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Vattenfalls „erstes physisches Großbatterie-Portfolio“ mit 286 Megawatt Regelleistung

Von voraussichtlich bereits Januar 2027 an bis 2036 vermarktet Vattenfall die Energie aus vier neu in Betrieb startenden Batteriespeicheranlagen mit zusammen 286 Megawatt (MW) Regelleistung, die ein Batterietechnikunternehmen als Projektpartner installiert. Wie der schwedische Energieversorger Ende September bekannt gab, wird er die Speicher direkt selbst steuern und die Elektrizitätsbewirtschaftung „in seine automatisierten Handels- und Optimierungsprozesse integrieren“. Der schwedische Konzern werde die Speicher „abhängig von den Marktbedingungen“ sowohl zur Lieferung kurzfristig benötigter Ausgleichsenergie an den Großhandelsstrommärkten als auch gemäß dem Bedarf des Netzbetriebs an den Märkten für Regelleistungen einsetzen. Der Bau von drei der vier Batteriespeicheranlagen habe bereits begonnen, teilte Vattenfall mit.

Als Besonderheit wertet Vattenfall das Betriebsmodell und den flexiblen Einsatz der Batterien. Über einen sogenannten Tolling-Vertrag mieten die Stromvermarktungsspezialisten die Speicheranlagen für zunächst eine Laufzeit von zehn Jahren zu einem Fixpreis und betreiben sie auf eigenes wirtschaftliches Risiko. Die Speichertechnik sieht eine hohe Reaktionsfähigkeit vor. So sollen die Batterien sowohl Frequenzschwankungen, als auch kurzfristige Ungleichgewichte im Stromnetz ausgleichen – und dürften dennoch zeitgleich von Stromverbrauchern und Stromvermarktern nachgefragte elektrische Volumen garantieren. Außerdem bindet der Konzern das Batterienportfolio als Bestandtteil seines eigenen Ziels ein, ein Batterieportfolio von künftig zunächst 1,5 Gigawatt zu betreiben.

Die Standorte seien von dem Technologiepartner selbstständig gesichert, ist außerdem zu der Partnerschaft zu erfahren. Und sie befänden sich in verschiedenen der von den vier deutschlandweiten Übertragungsnetzbetreibern betriebenen Regelzonen, heißt es in der Mitteilung.

Bislang projektiert Vattenfall bereits einen eigenen Batteriespeicher am eigenen ehemaligen Atomkraftwerksstandort im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel mit 254 MW und betreibt weitere eigene Batterieanlagen mit zusammen 270 MW beispielsweise in Grünstromparks: auch als Co-Location-Speicher etwa in Photovoltaikfeldern zum Ausgleich der wetterabhängig wechselhaften Einspeisung. Nun erhöht Vattenfall das eigens verfügbare Speichervolumen auf damit 850 MW. Der Konzern werde nach dem Beispiel des jetzt gewählten Betriebsmodells auch auf „zunehmend externe Batteriespeicher“ zugreifen, teilte ein Sprecher ERNEUERBARE ENERGIEN auf Nachfrage mit.

Vattenfall bezeichnete die neue Speicherkapazität in eigener Hand als „erstes physisches Großbatterie-Portfolio in Deutschland“. Sie ändere den bisher üblichen Zugriff des Marktes auf Speicherkapazitäten von Strommarktdienstleistern, die bisher in virtuellen Kraftwerken zum Einsatz kamen.

„Neben erneuerbaren Energien und Stromnetzen werden Batteriespeicher zunehmend zu einem zentralen Infrastrukturbaustein der Energiewende“, sagte Björn Schneegans, Batterie-Zuständiger bei Vattenfall. „Gleichzeitig erleichtern langfristige Offtake-Vereinbarungen die Finanzierung und den Bau von Batteriespeichern in dem Umfang, der für ein dekarbonisiertes, resilientes, sicheres und bezahlbares Stromsystem erforderlich ist.“