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Speicherinstallation: Altes Industriegelände wird Teil der Energiewende

Der Anbieter und Projektierer von Gewerbe- und Industriespeichern Voltfang baut auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik von Philips in Aachen einen großen Batteriespeicher. Noch bis vor wenigen Jahren fertigte der Elektrogerätehersteller hier seine Produkte. Jetzt entsteht hier ein Speicher mit einem Fassungsvermögen von 21 Megawattstunden. Diese Energie kann die Anlage über zwei Stunden lang mit einer Leistung von zehn Megawatt für die Stabilisierung des regionalen Netzes bereitstellen.

Anschluss ans Umspannwerk vorhanden

Möglich macht das ein neuer Anschluss an das bestehende Umspannwerk auf dem Gelände. Die dafür nötige Leistung wurde durch den Rückgang der energieintensiven Fertigung frei. Noch bis Ende dieses Jahres will Voltfang die Anlage in Betrieb nehmen. Der Aachener Speicheranbieter wird nicht nur die Planung und den Bau der Anlage verantworten, sondern den Speicher nach dem Anschluss ans Netz auch betreiben.

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Großspeicher werden eigene Assetklasse

Das Projekt ist das erste gemeinsame Vorhaben mit dem Investor Palladio Partners. Mit diesem hat Voltfang bereits eine Partnerschaft über bis zu 250 Millionen Euro für Großspeicherprojekte in Deutschland geschlossen. „Großbatteriespeicher haben sich als eigenständige Assetklasse im Infrastruktursektor etabliert“, weiß Oliver Sauter, Partner bei Palladino. „Sie bieten langfristig orientierten Investoren die Möglichkeit, in einen zentralen Baustein der Energiewende zu investieren. Aachen ist der erste von mehreren Standorten, die wir gemeinsam mit Voltfang entwickeln. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie bestehende Netzinfrastruktur effizient weitergenutzt und zugleich zusätzliche Flexibilität für das Stromsystem geschaffen werden kann“, betont Sauer.

Industrieflächen haben üppige Netzanschlüsse

David Oudsandji, Geschäftsführer von Voltfang, weist auf die Besonderheit der Fläche hin, auf der das Batteriekraftwerk entsteht. „Alte Industrieflächen wie das ehemalige Philips-Werk verfügen häufig über Anschlussleistung, die durch den Rückgang energieintensiver Fertigung frei geworden ist. Hier trifft alte Industrie auf neue: Wo früher Elektronik produziert wurde, sichert künftig ein Batteriespeicher die Stabilität des Stromnetzes“, sagt er.

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Refinanzierung über Regelleistung und Stromhandel

Insgesamt vier Batteriecontainer wird Voltfang in Aachen installieren. Dazu kommen noch zwei Mittelspannungsstationen von Wstech mit einer Anbindung an die 10‑kV‑Spannungsebene. Zudem kann die Anlage bei Bedarf später auf eine Spannung von 20 kV umgeschaltet werden, falls das Spannungsniveau im vorhandenen Umspannwerk in Zukunft angehoben wird.


Batteriespeicher könnten im Stromsystem fast vier Milliarden Euro pro Jahr einsparen

Die Anlage wird vor allem mit der Platzierung am Markt für Primärregelleistung (FCR) und für Sekundärregelleistung (aFRR) refinanziert und trägt somit aktiv zur Stabilität des Stromnetzes bei. Zusätzlich nimmt der Speicher am Stromhandel teil.

Bestehende Infrastruktur weiternutzen

Es ist bereits das zweite Projekt, das Voltfang in der Region Aachen baut. Anfang dieses Jahres ging der erste Großspeicher in Alsdorf, wenige Kilometer nordöstlich von Aachen, in Betrieb, wie Aachens Oberbürgermeister Michael Ziemons erklärt. Er betont auch die Bedeutung der Weiternutzung bestehender Industrieinfrastruktur für die Energiewende, statt neue Flächen zu erschließen.