Abspecken, leichter werden, schmalere Gläser und Rahmen: Immer mehr Module müssen in den Container passen, damit die Transportkosten sinken. Leider zeigt sich oft erst nach Jahren im Betrieb, ob die Module halten, was sie versprechen.
Die Branche sollte gewarnt sein: Am Beispiel der rissigen Rückseitenfolien hat sich bereits einmal gezeigt, welche Folgen der enorme Kostendruck haben kann. In der Krise von 2011 und 2012 wurden sehr billige, minderwertige Folien in die Module integriert. Nach nur zehn Jahren zeigten sich Risse, mancher Solarpark musste komplett ausgetauscht werden.
Bleiben Sie auf dem Laufenden, melden Sie sich für unseren Newsletter an
Die Modulpreise haben sich zum Ende des Jahres 2025 kaum noch bewegt. Das Niveau ist so niedrig, dass es keinen Spielraum für weiteren Abwärtstrend gibt. Einzelne Ausreißer nach unten resultieren aus Notverkäufen und Lagerbereinigungen, eine Tendenz ist das nicht.
Horrende Verluste der Hersteller
Seit Jahren fahren die chinesischen Modulhersteller horrende Verluste ein. Alle warten auf eine Korrektur der Preise nach oben, sehnen sie herbei. Denn höhere Preise würden höhere Qualität zulassen – und auskömmliche Margen ermöglichen.
Doch in der brutalen Bieterschlacht traut sich niemand, den ersten Schritt zu gehen. Die großen Anbieter aus dem Reich der Mitte sind von Angst getrieben. Von der Angst, mit Blut und Tränen erkämpfte Marktanteile schnell wieder zu verlieren.
EWS-Analyse: Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Geiz ist geil zahlt sich nicht aus
Das chinesische Prinzip ist am Ende: Immer nur billiger zu produzieren, zahlt sich langfristig nicht aus. Denn Modulfabriken lassen sich mit relativ überschaubarem Capex bauen. Sobald die Preise anziehen und neue Fabriken lukrativ werden, dürften neue Werke entstehen – in Europa, mit kurzem Weg zu den Kunden. (HS)
Der Autor: Martin Schachinger ist Elektroingenieur und seit über 20 Jahren in der Photovoltaik aktiv. 2004 gründete er die internationale Online-Handelsplattform PVXchange, über die Großhändler, Installateure und Servicefirmen neben Standardkomponenten für Neuinstallationen auch Solarmodule und Wechselrichter beziehen können, deren Produktion ausgelaufen ist.
Lesen Sie auch:
TÜV Rheinland: Viele Solarmodule leisten weniger als versprochen