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EMC-direct: Bifaziale Module richtig klemmen

Wer bifaziale Module für große Freiflächenanlagen plant oder montiert, sieht oft auf den ersten Blick: Die Rahmenprofile haben sich deutlich verändert. Grund ist unter anderem der Wunsch, die Rückseite der Module möglichst frei zu halten, damit die Einstrahlung optimal genutzt wird.

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Entscheidend ist die Differenzierung zwischen langer und kurzer Modulseite. An der langen Seite finden sich meist Rahmenprofile mit einer Kante von 15 Millimetern und mehr. Dort halten Standardclips in der Regel problemlos.

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An der kurzen Seite hat sich das Design erheblich gewandelt. Die nutzbare Montagekante ist bei vielen modernen Modultypen extrem verkürzt. Oft misst sie weniger als fünf Millimeter oder ist gar einem fast geschlossenen Boxprofil gewichen.

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Die Folge: Kantenclips, die jahrelang zuverlässig ihren Zweck erfüllt haben, lassen sich auf der kurzen Seite von bifazialen Modulen nicht mehr verwenden. Sie finden keinen sicheren Halt, rasten nur unzuverlässig ein und wären im Betrieb mechanischen Belastungen ausgesetzt, für die sie ursprünglich nicht ausgelegt wurden. Aus Sicht des Kabelmanagements ist die kurze Modulseite damit einer der kritischsten Bereiche des Moduls.

Auswirkungen auf die Montagepraxis

Insbesondere bei Landscape-Installationen oder speziellen Stringführungen, bei denen die Kabel entlang der kurzen Seite geführt werden müssen, stehen Installateure vor einem Dilemma. Viele Standardlösungen aus Kunststoff oder breitem Metall bauen nach außen hin zu stark auf.

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Um die Generatorleistung pro Fläche zu maximieren, werden die Module im Solarpark allerdings mit sehr geringen Abständen installiert. Das bedeutet: Alles, was über den Modulrahmen hinaus ragt, kollidiert beim Einschieben des Moduls in die Unterkonstruktion oder mit der benachbarten Modulreihe.

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Zudem besitzen viele moderne Modulrahmen ein fast geschlossenes Boxprofil beziehungsweise Hohlkammerprofile. Diese sind aus statischer und konstruktiver Sicht sinnvoll, bieten für herkömmliche Kantenclips aber kaum noch definierte Angriffspunkte. In der Kombination führt das häufig zu kritischen Situationen auf der Baustelle:

Standard-Kantenclips lassen sich nicht montieren oder lösen sich bereits bei der Installation. Montageteams beginnen zu improvisieren – etwa mit Kabelbindern, die direkt am Rahmen, an der Unterkonstruktion oder an benachbarten Bauteilen befestigt werden.

Es entstehen unsichere Kabelwege mit herabhängenden Schlaufen, zu engen Biegeradien oder Leitungen, die im Wind schlagen. Durchhängende Kabel können die bifaziale Rückseite verschatten – ein absolutes No-Go für den Ertrag.

Kurz gesagt: Die bisher üblichen Befestigungspunkte sind auf der kurzen Modulseite entweder stark eingeschränkt oder nicht mehr vorhanden. Gleichzeitig ist genau diese Seite für die Kabelführung vieler Projekte entscheidend.

Mehr Tipps zur Wartung finden Sie hier.

Die Lösung: Drahtclips für Boxrahmen

Um diese neue Geometrie sicher zu bedienen, hat sich der Wechsel zu flexiblen Drahtclips als technisch überlegene Lösung erwiesen. Sie weisen eine Geometrie auf, die unabhängig von der klassischen Kantenlippe auch ohne vorhandene Außenkante funktioniert und sich bei engen Abständen der Module bewährt. Die technischen Vorteile der Drahtclips im Überblick:

Unabhängigkeit von der Kantenlänge: Drahtclips klemmen nicht nur auf der (fehlenden) Außenkante. Durch ihre S- oder U-förmige Federstahlkonstruktion verspannen sie sich am gesamten Hohlkammerprofil – also an Innen- und Außenkante. Sie halten sicher, selbst wenn die klassische Greifkante nur wenige Millimeter misst oder gänzlich fehlt.

Keine Kollision im Modulspalt: Der ideale Clip sollte so wenig wie möglich über den Rahmen hinausragen. Drahtclips schmiegen sich extrem flach an das Profil an. Das unterstützt die problemlose Montage.

Schonung des Materials: Anders als aggressive Widerhaken, die die Eloxalschicht beschädigen können, nutzen Drahtclips die Federspannung des Materials zur Fixierung.

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Engineering für spezifische Projekte

Dass dies keine theoretische Überlegung ist, zeigen Kundenprojekte, in denen wir diese Clips entwickelt und angepasst haben. Vermehrt werden von EPCs Lösungen gefordert für diese Montagesituationen, in denen herkömmliche Clips nicht nutzbar sind. In mehreren Freiflächenprojekten mit bifazialen Modulen und 30 Millimeter Rahmenhöhe betrug die nutzbare Kante auf der kurzen Seite weniger als fünf Millimeter. Das war zu wenig für handelsübliche Kantenclips. Gleichzeitig waren Modulabstände von wenigen Millimetern vorgesehen.

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Auf Basis von Rahmenzeichnungen und Mustermodulen haben wir spezifische Drahtclips entwickelt, die sich an Innen- und Außenkante verspannen und praktisch nicht über den Rahmen hinausragen. Die Clips wurden mit dem Kunden im Feld getestet, anschließend in die gewünschte Form gebogen und in Serie gefertigt. Somit können EPCs, statt improvisieren zu müssen, auf ein abgestimmtes Engineering zurückgreifen – von der Analyse der Rahmengeometrie bis zum serienreifen Drahtclip.

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Detail entscheidet über Langlebigkeit

Professionelles Kabelmanagement bei bifazialen Modulen erfordert den genauen Blick auf die Rahmengeometrie, bevor die Montage beginnt. Wer auf der kurzen Seite moderner Module böse Überraschungen vermeiden will, sollte frühzeitig prüfen, ob Standardclips überhaupt montierbar sind. Innovative Drahtclips bieten hier die nötige Flexibilität und Prozesssicherheit, um auch bei Boxprofilen oder Kastenrahmen und engsten Modulabständen eine dauerhafte Kabelführung zu gewährleisten. Speziell entwickelte Drahtclips ermöglichen definierte Biegeradien, eine dauerhafte Zugentlastung der Stecker und eine rahmennahe, schattierungsfreie Kabelführung. (HS/TN)

EMC-direct: Solche Montagefehler lassen sich vermeiden!

Kostenloses Whitepaper für sicheren Anlagenbetrieb: Um einer stärkeren Sensibilisierung für hohe Qualitätsstandard in der Montage und Elektroinstallation von PV-Anlagen beizutragen, haben Fachautoren für EMC-direct das Whitepaper „Häufige Schadensursachen an Photovoltaikanlagen kennen – und vermeiden“ erstellt. Es steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Gastautor: Thaddäus Nagy ist Geschäftsführer von EMC-direct.

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