speichern bei Redispatch-Maßnahmen und Netzengpässen sowie vereinfachte Anschlussregeln für Speicher an bestehenden Netzanschlüssen. „Die Zahl der Netzanschluss-Anfragen seitens der EE-Branche zeigt: Der Markt steht bereit“, sagte Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des BEE. Aber Anfragen seien noch keine Projekte. „Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass aus Anfragen auch Projekte werden.“

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