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KRITIS auf See: BWO fordert Rücksicht auf maritime Bedingungen

Der Bundesverband Offshore-Windenergie (BWO) hat davor gewarnt, Anforderungen aus dem KRITIS-Dachgesetz 1:1 für die Offshore-Branche zu übernehmen. In einem jetzt veröffentlichten Whitepaper plädiert der Verband dafür, bestehende Strukturen zu berücksichtigen, statt Doppelstrukturen zu schaffen, die schlimmstenfalls in einem niedrigeren Schutzniveau resultierten, wie BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm sagte.

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Anforderungen, die an Land funktionierten, müssen angepasst werden

Der Grund liege in der maritimen Sondersituation, der Offshore-Windparks anders als kritische Infrastrukturen an Land unterliegen, begründet der BWO seinen Vorstoß in einer Presseinformation. Die Parks seien nur bei geeignetem Wetter per Schiff oder Hubschrauber erreichbar und befänden sich in einem Raum, in dem die staatliche Zuständigkeit auf verschiedene Stellen verteilt sei. Anforderungen, die an Land selbstverständlich funktionieren, müssten auf diese Bedingungen übertragen werden, statt sie 1:1 auf See anzuwenden, so der BWO. Diese Besonderheiten müssten bei der Umsetzung des KRITIS-Dachgesetzes berücksichtigt werden.

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BWO: Offshore-Betreiber verfügen bereits über Sicherheitssysteme

Offshore-Windparkbetreiber verfügten zudem bereits über funktionierende Sicherheits- und Managementsysteme, heißt weiter. „Die Offshore-Windbranche bringt sich seit Beginn der Debatte um den Schutz kritischer Infrastruktur kooperativ und proaktiv ein“, betonte Thimm. So leisteten die schon umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der deutschen Energie-Infrastruktur. Das BWO-Whitepaper „Vom Beitrag zum Maßstab: Sektorspezifische Anforderungen in der maritimen Sondersituation“ wolle zeigen, wie diese Strukturen bei der Ausgestaltung der Sicherheitsanforderungen genutzt und gezielt ergänzt werden können, hieß es weiter. Wer die Anforderungen des KRITIS-Dachgesetzes für die Branche konkretisiert, sollte darauf aufbauen, fordert der BWO. Das Gesetz sehe dafür in § 14 ausdrücklich vor, dass Betreiber und ihre Verbände eigene branchenspezifische Standards vorschlagen können.

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30 Betreiberpflichten überprüft

Mit dem Whitepaper bringt der BWO hierzu die maritime Perspektive ein: Für rund 30 Betreiberpflichten wurde geprüft, inwieweit sich bestehende Anforderungen und Erfüllungsmodelle unverändert auf den Offshore-Betrieb übertragen lassen. In den meisten Fällen sei das möglich, wenn insbesondere Reaktionszeiten oder Zugangsbedingungen angepasst würden. Nur in wenigen Fällen brauche es auf See tatsächlich einen anderen Weg.

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