Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hat Eckpunkte für die geplante Grüngasquote vorgelegt, die 2028 eingeführt werden soll. Mithilfe der Quote soll sichergestellt werden, dass die sogenannten „Inverkehrbringer“ von Gas und Heizöl zunehmend und ab dem Jahr 2045 vollständig auf klimaneutrale Brennstoffe umstellen. Zugelassen sind alle erneuerbaren und kohlenstoffarmen Brennstoffe, die europäischen Definitionen wie RED III entsprechen.
Kein linearer Anstieg, sondern wachsende Stufen
Geplant ist, dass die Quote im Jahr 2028 mit einem Prozent beginnt und dann ansteigt, bis 2045 dann 100 Prozent erreicht sind. Dabei steigt die Quote erst leicht an – zuerst in zwei bis drei Prozent-, dann in sechs Prozent-Schritten –, um dann ab 2040 jedes Jahr um zehn Prozent zuzulegen. Trotz der zu Beginn niedrigen Wachstumsraten, sei die geforderte Treibhausgasminderung von zusätzlichen zwei Millionen Tonnen sichergestellt, heißt es in dem Eckpunktepapier.
Dabei soll die Quote flexibel gehandhabt werden: So könnte eine Übererfüllung im Folgejahr angerechnet werden (Banking), eine Untererfüllung im folgenden Jahr nachgeholt werden (Borrowing).Ferner soll die Quotenerfüllung gehandelt werden können. Wer die Quote nicht erfüllt, soll eine Ersatzzahlung leisten müssen.
Marktsituation darf Anstieg der Quote verzögern
Vorgehen ist zudem eine Evaluierung des Instruments. Bei Bedarf kann so entschieden werden, ob der Anstieg der Quote verzögert werden kann, wenn die Marktsituation es erfordert. Dabei soll am Ziel von 100 Prozent 2045 festgehalten werden.
„Wir begrüßen, dass jetzt die Eckpunkte zur Grüngasquote vorliegen und mit dem Jahr 2045 ein klares Ziel für das Ende der fossilen Gasversorgung im Wärmebereich gesetzt ist“, sagt Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Sie kritisiert aber fehlende Anreize zum Markthochlauf für alle grünen Gase und betont die Notwendigkeit, den Handel mit gefälschten Zertifikaten zu verhindern: „Wichtig wird bei der Ausgestaltung sein, dass ausschließlich auf tatsächlich grüne Gase abgestellt wird, sonst ist auch bei einer Quote von 100 Prozent Klimaneutralität nicht gegeben.“ Dabei müsse die Quote sowohl Anreize für grünen Wasserstoff als auch eine langfristige Perspektive für Biomethan bieten und gegen einen Handel mit gefälschten Zertifikaten abgesichert werden.
DUH: Pläne klimapolitisch wirkungslos
Deutlich schärfere Kritik kommt von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Sie nannte die Pläne „klimapolitisch wirkungslos“. Durch die Möglichkeit des Borrowings sei die Quote kaum verbindlich. „Völlig absurd ist zudem, dass ein bunter Mischmasch an vermeintlich ‚grünen‘ Gasen als klimaneutral gelten soll, obwohl bei der Herstellung von Biomethan erhebliche Treibhausgasemissionen entstehen können“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Sie kritisierte zudem, dass es keine Erklärung dazu gebe, wie Mieter, die keinen Einfluss auf die Heiztechnik haben, vor steigenden Heizkosten geschützt werden sollen. „‚Grünes Gas‘ soll die Gasheizung retten, bezahlen sollen das die Menschen, profitieren wird vor allem die Gaswirtschaft“, so Metz.