Westnetz hat eine neue flexible Anschlussvereinbarung für sogenannte Co-Located-Speicher eingeführt. Damit können Graustromspeicher, die an einem gemeinsamen Standort mit einer Solar- oder Windanlage errichtet werden, schneller an das Verteilnetz angeschlossen werden als bisher.
Pfalzmarkt speichert überschüssigen Solarstrom mit Großspeicher
Graustromspeicher nehmen üblicherweise Strom aus dem Netz auf, der keiner eindeutigen Erzeugungsquelle zuzuordnen ist. Teilen sich solche Speicher einen Netzanschluss mit einer Ökostromanlage und nehmen dort auch den grünen Strom dieser Anlage auf, spricht man von einem Co-Located-Konzept. Genau für diese Konstellation gilt die neue Vereinbarung.
Nachfrage wächst schneller als die Netzkapazität
Der Bedarf an solchen Lösungen ist derzeit groß. Im Netzgebiet von Westnetz sind bislang Anschlussanfragen für Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 116 Gigawatt eingegangen. Das entspricht einem Vielfachen der Westnetz-Höchstlast von rund zwölf Gigawatt im Jahr 2024. Bereits umgesetzte oder positiv bewertete Projekte kommen nach Unternehmensangaben rechnerisch auf eine Leistung, die ausreichen würde, um die Spitzenlast einer Stadt wie Berlin etwa zweimal zu decken.
Neuer Mustervertrag für flexible Netzanschlüsse
Grundlage für die flexiblen Anschlussvereinbarungen ist eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2024. Seitdem können Netzbetreiber Anschlüsse flexibler gestalten: Statt jederzeit die volle gewünschte Anschlussleistung bereitzustellen, prüft Westnetz standortbezogen, welche Kapazität bei welcher Fahrweise der Anlagen nutzbar ist.
Technische Anforderungen für gemeinsamen Anschluss
Die neue Vereinbarung stellt konkrete technische Anforderungen. Der Netzanschluss wird dauerhaft auf einen festen maximalen Einspeisewert begrenzt, den Erzeugungsanlage und Batteriespeicher gemeinsam nicht überschreiten dürfen. Ein spezieller Regler stellt die Einhaltung dieses Grenzwerts sicher.
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Zusätzlich richtet sich die Fahrweise des Speichers nach der Auslastung des umliegenden Netzgebiets. An Tagen mit hoher Erzeugung wird die Einspeiseleistung des Batteriespeichers ab einem festgelegten Schwellenwert schrittweise reduziert. Grundlage dafür sind Erzeugungsprognosen für Wind- und Solarstrom in der Region. So sollen regionale Netzengpässe vermieden und Redispatch-Kosten gesenkt werden. Innerhalb dieser Vorgaben entscheiden Anlagenbetreiber selbst über die Fahrweise – etwa wann Ökostrom ins Netz fließt und ob der Speicher aus eigener Erzeugung oder aus dem Netz befüllt wird. (nhp)
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