Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat seinen Energiewende-Monitor für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Das Fazit: Die Energiewende macht Fortschritte, aber in zentralen Bereichen fehlt das Tempo.
AEE veröffentlicht Hinweise zur Vermarktung von Solarstrom an die Nachbarn
Beim Photovoltaikzubau ist die Dynamik spürbar zurückgegangen. Zwar liegt die installierte Leistung noch über dem gesetzlichen Ausbaupfad. Das Ausbautempo erreichte zuletzt aber nur noch knapp 80 Prozent des künftig erforderlichen Tempos – nach knapp 90 Prozent im vorangegangenen Halbjahr. Den Vorsprung auf den Zielpfad könnte die Photovoltaik damit bald verlieren. Auch die Windkraft an Land wächst weiterhin zu langsam.
Wärmepumpen und Elektroautos gewinnen Marktanteile
Im ersten Quartal 2026 war fast jede zweite neu verkaufte Heizung eine Wärmepumpe. Gleichzeitig wurden aber weiterhin viele fossile Heizungen abgesetzt. Knapp jedes vierte neu zugelassene Auto war im ersten Halbjahr 2026 rein batterieelektrisch. Auch bei Nutzfahrzeugen steigen die Anteile. Verbrennungsmotoren dominieren die Neuzulassungen jedoch weiterhin klar.
EWS-Analyse: Schwaches Halbjahr – Nachrüstmarkt wächst
Denn die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr ist ein Schlüssel für das Erreichen der Klimaneutralität. „Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz dürfte den Hochlauf von Wärmepumpen aber kaum beschleunigen, während die Debatte über das Aus vom Verbrenner-Aus die Elektromobilität auszubremsen droht", sagt Wolf-Peter Schill, Leiter des Forschungsbereichs Transformation der Energiewirtschaft im DIW Berlin.
Rekordverluste durch negative Strompreise
Im ersten Halbjahr 2026 kam es in 291 Stunden zu negativen Strompreisen – mehr als im zweiten Halbjahr 2025 mit 184 Stunden, aber weniger als im ersten Halbjahr 2025 mit 389 Stunden. Die rechnerischen Verluste der Stromerzeugung in diesen Stunden erreichten mit rund 430 Millionen Euro einen Rekordwert.
Thorsten Blanke von Belectric: „Batterien helfen, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern“
Mittags drückt hohe Solarstromerzeugung die Preise stark nach unten, abends steigen sie. Das zeigt: Speicher und andere Flexibilitätsoptionen wachsen nicht im gleichen Tempo wie die Erzeugung aus Wind und Solar.
Großbatterien wachsen – Netzanschlüsse bremsen
Positiv entwickelt sich der Markt für stationäre Großbatteriespeicher. Ihr Zubau hat sich gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr laut DIW-Angaben fast verdoppelt. Die insgesamt am Netz befindliche Speicherkapazität stieg innerhalb von sechs Monaten um die Hälfte. Der Ausbau könnte nach Einschätzung der Forscher deutlich schneller erfolgen, wenn Netzanschlüsse zügiger bereitgestellt würden. (nhp)
Weitere aktuelle News? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!