Alle reden von der Wärmewende, seit Jahren. Aber so richtig geht sie nicht voran. Die Wärmepumpe braucht enorme Förderung, um ihren Marktanteil zu steigern. Viele Kommunen setzen auf Fernwärme – obwohl sie bereits heute wissen, dass dieser veraltete Ansatz der zentralen Wärmeversorgung das nächste Millionengrab sein wird.
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Nur die dezentrale Wärmewende bietet die Aussicht, die Kosten für die Versorgung mit Warmwasser und Heizwärme zu senken. Gepaart mit Sonnenstrom von Dach und Fassade sowie mit leistungsstarken Stromspeichern gehört die Zukunft der E-Wärme. Elektrische Heiztechnik nutzt Solarstrom und dynamische Stromtarife aus, um die Wärmeversorgung zu überschaubaren Kosten zu ermöglichen.
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Erprobte Produkte – Made in Europe
Dafür hält der Markt erprobte Produkte bereit – Made in Europe. „Wir haben schon Ende 2017 begonnen, Komponenten für Power to Heat zu entwickeln, parallel zu unserem Standardsortiment und unserer OEM-Fertigung“, erzählt Andres Pirner, der seitdem bei der Schweizer Firma Askoma den Vertrieb und das Marketing leitet. „Am Anfang konnten wir unter anderem mit Fronius gute Entwicklungen beginnen, mit dem Askoheat OP. „Parallel haben wir mit der technischen Hochschule in Biel die Entwicklung eines Energiemanagementsystem begonnen.
Daraus wurde der Askoheat plus entwickelt. Er ist zweiteilig mit Display, als Einschrauber für anderthalb Zoll und Flansch mit 180 Millimeter Anschluss geeignet. Die Heizstäbe von Askoma werden in Stufen geregelt. Zur Auswahl stehen drei- bis siebenstufige Heizeinsätze mit 1,75 bis neun Kilowatt.
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Auch fürs Gewerbe und die Landwirtschaft
Beim Besuch in Bützberg (bei Langenthal) in der Nähe von Olten wird deutlich, dass es sich um hochwertige Produkte handelt, die umfangreich getestet werden. Sie sind mit elektronischen Steuerungen ausgestattet, um beispielsweise dynamische Stromtarife auszunutzen.
Größere Flanscheinsätze mit 240 und 280 Millimetern gibt es von 9.5 bis 20 Kilowatt, sechs- oder 19-stufig. „Somit findet der Privatkunde im Wohnhaus, der Gewerbebetrieb oder Landwirt seine passende Leistungsgröße, je nach Speicher und Größe der Photovoltaikanlage“, erklärt Pirner.
Mittlerweile hat Askoma die Vielfalt seiner Produkte reduziert, um die Kosten zu senken und die Stückzahlen zu steigern. „Nun fertigen wir ausschließlich den Askoheat plus 2.0. Er löst den bekannten Askoheat plus ab. Die Askowall plus in der 2.0 Version ist noch einfacher zu montieren.“
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Solarstrom direkt nutzen
2025 wurde der neue Askoheat DC vorgestellt. Er kommt für die direkte Verbindung zum Solarmodul ohne Wechselrichter zum Einsatz. Der Sonnenstrom (DC) fließt direkt in die Wärme, ohne Umweg durch das AC-Netz im Gebäude. Auf diese Weise kann man die Solaranlage ohne Netzanfrage und ohne Anmeldung bei der Bundesnetzagentur bauen und betreiben. Einfacher geht es kaum.
Solche E-Heizstäbe erweitern die Möglichkeiten, die der Installateur seinen Kunden anbieten kann. Sie lassen sich mit Gasthermen und Ölkesseln kombinieren, denn sie werden in den Warmwasserspeicher oder in den Heizungspuffer eingeschraubt. Solange ausreichend Sonnenstrom anliegt, wird die Wärme elektrisch erzeugt. Die fossilen Brenner bleiben aus, kommen erst in Spiel, wenn es knackig kalt wird.
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My-PV regelt Heizstäbe stufenlos
Ein zweiter, wichtiger Anbieter von einschraubbaren Heizstäben ist die Firma My-PV mit Sitz in Neuzeug, Pionier der solarelektrischen Wärmewende aus Oberösterreich. Anders als bei Askoma sind die Heizstäbe stufenlos regelbar. Erst unlängst wurde ein 180 Quadratmeter großes Wohnhaus im Schwarzwald komplett ausgestattet.
Hier wurde die Photovoltaikanlage mehrmals erweitert und das Heizsystem so gebaut, dass es viele Monate ausgeschaltet bleibt. Denn die gesamte Wärme wird durch Sonnenstrom erzeugt.
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Dazu wurden zwei Solarfelder installiert: Eine netzgekoppelte Anlage mit knapp 27 Kilowatt, die einen Batteriespeicher (Sonnen) mit 22 Kilowattstunden speist. Diese Anlage wurde gen Süden und nach Ost-West auf unterschiedlichen Dachflächen montiert. (HS, gekürzt)
Dieser Report erschien im Märzheft der photovoltaik, das sich der E-Wärme und Winterstrom widmet. Wir haben ihn für Sie freigestellt. Hier können Sie den Artikel in voller Länge lesen.
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