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Eric Hermann von IBC Solar: „Größere Module erlauben weniger Toleranzen“

Welche Montagesysteme nutzen Sie in der Freifläche?

Eric Herrmann: In der Freifläche setzen wir auf ein bestehendes Partnernetzwerk von Lieferanten und arbeiten aktuell ausschließlich mit deutschen Lieferanten zusammen. Das Gestellsystem wird oft lapidar als gekanteter Stahl abgetan, aber am Ende ist es die Verbindung zwischen Untergrund und Modulen, die über 20, 25 oder sogar 30 Jahre zuverlässig funktionieren muss.

Die Module werden immer größer, die Rahmen immer dünner. Welche Probleme entstehen dadurch bei der Klemmung?

Sie haben die beiden Effekte beschrieben, die wir seit Jahren sehen: Die Module werden einerseits immer größer und andererseits werden die Rahmen immer dünner. Das heißt, die Anforderung an das Rahmendesign steigt. Wie das Aluprofil im Inneren ausgeführt ist, ist deutlich komplexer als früher. Denn die geringere Rahmenhöhe muss mit einer besseren Steifigkeit kompensiert werden.

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Warum?

Die Abstände zwischen den Klemmpunkten werden bei größeren Modulen entsprechend auch höher. Dies hat zur Folge, dass, wenn sich ein größeres Modul durchbiegt, dies deutlich schneller aus einer Klemme herausrutschen kann als ein kleineres Modul der Vergangenheit. Der Klemmbereich selbst wird dadurch weniger flexibel. Die Modulhersteller sind auch weniger offen, Sonderklemmungen oder Sonderfreigaben zuzulassen.

Was ist die Konsequenz?

Man muss sehr genau darauf achten, dass man die Klemmbereiche gemäß Installationsanleitung einhält. Denn ausschließlich diese Bereiche wurden auch von den Herstellern getestet und freigegeben. Am Ende muss das Klemmmaß, also die Fläche, die die Klemme auf dem Rahmen überlappt, maximal groß sein.

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Kann der Monteur das Herausrutschen nicht einfach durch ein höheres Drehmoment an der Klemme verhindern?

Nein. Ein höheres Drehmoment wäre sogar kontraproduktiv. Denn die Verbindungen zwischen Schraube und Mutter sind für ein bestimmtes Drehmoment ausgelegt. Sobald der Monteur dieses überschreitet, kann das Gewinde der Schraube oder der Mutter beschädigt und sogar zerstört werden. Dann ist die Steifigkeit dieser Verbindung nicht mehr gegeben. Im schlechtesten Fall fällt dies jedoch bei der Montage nicht auf und es ist dann gar keine tragende Verbindung mehr vorhanden. Dies hat zur Folge, dass die Verbindung beim ersten Lastfall brechen könnte.

„Wir sind bei den Grenzkosten angekommen"

Eine Herausforderung bei der Klemmung ist auch die Erdung. Denn diese Klemmen drücken anders auf die Modulrahmen als die normalen Klemmen. Wie stellen Sie die Erdung der Module in der Freifläche sicher?

Das ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Generell sind wir im Schutzklasse-2-Bereich, der nicht zwingend geerdet werden muss. Aber gerade bei der aktuellen Topcon-Technologie gibt es die Notwendigkeit einer Erdung aufgrund eines erhöhten Risikos von potenzialinduzierter Degradation, also PID. Wir gleichen dann immer ab, was in der Installationsanleitung gefordert wird und wie wir das umsetzen können. Es gibt Erdungspins, es gibt Klemmen mit einer kompletten Riefe über die gesamte Klemmenlänge, und es gibt spezielle Klemmen aus anderen Bereichen, die das Eloxal ankratzen, um die Modulerdung zu realisieren. Wir müssen immer sicherstellen, dass das mit den Vorgaben des Modulherstellers konform ist. Denn es gibt Modulhersteller, die bestimmte Lösungen ablehnen. Man kann also nicht jedes Modul mit jeder Unterkonstruktion kombinieren.

Das Interview führte Sven Ullrich