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Studie: EU drittgrößter Arbeitsmarkt der Erneuerbare-Energien-Wirtschaft

Wie die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) und die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (Irena) für das Jahr 2024 nachträglich untersucht haben, beschäftigt der größte Erneuerbare-Energien-Markt China mit großem Abstand auch die meisten Menschen im Zusammenhang mit dem Ausbau und Betrieb von Anlagen zur Versorgung mit grüner Energie. Dort sind 43,9 Prozent aller Erneuerbare-Energien-Beschäftigten tätig. Im restlichen Asien – China und der zweitwichtigste Markt für Regenerativenergie Indien herausgerechnet, bleibt es dennoch ein riesiger Raum: – finden sich 14,9 Prozent der Arbeitsstellen durch die Erneuerbaren-Wirtschaft. Die 27-Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) bieten für 10,8 Prozent aller Erneuerbare-Energien-Akteure einen Arbeitsplatz. Das sind 1,8 Millionen Menschen. In den weiteren europäischen Ländern außerhalb der EU sind noch zusätzlich 240.000 Menschen für die Energiewende im Einsatz, also eine knappe Viertelmillion.

Die wichtigsten Einzelstaaten für die Beschäftigung von Erneuerbare-Energien-Arbeitenden sind allerdings außereuropäische Länder mit viel Zubau von Grünstromkapazitäten: Indien und Brasilien haben alleine 7,7 und 8,3 Prozent aller Jobs der globalen Branche zu bieten. Die USA, in denen der Präsident des Landes Donald Trump den Ausbau wetterabhängiger Stromerzeugung zu bekämpfen versucht, sind nur für 6,8 Prozent der weltweiten Arbeitsstellen durch die Erneuerbaren gut – insofern die von der IAO und Irena ermittelten Daten die Wirklichkeit ausreichend wiedergeben. Dies wären also etwas mehr als eine Million. Dies besagt die jetzt veröffentlichte Studie „Erneuerbare Energien und Jobs – jährliche Übersicht 2024“.

Im gesamten Rest der Welt – die übrigen süd- und mittelamerikanischen Länder sowie in Nordamerika noch Mexiko und Kanada, zudem alle afrikanischen Länder, Australien und Ozeanien – sind noch 7,5 Prozent der Beschäftigten der Branche tätig.

Alleine der Windenergiesektor beschäftigte in der EU rund 275.000 Menschen. Deutschland bot davon rund 40 Prozent einen Job – etwa 110.000 Menschen mit Anstellungen oder eigenem Unternehmen im Windkraftbereich zählt die Studie bundesweit zusammen. Der größere Beschäftigungssektor bei wetterabhängiger Grünstromerzeugung war allerdings die Solarstromerzeugung mit umgerechnet 865.000 Vollzeitstellen in der EU. Bundesweit sind 127.000 Menschen in der Photovoltaik (PV) zu finden, wie die Studie mit Verweis auf Angaben des Europäischen Photovoltaik-Verbands Solar Europe herausarbeitet. Allerdings unterscheiden sich die Zahlen zur Beschäftigung je nach Verband. Irena selbst geht nur von 764.400 PV-Beschäftigten in der EU aus. Die Bioenergie war zuletzt noch mit EU-weit 459.000 Menschen in Beschäftigung ebenfalls einer der Hauptarbeitgeber der EU-Energiewende. Hier führt ebenfalls Deutschland mit mehr als 65.000 Jobs. Wärmepumpen könnten für 170.000 direkte Jobs schon 2024 EU-weit gesorgt haben. Der Wärmepumpenverband BWP ging zuletzt von 25.000 Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2024 aus. Die Wasserkraft spielt hingegen zwar weltweit als Arbeitgeber bei 2,264 Millionen Mitarbeitenden sogar eine noch wichtigere Rolle als die Windkraft bei 1,925 Millionen global Beschäftigten. In Europa ist sie mit 83.000 Jobs für den Arbeitsmarkt eher unbedeutend. Für Deutschland rechnet die Studie mit umgerechnet nur 5.800 aktiven Hydro-Vollzeitarbeitskräften. Die Solarthermie zur Wärmeerzeugung gewährte 2.800 deutsche Jobs.

Deutschland war somit der wohl wichtigste Erneuerbaren-Arbeitsmarkt in der EU im Jahr 2024 – mit „Pi mal Daumen“ einem starken Sechstel der EU-Jobs. Die Entwicklung bei den Erneuerbaren-Jobs im Einzelnen weicht allerdings von den Marktanteilen der verschiedenen Länder ab und verschiebt die Gewichte: So verloren Deutschland, Polen und die Niederlande bei PV eine größere Anzahl an Jobs, weil die Fertigung hierzulande abgewandert ist und immer mehr großflächige PV-Freifelder entstehen. Dieser Trend ist weniger beschäftigungsintensiv als eine breite dezentrale Entwicklung hin zu immer mehr, unzähligen Dach- und Kleinstanlagen. Dagegen legt zum Beispiel insbesondere Italien stetig bei den PV-Jobs zu. 

Und weitere Effekte verändern die Arbeitsmärkte: Selbst China verlor 2024 Erneuerbaren-Jobs. Nicht, weil der Ausbau im globalen Grünstrom-Führungsmarkt rückläufig wäre, sondern weil die Fertigung und die Technologie effizienter werden – und weniger Arbeitskräfte erfordern, wie IAO und Irena in der Studie schreiben.

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