Der Anbieter von vertikal aufgeständerten Solaranlagen – hauptsächlich für die Landwirtschaft – startet eine Aktienemission zur Finanzierung des weiteren Wachstums. Insgesamt wirbt das Unternehmen bis zu fünf Millionen Euro ein. Mit der Aktienemission wolle Next2Sun die Umsetzung eigener Solarprojekte sowie die weitere Skalierung seines Geschäftsmodells vorantreiben, teilt das Unternehmen mit.
Zeitpunkt der Stromerzeugung wird relevanter
Der Agri-PV-Anbieter sieht sich dabei in einer hervorragenden Ausgangsposition, um von den strukturellen Veränderungen im Photovoltaikmarkt zu profitieren. „Die Energiewende steht vor einer neuen Phase“, sagt Heiko Hildebrandt, Vorstand von Next2Sun. „Nicht mehr allein die Menge des erzeugten Solarstroms entscheidet über den Erfolg einer Anlage, sondern insbesondere der Zeitpunkt der Erzeugung. Genau hier liegt die Stärke unserer Technologie“, betont er.
Denn während die meisten Solaranlagen ihre Stromproduktion auf die Mittagsstunden konzentrieren, haben die vertikalen bifazialen Solarsysteme von Next2Sun – bei gleich hohem Stromertrag – ihren Produktionsschwerpunkt in den Morgen- und Abendstunden. Dadurch werden gegenüber konventionellen, nach Süden ausgerichteten Freiflächenanlagen höhere Marktwerte erzielt und erlösmindernde Abschaltungen reduziert.
Erlöse steigen gegen den Markttrend
Mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien gewinnt dieser Vorteil zunehmend an Bedeutung und die Technologie kann ihre Wettbewerbsvorteile ausspielen. So sind die Erlöse der Anlagen von Next2Sun am Spotmarkt gegen den Markttrend in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 habe der Vorteil relativ zum Marktwert Solar über 60 Prozent betragen, teilt das Unternehmen mit.
20 Gigawatt mehr Leistung durch Kombination von Solarparks mit vertikalen Anlagen möglich
70 Megawatt für 2027 geplant
Jetzt will Next2Sun das Geschäftsmodell ausbauen und den Zubau weiter beschleunigen. So hat das Unternehmen allein für 2026 eine Pipeline an gebauten und geplanten Projekten im Umfang von 50 Megawatt. Für 2027 erwartet Next2Sun ein Projektvolumen von mehr als 70 Megawatt. Mittelfristig strebt das Unternehmen die Realisierung jährlicher dreistelliger Megawattvolumina an. Dafür wird Kapital gebraucht.
Aus dem Heft: Auf Brachen und Feldern
Phase der Skalierung beginnt
Die Kapitalerhöhung erfolgt als Eigenemission der Aktiengesellschaft. Noch bis zum 4. September 2026 bietet Next2Sun die neuen Aktien den bestehenden Aktionären im Rahmen ihres Bezugsrechts an. Danach können alle interessierten Anleger bis 30. September 2026 direkt bei Next2Sun neue Aktien zeichnen. „Wir haben in den vergangenen zehn Jahren die technologische Grundlage geschaffen. Wenngleich wir dabei bereits ein beeindruckendes Wachstum gezeigt haben, beginnt erst jetzt die Phase der ernsthaften Skalierung“, begründet Sascha Krause-Tünker, Vorstandsmitglied bei Next2Sun, den Schritt des Verkaufs neuer Aktien. „Mit der Kapitalerhöhung wollen wir die Voraussetzungen schaffen, um das enorme Marktpotenzial der vertikalen Photovoltaik konsequent zu erschließen“, betont er. (su)