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Ex-Yellow-Chef und Green-Capital-Sammler gründen gemeinsam Ökostromversorger

Vor allem energieintensive mittelständische Unternehmen, also mit hohem Stromverbrauch arbeitende Unternehmen meist mittlerer Größe vom Kindergarten, Einzelhandel oder beispielweise von der Tankstelle bis zu Supermarkt, Krankenhaus, Rechenzentrum oder produzierender Industrie sollen den neuen Grünstrom der Marke „STARQ“ bekommen. So teilt es das am 1. Januar gestartete Unternehmen Starqstrom aus Hamburg selbst mit. Es verspricht, Strom aus in Deutschland errichteten eigenen Wind- und Solarenergieanlagen zu liefern. Wenn Wind und Sonne kurzfristig zu wenig Elektrizität entstehen lassen, um Elektrizität Abnehmende voll zu versorgen, kauft Starqstrom gemäß eigenen Angaben direkt und ausschließlich aus weiteren erneuerbaren Quellen die fehlende Elektrizität dazu und beschafft hierfür auch immer die offiziellen Herkunftsnachweise. Diese Stromdirektvermarktung an die Kunden lässt den sonst vorgeschriebenen Zwischenhandel der Elektrizität an der Strombörse entfallen.

Im Detail sprechen die Hamburger drei Unternehmensgruppen in den Stromverbrauchsklassen von weniger als 100.000 Kilowattstunden (kWh), von 100.000 bis 500.000 kWh und von mehr als 500.000 kWh an. Sie erhalten je nach Verbrauch und teilweise auch nach Wahl unterschiedliche Tarife, die nach Ansicht des Anbieters hohe Transparenz und einfache Preisgestaltung gewährleisten.

So gibt es Strom zu einem vereinbarten Fixpreis unterhalb des im freien kurzfristigen Stromhandelsmarkt zu erwartenden Jahresdurchschnittspreises – und bei starken Handelspreissprüngen an der Strombörse als Ausgleich eine Nachzahlung durch den Kunden an Starqstrom oder umgekehrt vom Versorger an den Kunden. Ein anderer Tarif lässt für den verbrauchten Strom immer den zeitecht gerade herrschenden Börsenstrompreis anrechnen – wobei die Kunden, zugelassen sind nur mit intelligenten digitalen Stromzählern ausgestattete Firmen, mit den Preisdaten des Tag-im-Voraus-Handels versorgt werden. Sie können dann ihren Stromverbrauch planen und auf die preisgünstigen Zeiten konzentrieren. Unternehmen, die ihren Grünstromanteil an ihrer elektrischen Versorgung durch sogenannte ESG-Pflichten nachweisen müssen, bekommen wiederum Herkunftsnachweise. Sind diese mittelgroß und haben einen etwas geringeren Stromverbrauch, erhalten sie einen günstigen Fixpreis. Ist ihr Stromverbrauch sehr hoch, bezahlen sie anteilig für eine Fixpreis-abgesicherte Direktbelieferung aus den Grünstromanlagen und für die ergänzende flexible Spotmarktbeschaffung des noch zum Verbrauch nötigen weiteren Stroms. Aber auch private Haushaltskunden mit Interesse an dem speziellen Direktversorgungsmodell will Starqstom beliefern.

Bis Ende 2027, also binnen zwei Jahren nach dem Start, will das Unternehmen „eine Million Haushalte mit Strom aus regionaler, erneuerbarer Erzeugung“ versorgen, wie es mitteilt. Im ersten Monat, im Januar, hat es bereits drei Millionen kWh verkauft. Dies käme rechnerisch gemäß Starqstrom-eigener Stromverbrauchseinstufung einer Jahresversorgung von mehr als 850 Drei-Personen-Haushalten gleich – oder der Jahresbelieferung von 6 energieintensiven Unternehmen mit Bedarf an 500.000 kWh elektrischer Versorgung. Im ersten Jahr wollen die Hamburger bis zu 500 Gigawattstunden im eigenen Bilanzkreis abdecken können, was rechnerisch der Versorgung bis Ende 2026 schon von mehr als 140.000 Drei-Personen-Haushalten gleichkäme oder von 1.000 energieintensiven Unternehmen, die 500.000 kWh jährlich verbrauchen.

Ex-Yello-Chef und Green-Capital-Sammler sind die Gründer

Gründer des Grünstromversorgers und dessen Geschäftsführer sind Peter Vest und Fabio Griemens, die beide Managementerfahrung aus mehreren Unternehmen und auch aus Unternehmensgründungen mit Bezug zur Energieversorgung mitbringen. So war der ehemalige Marketing-Bereichsvorstand des Energiekonzerns EnBW, Vest, von 2006 bis 2009 Chef der damals Atomkraft vermarktenden EnBW-Stromvertriebstochter Yello Strom. Später war Vest insbesondere führender Manager bei den Solarprojekteunternehmen Wircon und Greencells, wo er 2024 ausschied. Co-Geschäftsführer Griemens hat nach fünfjähriger Führungsarbeit für die Mobilitätsplattform Freenow 2024 das Solarenergie-Investment- und -Vermarktungs-Unternehmen Helio gegründet, dem auch Vest als Netzwerk-Experte für Markt und Technologie angehört.

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