Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search

Fünfjährige Studie belegt Feldlerchen-Zunahme in hessischem Solarpark

Enerparc hat über einen Zeitraum von fünf Jahren die Entwicklung der Feldlerchenpopulation im 55 Hektar großen Freiflächensolarpark Lauterbach in Hessen dokumentiert. Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg von vier Feldlerchenrevieren vor Projektbeginn auf rund 20 Reviere nach Abschluss der Bauarbeiten. Die Daten wurden durch ein beauftragtes Planungsbüro sowie zwei unabhängige KI-gestützte Monitoring-Systeme erfasst.

Lesen Sie mehr zu Vorschlag des Umweltbundesamtes zu naturverträglicher Agri-PV.

Das Planungsbüro Plan Ö führte bereits 2018 und 2019 vor dem Bau des Solarparks erste Kartierungen durch. Ab 2022, nach Abschluss der Bautätigkeit, folgten jährliche Untersuchungen der Fläche. Neben der Feldlerche nutzen weitere gefährdete Arten wie Steinschmätzer, Wachtel, Schwarz- und Braunkehlchen sowie verschiedene Eidechsenarten den Solarpark als Nahrungshabitat. Die ehemals intensiv genutzte Ackerfläche hat sich damit zu einem artenreichen Lebensraum entwickelt.

Mehr zu Artenschutz und Windkraft finden Sie hier.

KI-Systeme ergänzen klassische Methoden

Im Jahr 2025 setzte Enerparc zusätzlich zwei KI-gestützte Biodiversitäts-Monitorings der Anbieter Hula Earth und Avicon ein. Beide Systeme bestätigten unabhängig voneinander die positive ökologische Entwicklung der Fläche. Strategisch platzierte akustische Sensoren zeichneten kontinuierlich die Geräuschkulisse auf. Durch KI-basierte Auswertung und Triangulation konnten Vogelarten identifiziert, Reviermittelpunkte präzise verortet und Aktivitätszonen innerhalb der Anlage sichtbar gemacht werden.

Damit Sie immer auf dem Laufenden bleiben: Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter.

Die Kombination aus klassischer Kartierung und KI-gestützten Verfahren ermöglicht eine kontinuierliche und vergleichbare Datenerhebung. Der Feldversuch gilt in Deutschland als bislang einzigartig und könnte neue Maßstäbe für die naturschutzfachliche Begleitung von Solarparks setzen.

Daten für Planungsentscheidungen

„Wir erleben aktuell in einigen Gemeinden Deutschlands die Forderung nach immer größeren Ausgleichsflächen – oft aus der Annahme heraus, Solarparks würden Feldlerchen schaden. Die Daten aus Lauterbach widerlegen diese Vermutung eindeutig: Die Feldlerche profitiert, wenn Planung und Pflege stimmen. Genau solche belastbaren Ergebnisse brauchen Länder, Kommunen und Behörden für ihre Entscheidungen“, erklärt Fabian Schmalz, Leiter Umweltplanung bei Enerparc.

Die Ergebnisse könnten die Diskussion um Ausgleichsmaßnahmen bei Solarpark-Projekten beeinflussen. Bisher fordern einige Gemeinden umfangreiche Ausgleichsflächen, da sie negative Auswirkungen auf die Feldlerchenpopulation befürchten. Die Langzeitdaten aus Lauterbach zeigen jedoch, dass sich bei entsprechender Planung und Pflege die Population auf der Fläche selbst erhöhen kann.

Enerparc betreibt weltweit mehr als 750 Solaranlagen mit einer Leistung von über 5.500 Megawatt. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung über den Bau bis zum Betrieb und zur Stromvermarktung ab. Mit dem Pilotprojekt in Lauterbach verbindet der Betreiber die Entwicklung von Solarparks mit langfristiger ökologischer Begleitforschung.