Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search

BSW-Umfrage: Bevölkerung wünscht sich mehr Ökoenergie gegen fossile Abhängigkeit

78 Prozent der Bevölkerung empfinden die starke Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten als bedrohlich. 68 Prozent der Wahlberechtigten wünschen sich, dass die Bundesregierung diese Abhängigkeit mit Hilfe erneuerbarer Energien und Speicher reduziert. Das geht aus einer Ende März durchgeführten Yougov-Befragung im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) hervor.

BSW warnt vor Kürzungsplänen

„Wiederholte geopolitische Krisen und explodierende Energiepreise haben vielen Menschen die Augen geöffnet – die hohe Abhängigkeit von fossilen Energieimporten kann durch einen verstärkten Ausbau heimisch verfügbarer Erneuerbarer Energien deutlich reduziert werden“, betont BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

BNetzA: Ausschreibung für Solardächer schwächelt

Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die Förderung von Solarstromanlagen sowie den Stromnetzzugang von Solar- und Windkraftwerken ab 2027 zu beschneiden, würden diesem Bürgerwillen widersprechen. „Sie würden den Ausbau Erneuerbarer Energien ausbremsen und die Abhängigkeit von Erdgas- und Ölimporten deutlich verlängern. Dies käme der deutschen Wirtschaft und der Allgemeinheit teuer zu stehen,“ mahnt Körnig.

Solar überholt Erdgas und Braunkohle bei Stromerzeugung

Laut Umweltbundesamt ist bei Photovoltaikstrom der substituierte Erdgasanteil hoch: Solarstrom ersetzt anteilig zu 33 Prozent Strom aus Erdgas, zu 55 Prozent Strom aus Steinkohle und zu 12 Prozent Strom aus Braunkohle. Mit einem Anteil von rund 18 Prozent an der heimischen Stromerzeugung überholte die Photovoltaik im vergangenen Jahr sowohl die Braunkohle (rund 14 Prozent) als auch das Erdgas (rund 16 Prozent).

BSW-Solar: Solarer Notstrom stützt Versorgung

Da Solaranlagen kaum Betriebskosten haben, verdrängen sie im Strommarkt teure Gaskraftwerke und senken so die Börsenstrompreise. Die solaren Einsparungen von Haushalten, Gewerbe und Industrie summieren sich nach einer Analyse des Beratungsunternehmens Enervis im BSW-Auftrag bereits auf über sechs Milliarden Euro pro Jahr.

Förderbedarf sinkt auf unter 2,7 Cent

Analysen des Fraunhofer ISE zeigen, dass der starke Ausbau erneuerbarer Energien seit 2022 dazu beigetragen hat, dass steigende Erdgaspreise den Börsenstrompreis diesmal weniger stark beeinflusst haben als während der letzten Energiekrise. Der Ausbau reiche aber noch nicht aus, um unabhängig von geopolitischen Schocks zu sein.

Ukraine: Solartechnik wichtig für Resilienz und Wiederaufbau

Während der preisdämpfende Effekt der Photovoltaik auf die Strompreise wächst, sinkt nach BSW-Angaben ihr Förderbedarf. Die Subventionshöhe pro erzeugter Kilowattstunde liegt laut einer Fraunhofer-Analyse bei allen untersuchten neuen Solaranlagenkonfigurationen inzwischen bei unter 2,7 Cent pro Kilowattstunde. Die Fördereffizienz habe sich in den letzten 20 Jahren um über 90 Prozent erhöht. Staatlich subventioniert werden nur die Differenzkosten zum solaren Marktwert an der Strombörse. (nhp)

Weitere aktuelle News? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!