Axpo und R-Power haben mit einem langjährigen Vertrag den optimierten Betrieb eines riesigen Speicherprojekts vereinbart. Konkret geht es um einen neuen Batteriespeicher, der in Dzięgielewo, nordwestlich von Warschau in der Wojewodschaft Masowien, entsteht. Dieser kann 1,2 Gigawattstunden Strom zwischenlagern und diesen mit einer Leistung von 300 Megawatt ins Netz einspeisen.
Die vereinbarte Optimierung des Speichers umfasst die Betriebsführung der Anlage inklusive der damit verbundenen Marktverpflichtungen. Damit wollen die beiden Projektpartner den Betrieb optimieren und so auch die Erträge maximieren. Axpo entscheidet, wann, wie und zu welchem Zweck die Batterie genutzt wird, und R-Power steuert den Speicher entsprechend dieser Vorgaben. Diese Steuerung beinhaltet sowohl den Energiezyklus durch die Batterie, also das Laden und Entladen, als auch die Reservierung ihrer Kapazität zur Erbringung von Regeldiensten für den Netzbetreiber.
Vermarktung analog eines PPA
Das Geschäftsmodell funktioniert ähnlich wie ein langfristiger Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement – PPA) für Solar- oder Windkraftwerke. Axpo garantiert dabei die Mindesterlöse für den Speicherbetreiber R‑Power. So wird das gesamte Projekt bankfähig und das Investitionsrisiko für R-Power sinkt. Durch die Übertragung des kommerziellen Managements und der Optimierung an einen einzigen, vertrauenswürdigen Partner könne sich der Anlagenbesitzer auf die Projektentwicklung und die Aufrechterhaltung der Betriebsleistung konzentrieren, erklären die Projektpartner den entscheidenden Vorteil. Denn R-Power muss sich nicht darum kümmern, die Batterie zu vermarkten.
Gewinnbeteiligung vereinbart
Der vereinbarte Vertrag startet mit der Inbetriebnahme der Batteriespeicheranlage in Dzięgielewo und läuft bis Ende 2038. Er basiert auf einem Gewinnbeteiligungsmechanismus zwischen Axpo und R‑Power. Es ist ein weiteres Projekt in Polen, das R-Power schon in der Pipeline hat und ebenfalls auf diese Weise vermarkten wird.
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Diese umfasst Projekte mit einer Gesamtleistung von 1,7 Gigawatt und einem Speichervolumen von 6,3 Gigawattstunden. „Langfristige Kommerzialisierungsvereinbarungen wie diese sind nicht nur von grundlegender Bedeutung für die Umsetzung unserer eigenen Pipeline, sondern legen auch den Grundstein für das Wachstum von Batteriespeicherprojekten im Großmaßstab in vielversprechenden Märkten wie Polen“, betont Rafał Hajduk, der als CCO bei R-Power für solche Kooperationen verantwortlich ist.
Mehr Flexibilität fürs polnische Stromnetz
Mit dem Projekt in Dzięgielewo wollen die beiden Projektpartner die Flexibilität des Stromnetzes in Zentralpolen unterstützen. Zudem will Axpo so seine Position im Großspeichermarkt in Polen ausbauen, erklärt Mateusz Marczewski, Leiter der Axpo-Niederlassung in Polen. „Unser Ziel bleibt es, den Wert der Anlagen unserer Partner über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu maximieren – von der Teilnahme an den Strom- und Regelenergiemärkten bis zu einem Vermarktungsmodell, das auf die Anforderungen der Bankfähigkeit zugeschnitten ist“, sagt er.
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Die beiden Unternehmen haben schon mehrere solcher Projekte realisiert, was den Weg zu einer funktionierenden Kooperationsvereinbarung auch für die Anlage in Dzięgielewo ebnete. „Eine zentrale Herausforderung bestand darin, die Lösungen auf 300 Megawatt zu skalieren und sie im Kontext sich rasch wandelnder betrieblicher und regulatorischer Standards weiterzuentwickeln“, weiß Krzysztof Włodyga, Leiter des operativen Geschäfts von Axpo Polska.