„Wenn wir über Digitalisierung sprechen, reden wir zunächst mal über Daten“, sagt Markus Rackel, Teamleiter beim Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi) der Deutschen Energie-Agentur. „Nur wenn Informationen über Temperaturen, Laufzeiten oder den Verbrauch von Heizungsanlagen vorliegen, kann daraus Wissen und schließlich eine tatsächliche Wertschöpfung durch Optimierung entstehen“, sagt Rackel in der Podcast-Folge 42, in der es um Heizungsmonitoring geht.
Mit einem solchen – also mit der kontinuierlichen Erfassung und Auswertung der Betriebsdaten – lassen sich ihm zufolge Einsparpotenziale erschließen und die Effizienz der Anlagen deutlich verbessern. Dafür reichen oft wenige, nicht invasiv nachrüstbare Sensoren. Fünf bis sieben Messpunkte genügen in vielen Fällen, um ein grundlegendes Bild des Anlagenbetriebs zu erhalten. Auf diese Weise sei es möglich, bis zu 20 Prozent Energie einzusparen.
Ein weiterer Vorteil des Monitorings ist die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben. So unterstützen kontinuierliche Messungen die Anforderungen aus dem Gebäudeenergiegesetz - etwa zu Effizienzprüfungen von Heizungen oder zur Gebäudeautomation bei großen Nichtwohngebäuden. Zudem liefern die Betriebsdaten wertvolle Daten für Sanierungsentscheidungen. Rackel erklärt außerdem, wie sich ein solches Monitoring umsetzen lässt und mit welchen Kosten man rechnen muss.
Für Folge 43 des Podcast Gebäudewende hat sich die gesamte Redaktion des Gebäude-Energieberater an einen Tisch gesetzt und darüber diskutiert, was sich im Jahr 2025 rund um die Themen Energie und Bauen getan hat. Ein zentrales Thema ist die schwarz-rote Koalition und ihr Vorgehen in Sachen Energiewende. Die GEB-Redaktion kritisiert die Hinhaltepolitik und die anhaltende Unklarheit, die zu massiver Verunsicherung bei Verbraucher:innenn und Energieberatenden führen.
Die Verunsicherung wird in der Branche auch häufig als einer der Gründe für den rückläufigen Heizungsmarkt genannt. Die Wärmepumpe dagegen verzeichnet ein signifikantes Wachstum. Die Redaktion stellt fest, dass sie inzwischen als Technologie der ersten Wahl akzeptiert wird und Mythen - etwa über die Untauglichkeit im Altbau - widerlegt sind.
Im Gegensatz zur Heizungstechnik stagniert die Sanierung der Gebäudehülle. Ob eine stärkere finanzielle Unterstützung vonseiten des Staates die Lösung sein kann oder dies zu einem Wettstreit der Fördergelder führt, der lediglich die Baupreise in die Höhe treibt, diskutiert die Runde kontrovers. Einigkeit herrscht darüber, dass Ansätze wie der Sanierungssprint oder die serielle Sanierung wichtig sind, um Bewohner:innen die Angst vor langwierigen Baustellen zu nehmen.
Den politisch angestoßenen Bauturbo betrachtet die Redaktion skeptisch. Es bestehe die Gefahr, dass dies lediglich die Bodenspekulation anheize, ohne die eigentlichen Baukosten zu senken. Zudem warnt sie davor, wichtige Standards beim Brand-, Schall- oder Wärmeschutz auszuhöhlen, was sich langfristig negativ auswirken könnte.
Durchweg positiv fällt der Rückblick auf das 20-jährige Jubiläum des Gebäude-Energieberater aus, das 2025 unter anderem durch viele Sonderaktionen im Heft gefeiert wurde. Für das kommende Jahr kündigt Chefredakteur Joachim Berner neue Angebote an, mit denen die Redaktion der sich wandelnden Mediennutzung der Fach-Community gerecht werden will.
GEB Podcast
Im Podcast Gebäudewende diskutiert GEB-Redakteur Markus Strehlitz mit Gästen aus Forschung, Politik und Wirtschaft über Aktuelles beim energieeffizienten Bauen und Sanieren. Dazu gehören beispielsweise Lowtech-Konzepte für Gebäude und Innovationen bei der Anlagentechnik. Auch die Aufgaben der Energieberatung, die Chancen von Wasserstoff in Quartierskonzepten und die Notwendigkeit der Effizienz zum Erreichen der Klimaziele sowie die serielle Sanierung waren bereits Themen. Die mittlerweile 44 Episoden finden Sie im Überblick unter www.geb-info.de/podcast und unter dem Stichwort „Gebäudewende“ auf allen gängigen Podcast-Plattformen.