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BVES kritisiert Eon-Pläne zu flexiblen Netzanschlüssen für Speicher

Flexible Netzanschlussvereinbarungen können nach Ansicht des BVES helfen, Speicherprojekte schneller ans Netz zu bringen und bestehende Netzkapazitäten besser zu nutzen. Vor einer einseitigen Einführung ohne Einbindung der Speicherbranche warnt der Verband jedoch. Hintergrund ist die Ankündigung des Energiekonzerns Eon vom 18. Juni 2026, das im Netzgebiet Schleswig-Holstein entwickelte FCA-Modell konzernweit anzuwenden.

Flexible Netzanschlussvereinbarungen können ein wichtiges Instrument sein, um den Speicherhochlauf zu beschleunigen und Netzengpässe pragmatisch zu überbrücken. „Sie können auch Netzbetreibern die Sorge nehmen, dass Speicher irgendwas machen, was die Netzbetreiber nicht wollen“, erklärt BVES-Geschäftsführer Urban Windelen. Entscheidend sei aber die konkrete Ausgestaltung. „FCA müssen wirtschaftlich tragfähig, technisch nachvollziehbar und verhältnismäßig sein.“

Defizite bei Digitalisierung und moderner Systemführung

Die bislang bekannten Bedingungen des Schleswig-Holstein-Modells weisen aus Sicht des BVES erhebliche Defizite für einen bundesweiten Einsatz auf. Die vorgesehenen Einschränkungen seien für viele Speicherbetreiber wirtschaftlich und operativ nicht tragfähig. Zudem bestehe die Gefahr, dass FCA zu einem Instrument würden, mit dem Netzbetreiber Investitionsdefizite bei Digitalisierung, Transparenz und moderner Netzführung kompensieren.

„Ziel von Flexiblen Anschlussvereinbarungen kann nicht sein, dass Speicher über Jahrzehnte auf dem Stand der Netzführung von gestern betrieben werden muss. Maßstab muss der Stand moderner Netzführung sein“, sagt Windelen. Der vollständige Netzanschluss müsse weiterhin der Regelfall bleiben. Kritisch sieht der Verband außerdem, dass der im vergangenen Jahr begonnene konzernweite Eon-Prozess zur Entwicklung von FCA unter Einbindung der Branche nicht konsequent fortgeführt worden sei.

Baukastensystem statt starrem Standardvertrag

„Ein starrer Standardvertrag von Flensburg bis Garmisch-Patenkirchen beschränkt den Einsatz von Flexibilität und verteuert damit die notwendige Flexibilität unnötig, ohne positiven Effekt für das System oder Netz“, meint Windelen. Der BVES schlägt stattdessen einen Kriterienkatalog vor, der vor Ort nach dem Baukastenprinzip angewendet wird. Dabei würden nur diejenigen Einschränkungen angewendet, die im jeweiligen Netzgebiet tatsächlich erforderlich sind.

Darüber hinaus fordert der Verband eine Entlastung beim Baukostenzuschuss. Da FCA die tatsächlich nutzbare Anschlusskapazität beschränken, sollte der Baukostenzuschuss entsprechend reduziert werden. Je stärker ein Speicherbetreiber netzdienliche Maßnahmen übernehme, desto größer solle auch die Entlastung ausfallen. (nhp)

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