Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search

Studie: Österreich kann seine solaren Ausbauziele vor 2030 schaffen

Das derzeit gesetzlich festgelegte Ziel für den Ausbau der Photovoltaik in Österreich liegt bei einer Leistung für die Produktion von elf Terawattstunden pro Jahr. Dies soll 2030 erreicht werden. Ende 2025 waren Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von knapp zehn Gigawatt installiert. Nach Einschätzung der Analysten von Global Data würde Österreich die geplante Erzeugungsleistung angesichts der derzeit installierten Anlagen weit vor 2030 schaffen.

Im aktuellen Bericht „Austria Power Market Trends and Analysis by Capacity, Generation, Transmission, Distribution, Regulations, Key Players and Forecast to 2035“ gehen die Analysten davon aus, dass die installierte Leistung im Jahr 2030 die Marke von 17,3 Gigawatt erreichen wird. Dies wäre ausreichend, um jährlich 16,3 Terawattstunden Strom zu produzieren. Die Daten basieren auf einem jährlichen Ausbau von durchschnittlich 1,4 Gigawatt ab 2026. Dabei sind Verzögerungen aufgrund politischer Unsicherheiten oder Druck auf die Lieferketten eingerechnet.

Wollen Sie über die Energiewende auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie einfach den kostenlosen Newsletter von ERNEUERBARE ENERGIEN – dem größten verbandsunabhängigen Magazin für erneuerbare Energien in Deutschland!

EAG ist einer der Markttreiber

Sudeshna Sarmah, Analystin für den Strommarkt bei Global Data, sieht als Grund unter anderem die Verabschiedung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes inklusive der erweiterten Möglichkeiten für die gemeinsame Nutzung von Solaranlagen. Doch auch die fortgeführte Förderung mittels Investitionszuschüssen wird den Ausbau weiter vorantreiben.

EABG verabschiedet: Wien will Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen

Vereinfachte Verfahren könnten Zubau beschleunigen

Dazu kommt, dass der Bonus für die Verwendung europäischer Komponenten auch die wirtschaftliche Rentabilität absichert, wenn Module und Wechselrichter aus heimischer Produktion verwendet werden. „Gleichzeitig machen sinkende Kosten für Photovoltaikmodule und Systemkomponenten in Verbindung mit steigendem Strombedarf die Solarenergie zunehmend attraktiv“, betont Sudeshna Sarmah. „Dach- und dezentrale Anlagen wachsen rasant, profitieren von vereinfachten Standort- und Genehmigungsverfahren und bieten in Verbindung mit Batteriespeichern eine Flexibilität, die gut auf die Spitzennachfrage am Tag abgestimmt ist“, ist sich die Analystin sicher. Sie erwartet, dass die Photovoltaik im Zeitraum 2026 bis 2030 die dominierende Investition in erneuerbare Energien bleibt.

Studie der Uni Graz zeigt: Kürzungen beim Klimaschutz kommen Österreich teuer zu stehen

Höherer Stromverbrauch prognostiziert

Damit bleibe das Land auf Kurs hin zu 100 Prozent erneuerbarer Energie im Stromsektor. Allerdings sind die anvisierten elf Terawattstunden inzwischen nur die untere Marke beim Ausbau. Denn durch die Sektorenkopplung wird ein steigender Strombedarf erwartet. So geht der integrierte Netzentwicklungsplan Österreichs (ÖNIP) von einem Ausbau auf eine installierte Leistung zur Produktion von 21 Terawattstunden bis 2030 aus. Bis 2040 muss die Solarstromproduktion auf 41 Terawattstunden pro Jahr steigen.

Selbst im jüngst verabschiedeten Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) sind 30 Terawattstunden für 2030 und sogar 40 Terawattstunden bis 2035 festgeschrieben. Das ist mit dem derzeitigen Ausbautempo nicht mehr zu erreichen.