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Herbstforum Altbau 2026: Wie der Gebäudebestand energetisch modernisiert werden kann – und das möglichst zügig

Die Trends der energetischen Gebäudesanierung nimmt das Herbstforum Altbau 2026 in den Fokus. Neu: Es ist dieses Jahr erstmalig Teil eines Doppelevents der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW). Am Tag zuvor, dem 18. November, findet geht es bei „Energiewende kompakt“ um Wärmenetze und erneuerbare Energien. Beide Veranstaltungen finden in der Sparkassenakademie unweit vom Stuttgarter Hauptbahnhof statt. Beim Herbstforum Altbau 2026 ist auch eine virtuelle Teilnahme möglich. Ergänzt wird die Tagung durch eine Fachausstellung mit aktuellen Produkten und Trends rund um das energetische Modernisieren. Erwartet werden 1.000 Teilnehmende aus Architektur, Energieberatung, Handwerk, Kommunen und Politik. Veranstalter ist das vom

Energetische Sanierung im Land vorantreiben

„Die Dekarbonisierung unserer Energieversorgung ist nicht nur eine Frage des Klimaschutzes und der Wirtschaftlichkeit, sondern auch eine der geopolitischen Sicherheit und Unabhängigkeit“, sagt Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg in ihrem Grußwort zum Herbstforum Altbau. Wie es um den Klimaschutz in Baden-Württemberg steht und welche Ziele die neue Regierung diesbezüglich hat, berichtet die Umweltministerin in ihrem Vortrag. Dabei weist sie unter anderem darauf hin, dass Baden-Württemberg im Gebäudebereich eine deutliche Steigerung der Sanierungsrate benötigt. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist auch Thema der weiteren Vorträge des Herbstforums Altbau.

Mehr Tempo beim Ausstieg aus den Fossilen, weniger Gebäude abreißen

Die erste Referentin ist Barbara Metz, die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die DUH kritisiert das aktuelle Gebäudemodernisierungsgesetz scharf und warnt davor, den Ausstieg aus den Fossilen zu verzögern. In ihrem Beitrag „Zur Sache! Den Gebäudesektor auf die Zielgerade bringen“ legt Metz dar, warum beim Umbau der Energieversorgung hin zu Erneuerbaren keine Zeit mehr verschwendet werden darf. Sie fordert, die Möglichkeiten, die es bereits gibt, rasch in die Praxis umzusetzen, um Gebäude effizienter, resilienter und zukunftsfähig zu machen.

Die Architektin Mariette Beyeler ist Gründerin der Non-Profit-Organisation Metamorph House. In ihrem Beitrag „Weiterbauen statt abreißen: So entwickelt die Schweiz Einfamilienhäuser“ erklärt Beyeler, wie der Einfamilienhausbestand qualitativ weiterentwickelt und individuell passend mit zukunftsfähigen Gebäudekonzepten umgewandelt werden kann.

Jan Münster, neues Mitglied der Geschäftsführung der KEA-BW, fasst in seinem Vortrag die Inhalte von „Energiewende kompakt“ vom Vortag und die dort gewonnenen Erkenntnisse zusammen. Im Zentrum der geplanten Bar-Camp-Sessions stehen der Ausbau und die Weiterentwicklung von Wärmenetzen im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien. Gerade für Kommunen, Energieversorger, Planerinnen und Planer und regionale Energieagenturen wird es immer wichtiger, Strom- und Wärmesysteme integrativ zu denken und umzusetzen.

Energiewende einfach erklärt, Sanierungssprints und serielles Sanieren

Konkrete Wege aus der Energiekrise in die Klimaneutralität, vom Eigenheim bis zur Volkswirtschaft, zeigt Professor Michael Sterner vom Institut für Energiespeicher, der Hochschule Regensburg. Er macht deutlich, wie erneuerbarer Strom das fossile Feuer – gerade auch in Gebäuden – ersetzt, wie Wind und Sonne durch Netze, Speicher und Wasserstoff dauerhaft und zuverlässig für die Sektoren verfügbar gemacht werden, wie die große Transformation kostenoptimal gelingt und warum es dazu eine Bewusstseinswende braucht.

Highlights und neueste Lösungsansätze rund um erfolgreiche Sanierungssprints in Baden-Württemberg stellen Felix Schweikhardt und Thabo von Roman vor. Schweikhardt ist Projektverantwortlicher für die Sanierungssprints bei Zukunft Altbau, von Roman leitet die dortige Energieberatung. Ziel von Sanierungssprints ist, zu zeigen, dass energetische Sanierungen nicht zwangsläufig langwierige Projekte sein müssen, sondern innerhalb von 22 Werktagen umgesetzt werden können. Das bietet Effizienzvorteile für alle Beteiligten, von der Bauherrschaft bis zu den Handwerksbetrieben.

„Energiespröngle – serielle Sanierung mit dem lokalen Zimmerer“ – Energieberater Erol Ari hat sich mit seiner Agentur EA2 auf ein lokales Experiment im kleinen Maßstab eingelassen. Fallen die Begriffe „serielle Sanierung“ oder „Energiesprong“, denken die meisten an Sanierungen in großen Dimensionen. Ari jedoch zeigt am Beispiel einer Mehrfamilienhaus-Sanierung auf der Ostalb, dass sich das Konzept auch für kleinere Projekte wirtschaftlich lohnt und regional effizient gestaltet werden kann. Ein schwäbisches Energiespröngle eben.

Leitfaden für Nachhaltiges Bauen und EH-55-Denkmal

Referent Dietmar Lenz ist Geschäftsführer von der Agentur für nachhaltiges Bauen sowie Geschäftsführer der Firma LNB Leitfaden Nachhaltig Bauen. Der LNB ist ein Gebäudebewertungs- und Planungssystem für nachhaltiges Bauen, das insbesondere für öffentliche Bauvorhaben entwickelt wurde. Lenz zeigt anhand einer Werkschau kommunaler Bauvorhaben wie Kitas, Turnhallen und Schulen, wie Kommunen mit dem Leitfaden arbeiten können, um Sanierungsprojekte nachhaltig erfolgreich umzusetzen.

Die Architektin Stefanie von Heeren schildert direkt aus der Praxis, wie ein denkmalgeschütztes Fachwerkensemble aus dem 17. Jahrhundert zu einem Effizienzhaus 55 saniert wurde. Zwar vergingen zehn Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung, aber dass sich Flexibilität gerade in der Planung lohnt, zeigt von Heeren anschaulich am Projektbeispiel aus Hannover. Die Architektin geht auf eine Vielzahl unterschiedlichster Herausforderungen ein, die sowohl in der Planungs-, als auch in der späteren Baustellenphase zu bewältigen waren.

Herausforderung Treibhausgasneutralität bis 2045

Mit einem furiosen Finale in mehrfacher Hinsicht können die Teilnehmenden beim Referenten Burkhardt Schulze Darup rechnen. Der Berliner Architekt und Stadtplaner rundet mit seinem Blick auf 50 Jahre Erfahrung beim Sanieren im Gebäudebestand nicht nur die Tagung ab, sondern auch sein persönliches Wirken auf der großen Herbstforumsbühne. Seine wertvollsten Erkenntnisse vermittelt er unter der provokativen Überschrift: „Warum für den Gebäudebestand 2045 früher beginnt, als uns lieb ist“.

Zukunft Altbau arbeitet nicht nur beim Herbstforum Altbau eng mit vielen Kooperationspartnern zusammen, die wichtigsten sind: die Architektenkammer Baden-Württemberg, die Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Bausparkassen, Handwerk BW, das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN), der GIH Gebäudeenergieberater, Ingenieure, Handwerker Baden-Württemberg, die Ingenieurkammer Baden-Württemberg, der Verband der regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen Baden-Württemberg (rEA BW) und die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Mehr Informationen und Anmeldung: www.zukunftaltbau.de/herbstforum