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Neues Vermarktungsmodell für Kleinanlagen macht Einspeisevergütung überflüssig

Wenn die Netzbetreiber nicht vorwärts kommen, übernimmt die Vermarktung von Strom aus Kleinanlagen die wettbewerblich orientierte Energiewirtschaft. So hat der Ökoenergievermarkter Rabot Energy zusammen mit dem Energiemanagementanbieter Clever-PV und dem Messstellenbetreiber Inexogy ein Modell entwickelt, um Strom aus kleinen privaten Solaranlagen zu vermarkten. Die vollintegrierte Lösung zur Direktvermarktung soll mit dem Inkrafttreten des novellierten EEG verfügbar sein, kündigen die Partner an.

Alle Schritte der Direktvermarktung abgedeckt

Die drei Unternehmen decken gemeinschaftlich alle Schritte ab, die Hauseigentümer und Investoren für den Einstieg in die Photovoltaik benötigen. So wird Rabot Energy als Energielieferant die Vermarktung der eingespeisten Strommenge an der Strombörse übernehmen. Das Unternehmen zahlt die erzielten Erlöse an die Kund:innen aus. Clever-PV wiederum sorgt dafür, dass diese Erlöse möglichst hoch ausfallen. Dazu wird eine Software Speicher, Wärmepumpen und Wallboxen so steuern, dass die Einspeisung in Stunden mit hohem Marktwert verschoben und bei negativen Börsenstrompreisen gedrosselt wird.

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Inexogy stellt als wettbewerblicher Messstellenbetreiber das intelligente Messsystem bereit. Dies ist unabhängig vom Netzgebiet möglich, und kann online mit nur wenigen Angaben bestellt werden. Damit falle eine der größten Hürden für die Direktvermarktung kleiner Anlagen weg: die bislang begrenzte Verfügbarkeit intelligenter Messsysteme, betonen die Projektpartner. „Entscheidend dafür, dass das EEG 2027 nicht zu einem Einbruch des Photovoltaikmarktes führt, ist ein unkomplizierter Einstieg in die Direktvermarktung – auch für Anlagen unter 25 Kilowatt. Dafür liefern wir die Messtechnik, etablierte Prozesse und die API-Schnittstelle, über die Clever-PV automatisiert auf die Messwerte zugreift“, erklärt Jonas Heumannskämper, Key Account Manager bei Inexogy.

Batteriespeicher wird Schlüssel zur Direktvermarktung

Voraussetzung ist allerdings die Integration eines Batteriespeichers. Denn dieser übernimmt eine Schlüsselrolle im gesamten Geschäftsmodell. Dieser wird dann vom Energiemanagement das ganze Jahr über mit saisonal unterschiedlicher Strategie betrieben. Im Sommer wird er auf Eigenverbrauch hin optimiert. Dabei fließt überschüssiger Sonnenstrom gezielt in den Stunden mit dem höchsten Marktwert ins Netz. Im Winter dreht sich die Logik um. Der Speicher lädt in Stunden mit niedrigen oder negativen Börsenstrompreisen günstig aus dem Netz und versorgt den Haushalt, wenn Strom teuer ist.

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So verdiene die Batterie auch in den dunklen Monaten Geld, statt ungenutzt im Keller zu stehen, beschreiben die Partner einen entscheidenden Hebel zur Wirtschaftlichkeit. „Das Ende der Einspeisevergütung ist kein Grund, ein Solarprojekt aufzugeben, wir vermarkten den Strom an der Börse und geben die Erlöse weiter“, sagt Jan Rabe, Geschäftsführer von Rabot Energy. „Auch der Batteriespeicher bleibt so das ganze Jahr wirtschaftlich im Einsatz – im Sommer für den Eigenverbrauch, im Winter zur Vermarktung an der Börse.“

Auch für Bestandsanlagen möglich

Die Anlagenbetreiber benötigen neben der Solaranlage, dem Speicher und dem intelligenten Messsystem keine zusätzliche Hardware. Das System steht auch Betreibern von Bestandsanlagen offen. Interessenten verbinden einfach ihre bestehenden Anlagen mit Clever-PV – ohne weiteren Umbau. Die Optimierung läuft danach automatisch im Hintergrund. Die Anlagenbetreiber müssen sich nicht um die Börsenkurse kümmern oder manuell nachsteuern.

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White-Label-Produkt angekündigt

Nachdem das neue EEG in Kraft getreten ist, werden die Partner den Tarif aktiv anbieten. Die Lösung wird auch als integriertes White-Label-Produkt verfügbar sein, mit dem Installateure, Dachpartner und andere Stromversorger ebenfalls in die Direktvermarktung von Kleinanlagen einsteigen können.