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München baut 2,1 Megawatt Mieterstromleistung auf einen Schlag

Die Münchner Wohnen und die Stadtwerke München (SWM) haben gemeinsam in Neuhausen im Nordwesten der bayerischen Metropole ein riesiges Mieterstromprojekt realisiert. Rund 1.000 Haushalte der Wohnanlage „Max II“ können jetzt von Sonnenstrom profitieren, der auf den eigenen Dächern erzeugt wird. Diese Wohnanlage der Münchner Wohnen liegt westlich der Dachauer Straße, nahe dem Leonrodplatz. Einst befand sich an dieser Stelle die Maximilian-II-Kaserne, von der nur der Name übrig geblieben ist.

Auf den Dächern der Wohnanlage haben die SWM insgesamt 71 Solaranlagen mit zusammen 4.600 Modulen installiert. Diese erreichen eine Gesamtleistung von knapp 2,1 Megawatt. Die Planer beziffern den jährlichen Stromertrag mit mehr als zwei Gigawattstunden. Dies entspreche einem kleinen bis mittleren Solarpark mitten in der Stadt.

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Sozialverträgliche Stromversorgung mit der Sonne

Der erzeugte Sonnenstrom steht den Bewohner:innen der Anlage ab sofort als kostengünstiger Mieterstrom zur Verfügung. „Was wir in Neuhausen geschafft haben, ist beeindruckend – vielen Dank an die Projektverantwortlichen beider Unternehmen“, sagt Gabriele Meier, Technische Geschäftsführerin der Münchner Wohnen. „Mit Anlagen wie dieser verfolgt die Münchner Wohnen konsequent eines ihrer zentralen Klimaziele: die Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudebestand. Gleichzeitig schaffen wir sozialverträgliche Angebote für unsere Mieterinnen und Mieter. Das Projekt verbindet ökologische, soziale und wirtschaftliche Vorteile und leistet einen spürbaren Beitrag zu einer klimafreundlichen Stadtentwicklung“, betont sie.

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Karin Thelen, Geschäftsführerin Regionale Energiewende der SWM, hebt vordergründig die enge Zusammenarbeit hervor. Diese habe es ermöglicht, urbane Photovoltaikprojekte im großen Maßstab umzusetzen, erklärt sie. „Die Münchner Wohnen bringt die Flächen, wir das Know-how für Ausbau und Betrieb der Anlagen – ein ideales Team. So profitieren die Mieterinnen und Mieter unmittelbar, indem sie den vor Ort erzeugten Solarstrom selbst nutzen können – ganz ohne zusätzlichen Netzausbau“, betont Karin Thelen. „‚Max II‘ ist ein starkes Signal für die Münchner Energiewende. Wir freuen uns, die erfolgreiche Kooperation innerhalb der städtischen Familie in den kommenden Jahren weiter zu verstetigen“, kündigt sie an.

Bau von Solaranlagen beschleunigt

Die Partner verweisen dazu auf eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden städtischen Unternehmen. Diese beschleunigt seit Mai 2025 den Ausbau von Photovoltaikanlagen in München. Die Münchner Wohnen stellt im Rahmen der Kooperation die Dächer zur Verfügung und übernimmt die Objektvorbereitung. Die Stadtwerke München wiederum übernehmen die Planung, den Bau und den Betrieb der Anlagen. Diese Solarkooperation der beiden Unternehmen spiele für den Erfolg der regionalen Energiewende eine wichtige Rolle, betonen die Projektpartner.

Ausbauoffensive erneuerbare Energien

Schließlich treiben die SWM schon seit 2009 ihre Ausbauoffensive erneuerbare Energien voran. Und das mit Erfolg. Seit vergangenem Jahr können die Stadtwerke bilanziell ganz München mit Ökostrom aus eigener Herstellung versorgen. Die Münchner Wohnen wiederum senkt mit den Photovoltaikanlagen – flankiert von der energetischen Sanierung der Gebäude – ihren CO2-Ausstoß. Ziel sei es, die klimafreundliche Transformation des eigenen Bestands aktiv voranzutreiben. Dazu befinden sich Projekte für die Solarstromversorgung von über 5.000 Wohnungen derzeit in Voruntersuchung, Planung oder Umsetzung. Die Gebäude, auf denen die Anlagen errichtet werden sollen, stehen unter anderem in Neuhausen, Bogenhausen und Riem.

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Auch diese Anlagen werden zum großen Teil als Mieterstromprojekte realisiert. Denn die Mieter:innen können den Sonnenstrom direkt im Gebäude nutzen – zu einem Tarif, der regelkonform mindestens zehn Prozent unter dem Grundversorgungspreis liegt. Nach Vertragsabschluss mit den SWM profitieren sie unmittelbar vom lokal erzeugten Ökostrom, zusätzlich zum Strombezug aus dem öffentlichen Netz.