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Zagreb wird zum Treffpunkt für die Energiewende auf dem Balkan

Die zweite Ausgabe der Green Energy Fair in der Arena Zagreb zeigt, dass sich nicht nur die Branchen der erneuerbaren Energien in Kroatien und den angrenzenden Ländern etabliert haben. Sie zeigt auch, dass die Energiewende in den Ländern Südosteuropas Fahrt aufnimmt. Sie zeigt auch, dass sich die Messe in der kroatischen Hauptstadt zu einem festen Element der Kooperation zwischen Anbietern von Solarsystemen und Speichern und den Installateuren und Planern vor Ort entwickelt.

Mehr Besucher als im Vorjahr

Dies zeigt auch die steigende Zahl der Besucher, die sich zum allergrößten Teil aus Fachpublikum rekrutierte. Mehr als 5.000 Besucher kamen in die Arena Zagreb, um sich über neue Solartechnologien, neue Speicher, neue Lösungen für die Elektromobilität und mögliche Zusammenarbeit mit den Anbietern zu informieren.

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Die Messe wurde begleitet von einem umfangreichen Fachprogramm. Hier standen auch schwierigere und strittige Fragen auf dem Programm, etwa der Strombedarf von Rechenzentren und die Rolle der Kernenergie im künftigen Energiemix. Immerhin betreibt Kroatien zusammen mit Slowenien das Kernkraftwerk Krsko.

Zentrum für die Branche

Organisator Domagoj Badanjak vom Zagreber Unternehmen AleDo TECH ist mit der Entwicklung seit der Premiere im Jahr 2025 zufrieden. „Wir haben ein gutes Fundament gelegt und aus Zagreb und Kroatien für zwei Tage ein Zentrum für erneuerbare Energien und E-Mobilität geschaffen“, sagt er. Den Vorwurf, die Energiewende in Kroatien komme zu langsam voran, nimmt er mit Humor. Denn auch die Eröffnung habe sich um ein paar Minuten verspätet. „Wichtig ist, dass wir in die richtige Richtung gehen und Fortschritte machen“, betont Domagoj Badanjak.

60 Prozent Ökostrom im Netz

Für Tomislav Mihotić, Staatssekretär für Straßenverkehr im kroatischen Verkehrsministerium, ist die Messe eine ausgezeichnete Gelegenheit, zu zeigen, wie die grüne Transformation von der Theorie in konkrete Projekte überführt wird. Auch EU-Energiekommissar Dan Jørgensen hebt hervor, dass Kroatien schon viel erreicht hat. So decken die erneuerbaren Energien fast 60 Prozent des Bruttostromverbrauchs ab. „Das liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt“, betont Dan Jørgensen. „Als Nächstes müssen Verkehr, Gebäude und Industrie elektrifiziert werden. Außerdem benötigt Kroatien mehr Flexibilität durch Batterien, Pumpspeicher und Wärmespeicher.“

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Doch auch das Netz benötigt Verstärkung. So seien für Südosteuropa grenzüberschreitende Verbindungen besonders wichtig. „Stärkere Stromnetze und besser vernetzte Märkte können den Ländern helfen, Ressourcen gemeinsam zu nutzen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Preise zu senken“, sagt Jørgensen.

Energiewende als Chance für Kroatien

Auch die Politik in Zagreb hat die Zeichen der Zeit verstanden. Für das Land bedeutet die Energiewende Versorgungssicherheit, bezahlbare Energiepreise und Dekarbonisierung gleichzeitig, wie Željko Krevelj betont. Er leitet die Direktion für Energie im Wirtschaftsministerium. Immerhin bezieht Kroatien inzwischen kein russisches Öl und Gas mehr. Allerdings hat Kroatien große LNG-Terminals auf der Insel Krk aufgebaut, über die es weiterhin üppig Gas aus aller Welt importiert.

Milliarden für Netze und Speicher

Doch die Erneuerbaren werden auch gefördert. So hat die Regierung in Zagreb aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan mehr als 1,2 Milliarden Euro für die Energiewende bereitgestellt. Davon fließen über 570 Millionen Euro in den Ausbau des Stromnetzes und in Batteriesysteme. Bis Ende des Jahres soll Kroatien über mehr als 250 Megawattstunden Batteriespeicher verfügen, gibt Krevelj das Ziel vor.

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Das Ministerium arbeitet derzeit auch an einem neuen gesetzlichen Rahmen. „Heute steht die Energiewende außer Frage, sie ist die Grundlage für Entwicklung, Sicherheit und die Lebensqualität unserer Bürger“, betont Krevelj.

Elektrobusse und Batteriezüge

Die Elektrifizierung des Verkehrs war eines der zentralen Themen der Messe. Wie weit die Elektromobilität in Kroatien schon vorangeschritten ist, zeigt Tomislav Mihotić vom Verkehrsministerium anhand konkreter Projekte. So hat das Ministerium im Januar dieses Jahres Verträge über den Kauf von 68 Elektrobussen für sechs Städte und eine Gemeinde unterzeichnet. Die Finanzierung in Höhe von 41,9 Millionen Euro bezahlt das Ministerium aus EU‑Mitteln. Für Zagreb sind weitere 62 Elektrobusse bestellt.

Auch in die Bahn investiert die Regierung 117,9 Millionen Euro in 13 Züge mit alternativen Antrieben und zwei Ladestationen. Das ist aber erst der Anfang. Geplant sind weitere 30 Züge mit Batterie-, Oberleitungs-Batterie- und Wasserstoffantrieb für 270 Millionen Euro.

Verkehrsinfrastruktur solarisieren

Zudem soll die Verkehrsinfrastruktur selbst Strom liefern. An der Autobahn Zagreb nach Macelj an der Grenze zu Slowenien entsteht ein Solarkraftwerk mit zwei Megawatt Leistung. Es soll den Großteil des Strombedarfs der Autobahnanlagen decken. Für die übrigen Autobahnen werden ähnliche Konzepte erarbeitet. „Kroatien hat das Potenzial, neue Technologien nicht nur einzusetzen, sondern sie mit eigenem Wissen auch zu entwickeln und herzustellen“, sagt Mihotić mit Blick auf die inländische Produktion von Komponenten. (su)