Für den geplanten Batteriespeicher in Waltrop in Nordrhein-Westfalen mit 900 Megawatt installierter Leistung liegen nun alle Genehmigungen vor. Das teilten die Projektpartner mit. Der Hamburger Asset Manager Luxcara, die Schweizer BKW und die Stadtwerke-Kooperation Trianel investieren gemeinsam einen dreistelligen Millionenbetrag in das Vorhaben.
BNetzA: Ausschreibung von Solarparks deutlich überzeichnet
Konkret hat die Bezirksregierung Recklinghausen die bundesimmissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Bau des Umspannwerks abschließend erteilt. Anfang des Jahres lag bereits eine vorläufige Genehmigung vor. Das Umspannwerk bildet die technische Schnittstelle zur Einspeisung des gespeicherten Stroms in das Übertragungsnetz. Zudem hat die Stadt Waltrop den Bau der einzelnen Batteriespeichersysteme genehmigt. Der zugehörige Bebauungsplan war bereits 2025 in Kraft getreten.
Streit um Netzentgelte verunsichert Investoren
„Wir freuen uns, dass wir dank der konstruktiven Zusammenarbeit mit den Behörden nun alle Genehmigungen in den Händen halten und in die nächste Planungsphase einsteigen können“, sagt Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung von Trianel. Einzig der unklare regulatorische Rahmen bremse noch aus. „Die Diskussion um rückwirkende Netzentgelte für Speicher sorgt für erhebliche Verunsicherung bei allen Marktteilnehmern“, mahnt Becker.
BVES fordert eigenständiges Netzanschlussverfahren für Energiespeicher
Hintergrund ist, dass die Bundesnetzagentur derzeit an einem neuen Netzregime arbeitet. Dabei prüft sie, die aktuell gültige Netzentgeltbefreiung für Speicherprojekte aufzuheben, die bis August 2029 ans Netz gehen. „Tiefgreifende Änderungen in ein bestehendes Regime benötigen zwingend eine Übergangsregelung“, fordert Becker. Für Projekte mit hohem Reifegrad und bereits getätigten Investitionen müsse ein angemessener Vertrauensschutz gelten.
Netzanschlusszusage von Amprion
Das Projekt steht nach Angaben der Partner kurz vor der Investitionsentscheidung. Der Batteriepark Waltrop verfügt über eine gesicherte Fläche sowie über eine Netzanschlusszusage des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Die Ausschreibungen für die Großkomponenten laufen, erste Verträge sind unterzeichnet. Der Baubeschluss soll laut Unternehmen kurzfristig erfolgen. (nhp)
Weitere aktuelle News? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!