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VnAP fordert: Wirtschaftliche Grundlage für Agri-PV muss erhalten bleiben

Der Verband für nachhaltige Agri-Photovoltaik (VnAP) befürchtet, dass durch die vorgeschlagenen Änderungen des Energierechts die Energiewende in der Landwirtschaft unter die Räder kommt. Der Verband kritisiert die Diskrepanz, die die vorgeschlagenen Regelungen offenbaren. So fordert der Entwurf für die EEG-Novelle flächenschonende, akzeptanzstarke Lösungen. Gleichzeitig verweigert er aber solchen Lösungen die ökonomische Grundlage.

Ausschreibungssegment soll gestrichen werden

Konkret geht es hier um die Streichung des Untersegments der Ausschreibungen für besondere Anlagen wie Agri-PV, schwimmende Solaranlagen, solare Parkplatzüberdachungen und Solaranlagen auf wiedervernässten Moorflächen. Dieses wurde mit dem Solarpaket im April 2025 eingeführt und sieht höhere mögliche Vergütungen für solche besonderen Anlagen vor. Damit sollten die Mehrkosten für diese Projekte ausgeglichen werden, die anfallen, wenn Flächen doppelt und damit schonend genutzt werden.

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Der VnAP befürchtet, dass mit der Streichung des Untersegments in den Freiflächenausschreibungen der bislang zentrale regulatorische Rahmen für die Agri-PV entfallen würde. Denn dann müssten diese Anlagen in den direkten Wettbewerb mit klassischen Solarparks treten, die in der Regel preiswerter zu errichten sind als die höher oder vertikal aufgeständerten Systeme der Agri-PV. Die teilweise deutlich höheren Investitions-, Planungs- und Betriebskosten, die unmittelbar aus der landwirtschaftlichen Integration resultieren, würden dann nicht mehr abgebildet.

Akzeptanz steht auf dem Spiel

Damit bliebe die Agri-PV formal zwar zulässig. Wirtschaftlich würde das Segment jedoch an den Rand gedrängt. Die gesamte Branche wäre damit akut gefährdet, befürchten die Verbandsvertreter. Sie verweisen auf den Koalitionsvertrag, der der Doppelnutzung von Flächen wie Parkplatz-, Agri- und Moor-PV den Vorrang gibt und den Bau solcher Anlagen erleichtert wissen will.
Im vorliegenden Referentenentwurf finde sich diese Zielsetzung jedoch nicht in der konkreten Ausgestaltung der Fördermechanik wieder, kritisiert der Verband. „Agriphotovoltaik ist eine Schlüsseltechnologie für eine akzeptanzfähige Energiewende“, sagt Gawan Heintze, Vorstand des VnAP. „Wenn der Referentenentwurf unverändert bleibt, droht der Verlust genau jener Projekte, die Fläche sparen, Akzeptanz schaffen und Landwirtschaft integrieren“, warnt er.

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Agri-PV in Resilienzausschreibungen berücksichtigen

Er fordert deshalb dringend, dass das gesonderte Untersegment für besondere Anlagen mit einer Leistung von mehr als einem Megawatt beibehalten wird. Auch kleinere besondere Anlagen mit einer Leistung von bis zu einem Megawatt sollten außerhalb von Ausschreibungen weiterhin eine höhere Vergütung bekommen als herkömmliche Solarparks. Zudem sollte die Systemdienlichkeit von Agri-PV-Anlagen in den Resilienzausschreibungen berücksichtigt werden. Denn vertikal aufgeständerte oder auf einem Tracker montierte Solarmodule haben ein für den Strommarkt vorteilhafteres Produktionsprofil als andere Solarparks. (su)