Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search

Eon sieht neuen Solarboom wegen Nahostkonflikt

In den vergangenen Tagen hat Eon nach eigenen Angaben eine besonders hohe Zahl an Anfragen zu Photovoltaikanlagen registriert. „Wenn's drauf ankommt, sehen die Kunden in den Erneuerbaren die Lösung, um preislich und physisch ein bisschen unabhängiger zu sein", sagt Filip Thon, Chef von Eon Energie Deutschland. Die geopolitische Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten treibe die Nachfrage.

Erneuerbare decken fast 60 Prozent bei Stromerzeugung

Zugleich beruhigt Thon mit Blick auf die Versorgungslage: „Die Heizsaison ist bald vorbei. Außerdem kommen mit längeren Sonnenzeiten pro Tag mehr Erneuerbare ins Stromnetz. Ist mehr Sonne da, haben wir mehr Energie. Physisch gesehen haben wir da kein Problem." Strom und Gas habe der Energiekonzern langfristig eingekauft und halte die Preise für Bestandskunden in den kommenden Monaten stabil.

300 Tipps: Autark mit Solarstrom

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien sieht Thon deutliche Fortschritte. „Auf der Erzeugerseite hatten wir 2025 einen Stromerzeugungsanteil aus den erneuerbaren Energien von fast 60 Prozent. Wir sehen ein stetiges Wachstum, hauptsächlich aus der Photovoltaik und aus den Windkraftanlagen.“ Der steigende Anteil bringe jedoch auch Herausforderungen mit sich. Durch schwankende Einspeisung entstehe eine höhere Volatilität im Stromsystem.

Thon fordert Abbau doppelter Abgaben beim bidirektionalen Laden

Für die intelligente Nutzung erneuerbarer Energie spielen aus Sicht des Versorgers digitale Technologien eine zentrale Rolle. „Smart Meter sind das Vehikel, um die erneuerbare Energie intelligent zu nutzen", betont Thon. Sie ermöglichten es, Stromverbrauch und Ladeprozesse automatisch in Zeiten niedriger Preise zu verschieben.

Timo Leukefeld: Wohnungswirtschaft in der Komplexitätsfalle

Großes Potenzial sieht Thon zudem im bidirektionalen Laden, bei dem Elektroautos als flexible Stromspeicher für Haushalte oder das Netz dienen können. Allerdings bestünden noch regulatorische Hürden: Aktuell sei es noch so, dass derjenige, der Energie aus dem Netz ins Auto leitet, Umlagen und Steuern darauf zahlt. „Wenn diese Energie zurück ins Netz geleitet und von jemand anderem abgenommen wird, zahlt dieser wiederum Umlagen und Steuern – auf Energie, für die diese Kosten bereits beglichen wurden. Diese doppelten Lasten sollte es nicht geben."

Bidirektionales Laden: BMW iX3 speist Strom ins Netz zurück

In Deutschland gibt es nach Angaben von Eon rund 200.000 öffentliche Ladepunkte und mehr als eine Million private Wallboxen. 2025 sei erstmals die Marke von zwei Millionen Elektroautos überschritten worden. Thon: „Der Trend in Richtung Strom und Elektrifizierung bleibt ein unumkehrbarer Megatrend.“ (nhp)

Weitere aktuelle News? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Tags