Nach langen Beratungen hat Sachsenenergie beschlossen, das Pumpspeicherkraftwerk (PSW) Niederwartha bei Dresden nicht zu sanieren und wieder in Betrieb zu nehmen. Es habe keine Zukunft in Dresdens Energieinfrastruktur, teilt der Versorger nach einer Expertenanhörung zur künftigen Nutzung des PSW mit. Laut den Experten wäre eine Wiederaufnahme des Betriebs als Stromspeicher wirtschaftlich unverantwortlich und in einem hohen Maß ineffizient.
Alle Optionen geprüft
Das einst von Vattenfall betriebene Pumpspeicherwerk liegt schon seit 2023 Jahren still, nachdem es 2002 vom Elbehochwasser stark beschädigt wurde und die veraltete Anlagentechnik grundlegend saniert hätte werden müssen. Danach hatte die Sachsenenergie alle infrage kommenden Optionen für die betriebliche Nachnutzung des Speichers bereits intensiv geprüft.
Batteriespeicher sind besser geeignet
Neben einer Sanierung der Anlagentechnik und der Bauwerke stand auch ein Neubau zur Debatte. „Unter Beachtung des Denkmalschutzes müssten über 245 Millionen Euro aufgebracht werden für einen vergleichsweise ineffizienten Speicher mit geringem Wirkungsgrad“, fasst Sachsenenergie die Ergebnisse der Untersuchungen und Berechnungen zusammen. Ein moderner Batteriespeicher sei technisch grundsätzlich für die Speicherung des Stroms aus erneuerbaren Quellen besser geeignet – und zudem wirtschaftlicher, lautet die Einschätzung der Experten. „So bedauerlich es ist, ein bestehendes Pumpspeicherwerk weder erhalten noch wirtschaftlich ertüchtigen zu können: Eine Wiederaufnahme des Betriebs würde unter den aktuellen Rahmenbedingungen keinen verantwortungsvollen Einsatz der Mittel unserer Kunden und Anteilseigner darstellen – insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten technologischen Entwicklungen“, betont Axel Pechstein, Leiter des Bereichs Kraft und Wärme bei Sachsenenergie.
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Geringe Fallhöhe bei langer Leitung
Die Unwirtschaftlichkeit liegt aber nicht am Konzept des Pumpspeicherwerks selbst, sondern an den ungünstigen topographischen Bedingungen in Niederwartha. Denn dort beträgt die Fallhöhe des Wassers magere 140 Meter. Gleichzeitig sind die Triebwasserleitungen mit 1,8 Kilometern extrem lang. Dieses ungünstige Verhältnis von geringer Fallhöhe und langer Triebwasserleitung vermindert den Wirkungsgrad der Anlage massiv auf nur 70 Prozent – selbst bei Einsatz modernster Maschinentechnik. Zum Vergleich: Ein moderner Batteriespeicher kommt auf eine Effizienz von rund 90 Prozent. Dieses Missverhältnis würde den riesigen Aufwand der Ertüchtigung oder eines Neubaus nicht wieder einspielen. Zudem würde die Sanierung oder der Neubau des Pumpspeichers das Doppelte von dem kosten, was für den Bau eines neuen Batteriespeichers mit modernen Technologien nötig wäre.
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Keine Anbindung ans Übertragungsnetz
Zudem wurde die Anbindung an das Übertragungsnetz nach dem Hochwasserschaden im Jahr 2002 zurückgebaut und es besteht in dem Überschwemmungsgebiet, in dem die Leitungen stehen müssten, weiterhin immense Hochwassergefahr. Sachsenenergie bemängelt auch die regulatorischen Rahmenbedingungen für Speicher. Die Wirtschaftlichkeit wird auch durch die Doppelbelastung mit Steuern, Abgaben und hohen Netzentgelten beeinträchtigt.