Gut 44 Prozent lag der Zubau im März 2026 über Vormonat und 40 Prozent über März vor einem Jahr. Entscheidend waren gewerbliche Anlagen mit mehr als 750 Kilowatt. Kleinere Anlagen bleiben im Vergleich gegen Vorjahr weiterhin schwach, nur Steckersolaranlagen waren gut nachgefragt.
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Neuer Aufbruch kündigt sich an
Für die kommenden Monate zeichnet sich im Handwerk und Handel eine erfreulich hohe Nachfrage ab, so dass die Fortsetzung des Aufwärtstrends absehbar ist. Hier spielt neben der üblichen Frühjahrsbelebung auch der Krieg im Iran eine Rolle, der die Preise für fossile Energien in die Höhe treibt.
Hinzu kommen Debatten um das Ende der Einspeisevergütung für Anlagen bis 25 Kilowatt, die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ungeachtet aller Widerstände aus Politik und Wirtschaft durchdrücken will. Das führt dazu, dass Investitionen nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden, obwohl die unsichere Konjunktur generell auf die Kauflaune drückt.
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EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm mahnt zur Vorsicht und Besonnenheit. „Die Branche muss aus ihren Fehlern lernen“, warnt er. „Eine Überhitzung wie 2023 muss unbedingt verhindert werden.“
Damals bauten Solarhandwerk und Handel massiv Lagerbestände auf – als Reaktion auf den Solarboom und Probleme mit der Lieferkette in Folge des Kriegs in der Ukraine. Bald folgte die Ernüchterung: Preisverfall und hoher wirtschaftlicher Druck aufgrund der schwachen Nachfrage. Die Konsolidierung im Markt bis heute an.
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Talsohle scheint durchschritten
2026 liegt der Zubau nach drei Monaten bei 3,3 Gigawatt. Das ist 22,5 Prozent weniger als im ersten Quartal 2024 und 2025 – und entspricht ungefähr dem Zubau in Q1 2023. Zudem hat sich die Marktstruktur deutlich verändert. Auffällig ist der höhere Anteil an gewerblichen Solardächern und Solarparks.
Sie machten in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 60 Prozent der neu installierten Solarleistung aus. 2023 steuerten sie nur rund ein Viertel bei. Damit trägt das regionale Solarhandwerk weniger zum Zubau bei, dessen Schwerpunkt traditionell in privaten Anlagen liegt.
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Rekord bei Großspeichern
Beim Speicherzubau markierte der März 2026 einen historischen Höchststand. In keinem Monat zuvor wurde mehr neue Kapazität bei der Bundesnetzagentur registriert.
Der außergewöhnlich hohe Gesamtwert von 988 Megawattstunden ist maßgeblich auf einige Großprojekte zurückzuführen. Besonders ins Gewicht fällt ein neuer Großspeicher in Nordrhein-Westfalen, der allein 231 Megawattstunden ausmacht, 23 Prozent des Zubaus in diesem Monat. (HS)
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