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Gründächer – am besten mit Solaranlage – senken den Hitzestress in Städten

Die Städte in nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa leiden unter einer enormen Hitzewelle. Im Anschluss kündigen sich schon heftige Gewitter an. Solche Witterungslagen werden sich in den nächsten Jahren häufen. Städte stehen vor immensen Herausforderungen, sich darauf einzustellen. Dach- und Fassadenbegrünungen bieten eine wirksame und nachhaltige Lösung, lautet der Tipp vom Bundesverband Gebäudegrün (BuGG).

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Denn begrünte Dächer können nicht nur große Mengen Regenwasser aufnehmen und zurückhalten. Sie schirmen Gebäude auch vor direkter Sonneneinstrahlung ab. Diese kann wiederum für die Produktion von Strom für Kühlanlagen genutzt werden, wenn die Gründächer mit Photovoltaik kombiniert werden. Denn diese Kühlanlagen mit fossilem Strom zu betreiben, würde den Klimawandel weiter anheizen und die Städte weiter aufheizen. Zudem sorgen die begrünten Dächer für eine natürliche Kühlung, die den Ertrag aus der Photovoltaik zusätzlich erhöht.

Gründach kühlt Städte

Die zunehmenden Temperaturrekorde und Extremwetterereignisse zeigen deutlich, wie dringend Städte an die Folgen des Klimawandels angepasst werden müssen. Hitzestress und Überflutung vorzubeugen, gehöre zur Stadtentwicklung der Zukunft, lautet das Fazit der Gebäudegrünexperten. Dass die Begrünung von Gebäuden wirkt, zeigen Studien. So verweist der BuGG auf eine Modellanalyse des Deutschen Wetterdienstes für die Stadt Essen. Demnach ist die Temperatur in Orten mit einem sehr hohen Flächenanteil an Dachbegrünung um 0,7 Kelvin kühler.

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Klimageräte mit Sonnenstrom versorgen

Zudem erbringen 850 Quadratmeter Fassadenbegrünung die Transpirationsleistung und Sauerstoffproduktion von 45 Klimakühlgeräten mit acht Stunden Betriebsdauer und einer Leistung von 3.000 Watt, wie eine Studie der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien zeigt. Wenn eine Fassadenbegrünung – auch nachträglich – nicht möglich ist, sollte der Strom dieser 45 Klimakühlgeräte von vor Ort produziertem Sonnenstrom kommen. Denn diese Klimageräte verbrauchen in den acht Stunden Tageshitze gut eine Megawattstunde Strom. Eine Solaranlage auf dem Gründach kann diesen Strom liefern und wird so von selbst komplett ohne Einspeisevergütung wirtschaftlich.

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Gründach hält länger

Apropos Wirtschaftlichkeit: Eine Umfrage des BuGG gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) unter Dachdeckerbetrieben hat ergeben, dass die Lebensdauer einer Dachabdichtung bis zur ersten größeren Reparatur unter einem Gründach länger hält. Die Abdichtung hält in rund 55 Prozent der Fälle mehr als 20 Jahre. Bei der Ausstattung mit einem solaren Gründach wird in 45 Prozent der Fälle erst nach 20 Jahren die erste größere Reparatur fällig. Zum Vergleich: Ohne Gründach hält die Dacheindeckung nur in 25 Prozent der Fälle länger als 20 Jahre. In 35 Prozent der Fälle beträgt die Haltbarkeit 16 bis 20 Jahre. Rund 40 Prozent der ungeschützten Flachdächer halten nicht einmal 16 Jahre.

Der BuGG hat alle Vorteile eines Gründaches – sowohl mit als auch ohne Solaranlage – in einer Broschüre zusammengefasst. Die BuGG-Fachinformation „Positive Wirkungen von Gebäudebegrünungen“ steht auf der Webseite des BuGG zum Download zur Verfügung.