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Zahlen des Monats: Batteriespeicher in Deutschland

Der Markt für stationäre Batteriespeicher in Deutschland ist in den vergangenen drei Jahren stark gewachsen und hat sich zugleich strukturell verändert. 2023 dominierte noch klar der Heimspeicher. Am Ende des Jahres waren damals bundesweit mehr als 1,1 Millionen Batteriespeicher installiert; auf das Heimsegment entfielen rund 83 Prozent der Kapazität [1]. 2024 stieg die kumulierte Speicherkapazität auf 17,7 bis 19 GWh (je nach Auswertung schwankt diese Zahl geringfügig [2][3]).

Heimspeicher bleiben das Fundament

Die breite Basis des Marktes bilden weiterhin Heimspeicher. Ende 2024 waren bereits rund 1,8 Millionen Systeme mit zusammen 15,4 GWh installiert [3]. Bei neuen PV-Anlagen auf Wohngebäuden lag der Speicheranteil bereits bei rund 80 Prozent [3]. Heimspeicher sind damit vom Zusatzprodukt zum Standard geworden. Sie erhöhen den Eigenverbrauch, verschieben Solarstrom in die Abendstunden und stabilisieren den Ausbau dezentraler PV.

2025 verschieben sich die Gewichte

2025 wurde aus dem stark privat geprägten Markt ein breiterer Flexibilitätsmarkt. Laut BSW-Solar kamen knapp 600.000 neue stationäre Batteriespeicher mit rund 6,5 GWh hinzu [4]. Die Nachfrage nach Heimspeichern ging dabei leicht zurück, während Gewerbespeicher um rund 30 Prozent zulegten und sich der Markt für neu installierte Großspeicher mehr als verdoppelte [4]. Das Fraunhofer ISE bezifferte die insgesamt installierte Batteriespeicherkapazität Anfang 2026 auf knapp 25 GWh; die Kapazität der Großbatteriespeicher war 2025 von 2,3 auf 3,7 GWh gestiegen [5].

Dynamische Entwicklung bei den Großspeichern

Im ersten Quartal 2026 setzte sich diese Entwicklung fort. In Deutschland wurden mehr als 2 GWh neue Speicherkapazität in Betrieb genommen, rund 67 Prozent mehr als im Vorjahresquartal [6]. Der Gesamtbestand stieg damit auf etwa 28 GWh und rund 2,5 Millionen Anlagen. Besonders dynamisch entwickelte sich das Großspeichersegment: Der Zubau lag hier bei über 1 GWh und damit rund 270 Prozent über dem Vorjahreswert. Gewerbespeicher legten ebenfalls zu, während Heimspeicher nur das Vorjahresniveau hielten.

Vom Eigenverbrauch zur Systemfunktion

Mit dieser Verschiebung verändert sich auch die Rolle der Speicher. Heimspeicher bleiben wichtig für Eigenverbrauch und Lastverschiebung im Gebäude. Gewerbe- und Industriespeicher gewinnen an Bedeutung, weil sie Lastspitzen kappen, Ladeinfrastruktur integrieren und den Strombezug optimieren. Großspeicher übernehmen zunehmend systemische Aufgaben.

Nach Battery Charts steigt in diesem Segment die typische Speicherdauer von etwa einer auf zwei und mehr Stunden [7]. Zugleich wachsen Anwendungen im Stromhandel, im Regelenergiemarkt sowie in der Kopplung mit PV- und Windparks. Fraunhofer ISE nennt zudem sinkende Batteriepreise und hohe untertägige Strompreisschwankungen als wichtige Treiber [5].

Engpass Netzanschluss

Wie groß die Erwartungen an das Segment inzwischen sind, zeigt die Projektpipeline. Die Bundesnetzagentur registrierte für 2024 insgesamt 9.710 Anschlussanfragen für Batteriespeicher ab der Mittelspannungsebene mit einer geplanten Kapazität von rund 661 GWh; Anschlusszusagen wurden für rund 46 GWh erteilt [8]. Das ist nicht mit realisierten Projekten gleichzusetzen, verweist aber auf einen klaren Engpass: weniger bei der Investitionsbereitschaft als bei Netzanschluss, Verfahren und Regulierung.

Ausbauphase erst am Anfang

Der deutsche Speichermarkt ist damit in eine neue Phase eingetreten. Heimspeicher bleiben die mengenmäßige Basis, Gewerbespeicher wachsen kontinuierlich, und Großspeicher werden 2026 zum Taktgeber des Marktes. Das Fraunhofer ISE sieht bis 2030 je nach Szenario einen Speicherbedarf von 100 bis 170 GWh [5]. Gemessen an heute rund 28 GWh zeigt sich: Der Markt ist stark gewachsen, die eigentliche Ausbauphase steht aber noch bevor. si

Literatur und Quellen

[1] Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (2024): „Kurzstudie: Zuwachs von Batteriespeichern und Balkon-PV in Deutschland“

[2] Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (2025): „Öffentliche Strom­erzeugung 2024: Deutscher Strommix so sauber wie nie“

[3] Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) (2025): „Statistical data on the German Solar Battery Storage and E-mobility Market“, Stand Ende 2024

[4] Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) (2026): „Batteriespeicherkapazität binnen 4 Jahren verfünffacht“, 12.1.2026

[5] Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (2026): „Öffentliche Strom­erzeugung 2025: Wind und Solar erstmals als Doppelspitze“

[6] Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) (2026): „Rekordzubau bei Batteriespeichern“, 3.5.2026

[7] Battery Charts / RWTH Aachen, Daten zu stationären Batteriespeichern in Deutschland, abgerufen am 26.5.2026

[8] Bundesnetzagentur (2025): „Bundesnetzagentur veröffentlicht Zahlen für 2024 zu Anschlussanfragen und -zusagen für Batteriespeicher“, 12.11.2025

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