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Klimaresilient? Deutschlands Städte verlieren fast eine Million Bäume

Hitze wird ein immer größeres Problem in Deutschland. Bedingt durch den Klimawandel können extreme Hitzeereignisse mit lang anhaltenden Temperaturen über 40 Grad künftig auch in Mitteleuropa häufiger auftreten.

Städte heizen sich besonders stark auf, denn es gibt nur wenige Bäume, die Schatten spenden, und viele gepflasterte, betonierte oder bebaute Flächen, die die Wärme besonders lange speichern. Doch offenbar ist das Problem in den Stadtververwaltungen noch nicht angekommen: Wie der aktuelle Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt, ist in allen untersuchten 195 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern der Versiegelungsgrad gestiegen. Gleichzeitig sind mehr als 900.000 Bäume zwischen 2018 und 2025 aus den Städten verschwunden.

Wann ist genug genug ?

Keine grüne Karte beim Thema Versiegelung

Zum ersten Mal hat die DUH nicht nur die Hitzebetroffenheit der Menschen untersucht, sondern auch die Baumüberschirmung (Grad der Bodenbedeckung mit Vegetation von mehr als 2,5 Metern Höhe) sowie den prozentualen Zuwachs der Flächenversiegelung in den vergangenen sieben Jahren. Die Baumübreschirmung wurde anhand von hochauflösenden Satellitendaten berechnet. Nur sieben Städte erreichten laut DUH den wissenschaftlich empfohlenen Richtwert von mindestens 30 Prozent Baumbeschirmung – darunter Hamburg, Berlin, Oldenburg, Potsdam und Solingen. Da in allen untersuchten Städten neue Flächen versiegelt wurden, vergab die Umweltorganisation beim Versiegelungstrend keine einzige grüne Karte. Beim Hitzebetroffenheitsindex, der sich aus den Indikatoren Versiegelung, Grünflächenvolumen, Oberflächentemperatur und Bevölkerungsdichte zusammensetzt, verschlechtert sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr sogar: Obwohl insgesamt fünf Städte mehr untersucht wurden als noch 2025, ist die Zahl der grünen Karten von 28 auf 21 gesunken.

Wie können Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel stärken?

Die DUH nennt die Ergebnisse einen Weckruf, insbesondere für Bauministerin Verena Hubertz und Gesundheitsministerin Nina Warken. Sie müssten wirksame Hitzeschutzmaßnahmen in den Städten durchsetzen. Dazu gehöre die Umsetzung der 3-30-300-Regel: Bürgerinnen und Bürger sollten von ihrem Zuhause aus mindestens drei Bäume sehen können, in einem Umfeld mit 30 Prozent Baumbeschirmung leben und die nächste Grünfläche sollte höchstens 300 Meter entfernt sein.

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Initiative für mehr Stadtbäume angekündigt

„Der grüne Hitzeschutz durch Bäume schwindet, Städte ohne ausreichend Baumschatten werden ungesunde bis unerträgliche Städte“, warnt Heinrich Strößenreuther, Gründer und Vorstand BaumEntscheid e.V. aus Berlin. In der Hauptstadt hatte 2025 ein Volksentscheid das erste Klimaanpassungsgesetz Deutschlands (BäumePlus-Gesetz) erreicht, das die 3-30-300-Regel gesetzlich umsetzt und für eine Million Straßenbäume und 4.000 Miniparks sorgen soll. Strößenreuther kündigte an, diese Initiative auf weitere Städte auszuweiten.