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Baustart für hochgradig energieautarke Mehrfamilienhäuser im Erzgebirge

Im Erzgebirge geht die Wohnungsgenossenschaft Schwarzenberg neue Wege beim Bauen, Heizen und Vermieten. Trotz des hohen Leerstands in der südlich von Chemnitz gelegenen Stadt baut sie drei Mehrfamilienhäuser, die durch ihre hohe Energieautarkie zahlreiche Vorteile für Mieter, Vermieter und das Klima haben werden.

Video-Podcast: Hochgradig energieautarke Wohngebäude mit Timo Leukefeld

Der Schlüssel ist das vollelektrische solare Energiekonzept, das auf Solarmodulen auf Dächern und an den Fassaden, Batteriespeichern und hocheffizienten Infrarotheizungen basiert. Die Planung stammt von Professor Timo Leukefeld und dem Autarkie-Team aus Freiberg/Sachsen. „Wir waren sofort begeistert von dem völlig neuen Ansatz“, sagt Enrico Schaarschmidt, Vorstandsvorsitzender der WG Schwarzenberg. „Wir betrachten die Häuser als Ergänzung im Wohngebiet Sonnenleithe. Damit machen wir das Wohngebiet zukunftsfähig und wieder interessant.“

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Pauschalmiete mit Energieflatrate

Viel verspricht er sich von der Pauschalmiete mit Energieflatrate im hochwertigen Wohnraum. Die auf anfänglich fünf Jahre garantierte Pauschalmiete inklusive aller Wohn- und Nebenkosten schützt die Mieterinnen und Mieter vor explodierenden und unkalkulierbaren Ausgaben. Ermöglicht wird die Pauschalmiete durch hohen Solarertrag.

Auf und an jedem Haus werden Solarmodule mit knapp 80 Kilowatt Leistung installiert. Strom, der nicht direkt verbraucht werden kann, wird im Batteriespeicher zwischengespeichert. Der selbst erzeugte Solarstrom ist nicht nur deutlich günstiger als Strom vom Energieversorger, sondern garantiert langfristig planbare Energiekosten.

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Unter einem Euro je Quadratmeter und Monat

 Leukefeld und sein Autarkie-Team haben kalkuliert, dass die Gesamtenergiekosten für Heizung, Warmwasser, Haushalts- und Allgemeinstrom bei circa 95 Cent je vermietbarem Quadratmeter und Monat liegen werden. „Bei ähnlichen Neubauwohnungen, die nicht hochgradig energieautark sind, belaufen sich diese Kosten auf 2,50 bis 4,00 Euro je Quadratmeter und Monat“, rechnet Leukefeld vor. Dieser Betrag beinhaltet auch die Abrechnungskosten für die Heizkosten und Grundgebühren für Stromzähler, die bei einer Pauschalmiete entfallen.

Gebäudemodernisierungsgesetz erleichtert Einbau von Infrarotheizungen

Enttechnisierung spart Kosten

Die einfachen Systeme für Raumheizung und Warmwasser sparen erhebliche. Anstelle einer wasserführenden Heizung werden elektrische Infrarotheizungen eingebaut. Die wartungsfreien Infrarotheizgeräte, die eine garantierte Lebensdauer von 30 Jahren haben, werden an die Raumdecken montiert und einfach an Stromleitungen angeschlossen. Rohre für die Wärmeverteilung sind nicht nötig.

Das Wasser zum Trinken und Duschen wird dezentral mit Autarkie-Boilern erwärmt, die eigens für hochgradig energieautarke Häuser entwickelt wurden. Ein Autarkie-Boiler hat zwei Heizstäbe, von denen einer für die Nutzung von Solarstrom reserviert ist. So wird der Bedarf an Strom aus dem Netz für die Warmwasserbereitung reduziert.

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Legionellenprüfung entfällt

Durch dezentrale Trinkwassererwärmung entfällt außerdem die jährliche Legionellenprüfung, was weitere Kosten spart. „Da der Energiebedarf für die Raumheizung in gut gedämmten neuen Gebäuden deutlich geringer ist als in älteren Gebäuden, steckt in der Warmwasserbereitung heute ein größeres Potenzial für die Einsparung“, erklärt Leukefeld. „Dieser Energiebedarf ist jetzt anteilig höher. Deshalb werden mit smarter Technik mehr Geld und Energie eingespart.“

Einsparpotenzial gab es auch durch die Planung von drei Häusern. Im Detail musste lediglich das erste geplant werden. Die anderen beiden Mehrfamilienhäuser in Schwarzenberg werden baugleich und mit gleicher Energietechnik errichtet.

Großzügige Drei- und Vier-Raum-Wohnungen mit 85 bis 104 Quadratmetern Wohnfläche wurden geplant. Zudem gibt es eine Maisonettewohnung für ein bis zwei Personen mit 74 Quadratmetern Wohnfläche in jedem Haus. (HS)