Die dreifache Nutzung des Bodens haben die ÖBB und Burgenland Energie im Blick. Denn sie beschreiten einen neuen, innovativen Weg, um die Energieversorgung mit grünem Bahnstrom weiter zu steigern. Als gemeinsames Projekt haben das Bahnunternehmen und der Energieversorger in Donnerskirchen, nur wenige Kilometer nordöstlich von Eisenstadt, eine Agri-PV-Anlage gebaut.
Doch es ist nicht nur eine Agri-PV-Anlage, wie sie schon oft gebaut wurde. „Die jährlich rund acht Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom, die die Anlage produziert, speisen wir direkt in das Bahnstromnetz ein und bewegen die ÖBB-Züge“, beschreibt Stephan Sharma, Geschäftsführer von Burgenland Energie, die Besonderheit. Dazu wandelt der Wechselrichter den Gleichstrom aus den Solarmodulen in Wechselstrom mit einer Frequenz von 16,7 Hertz um, mit der das Bahnstrom betrieben wird.
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Direkt an der Bahnstrecke gebaut
Mit einer Leistung von 6,6 Megawatt und einem jährlichen Energieertrag von rund 8,3 Gigawattstunden erzeugt die Anlage ausreichend Energie für rund 32.500 Zugfahrten von Wien nach Eisenstadt. Nach Angaben der Projektbeteiligten ist es weltweit die erste Agri-PV-Anlage, die die Sonnenenergie direkt ins Bahnstromnetz einspeist.
Die Agri-PV-Anlage wurde deshalb auch strategisch günstig auf einer sieben Hektar großen Landwirtschaftsfläche in unmittelbarer Nähe der Strecke der Pannoniabahn von Eisenstadt nach Neusiedl am See errichtet. Um einerseits den Stromertrag zu maximieren und andererseits die Nutzung der Fläche für die Bio-Landwirtschaft zu optimieren, wurden die Module auf Trackern installiert. Im Normalbetrieb führen diese die Paneele dem Lauf der Sonne nach. Wenn der Landwirt auf der Fläche arbeitet, werden die Module so gedreht, dass er möglichst ungehindert pflügen, säen und ernten kann.
Weiterer Schritt zu einer nachhaltigen Bahn
Damit verbindet das Projekt nicht nur regenerative Stromerzeugung mit landwirtschaftlicher Nutzung auf derselben Fläche, sondern leistet auch noch einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität in Österreich. „Mit der Agri-PV-Anlage in Donnerskirchen setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf unserem Weg zu einer noch nachhaltigeren Bahn“, betont Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur. „Unser Ziel ist es, die Eigenversorgung mit grünem Bahnstrom konsequent auszubauen und die Energie dort zu erzeugen, wo sie unmittelbar genutzt wird.“
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Direkte Einspeisung reduziert Energieverluste
Das Projekt zeige, wie innovative Technologien, effiziente Flächennutzung und klimafreundliche Mobilität miteinander verbunden werden können. „Durch die direkte Einspeisung in das Bahnstromnetz erhöhen wir die Versorgungssicherheit und reduzieren gleichzeitig Energieverluste. Solche Lösungen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie, den Bahnbetrieb langfristig noch unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen und die Rolle der ÖBB als eines der größten Klimaschutzunternehmen Österreichs weiter zu stärken“, umreißt Silvia Angelo die Strategie.
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Stephan Sharma von Burgenland Energie ergänzt: „Dieses innovative, erneuerbare Energieprojekt zeigt eindrucksvoll, wie wir die Energieunabhängigkeit Österreichs mit erneuerbaren Energien schaffen. Die erste sonnennachgeführte Agri-PV-Bahnstrom-Anlage Österreichs und weltweit die erste dieser Art zeigt den Weg in die erneuerbare Mobilitätszukunft: Bio-Landwirtschaft, erneuerbare Energien und saubere Mobilität – ein Dreiklang für die Zukunft“, betont er. (su)