Die 66-seitige Stromspeicher-Inspektion 2026 vergleicht zwölf Stromspeichersysteme mit Batterien und Wechselrichtern von zehn verschiedenen Herstellern [1]. In diesem Jahr führte die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin die Bewertung erstmals gemeinsam mit der Firma Aquu, einer HTW-Ausgründung, durch. Sie beurteilten die Energieeffizienz der Photovoltaik-Speichersysteme mittels des System Performance Index (SPI).
Der SPI setzt die erzielte Einsparung eines realen PV-Speichersystems ins Verhältnis zur maximal erzielbaren Einsparung eines baugleichen, aber verlustfreien PV-Speichersystems. Dieser Berechnungsansatz erlaubt es, die Energieeffizienz von Batteriesystemen unterschiedlicher Speicherkapazität miteinander zu vergleichen.
Grundlage für die Ermittlung des SPI sind Labormesswerte des Solarstromspeichers, die nach dem Effizienzleitfaden für PV-Speichersysteme erfasst wurden [2]. Darauf aufbauend wird mit dem Simulationsmodell „PerMod“ das Betriebsverhalten des PV-Speichersystems über ein vollständiges Kalenderjahr simuliert [3]. Dabei werden sekündlich aufgelöste Werte des elektrischen Energieverbrauchs eines Haushalts sowie der DC-Leistung einer PV-Anlage berücksichtigt. Das Ergebnis der Systemsimulation: Energiesummen der Netzeinspeisung und des Netzbezugs für das Haus mit PV-Speichersystem, das mit und ohne Berücksichtigung der Systemverluste simuliert wurde.
Unter den Speichersystemen mit 10-Kilowatt-Hybridwechselrichtern setzte sich in diesem Jahr der PQ-H3-Ultra-10.0 von Fox ESS mit einem SPI von 97 Prozent durch. Der neue Testsieger sticht vor allem mit sehr hohen mittleren Wirkungsgraden von über 97,6 Prozent und einem geringem Stand-by-Verbrauch von nur vier Watt heraus. Ebenfalls die Effizienzklasse A mit einem SPI oberhalb 95 Prozent erreichten Speichersysteme von Energy Depot, Fronius und RCT Power sowie Kostal in Kombination mit BYD. Das Schlusslicht des Speichervergleichs kann lediglich einen SPI von 89,3 Prozent vorweisen und landete in der Effizienzklasse G. Die Ursache: Hohe Verluste im Batteriespeicher sowie ein Stand-by-Verbrauch von 64 Watt schmälern die Effizienz des Systems.
In der kleineren Leistungsklasse bis fünf Kilowatt setzte sich das AC-gekoppelte Batteriesystem SAX Power Home Plus als Spitzenreiter durch. Unter den 5-Kilowatt-Geräten mit Hybridwechselrichter konnte SMA mit dem Sunny Boy Smart Energy 5.0 und der Batterie Home Storage 6.5 den höchsten SPI erreichen. Dicht dahinter folgte Kostal mit dem Hybridwechselrichter Plenticore MP G3 M 4.6, der erstmals zusammen mit dem neuen Batteriespeicher BYD Battery-Box HVS+ 7.7 bewertet wurde.
Wer einen passenden Stromspeicher sucht, sollte die wichtigsten Eigenschaften und Funktionalitäten der Geräte vergleichen. Hierzu zählt neben der Art der Batterieanbindung auch die Nennleistung. Haushalte, die einen dynamischen Stromtarif abgeschlossen haben, können ihren Speicher so einsetzen, dass sie von Preisschwankungen an der Strombörse profitieren. Alle analysierten Speichersysteme haben ein internes oder externes Energiemanagement, das dynamische Strompreissignale berücksichtigt. Die Batterieladung mit Netzstrom unter Berücksichtigung von dynamischen Strompreisen und zeitvariablen Netzentgelten ist jedoch derzeit noch nicht mit allen Geräten möglich (Abb. 1).
Speicherung von Netzstrom nur mit effizienten Speichersystemen sinnvoll
Mit einem dynamischen Stromtarif können Haushalte mit Batteriespeicher von Preisschwankungen an der Strombörse profitieren. Wann und mit welcher Leistung der Batteriespeicher beladen wird, entscheidet ein intelligentes Energiemanagementsystem auf Basis von Energie- und Preisprognosen. Das Ziel: Mit günstigem Netzstrom die Batterie laden und in Hochpreisphasen die elektrischen Verbraucher mit dem zwischengespeicherten Strom versorgen. Ob sich für Haushalte mit dynamischen Stromtarifen die Batterieladung mit Netzstrom überhaupt lohnt, hängt maßgeblich von der Höhe der Umwandlungsverluste ab (Abb. 2).
Die Frage, wie gering die Speicherverluste sein müssen, lässt sich beispielhaft anhand eines typischen Wintertages beantworten. Bei einem Strompreis von 25 Cent pro Kilowattstunde nimmt die Batterie nachts Netzstrom auf. In den Abendstunden, wenn der Strom aus dem Netz 35 Cent pro Kilowattstunde kostet, versorgt die Batterie die Haushaltsgeräte. Die Speicherung von Netzstrom ist in diesem konkreten Fall für den Haushalt allerdings nur vorteilhaft, wenn die Wechselrichter- und Batterieverluste unter 29 Prozent liegen. Oder anders formuliert: Der Systemwirkungsgrad, der beim Speichern des Netzstroms resultiert, muss höher als 71 Prozent sein (Abb. 3).
Die Testergebnisse zeigen, dass sich nicht mit allen Batteriesystemen die Speicherung von Netzstrom in Kombination mit dynamischen Stromtarifen lohnt. Die Preisdifferenz zwischen dem Lade- und Entladezeitraum ist häufig nicht groß genug, um die Batteriesystemverluste zu kompensieren. Wie hoch die Umwandlungsverluste bei anderen Preiskonstellationen maximal sein dürfen, ist in der Stromspeicher-Inspektion 2026 ausführlich beschrieben.
Zu beachten ist, dass die dynamischen Stromtarife unterschiedlicher Anbieter sich zwar in ihrem zeitlichen Verlauf häufig nur wenig unterscheiden. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Höhe der zu zahlenden Gebühr pro Kilowattstunde zwischen den Stromlieferanten. Neben dem Preis pro abgerechneter Kilowattstunde sollten Kund:innen zudem den Grundpreis der Anbieter vergleichen, der häufig monatlich zu zahlen ist.
Die Preisunterschiede sind zum Teil sehr groß: Je nach Anbieter sind zwischen Null und drei Cent pro Kilowattstunde sowie ein monatlicher Grundpreis zwischen vier und 23 Euro zu zahlen. Bei Anbietern mit geringen Arbeitspreisen werden häufig hohe monatliche Grundpreise fällig. Ein interaktiver Vergleich von bundesweit verfügbaren Anbietern mit kurzen Vertragslaufzeiten ist bei Finanztip zu finden [4].
Darauf sollten Sie in den Garantiebedingungen achten
Die Energieeffizienz eines Speichersystems ist wichtig, sollte aber nicht das alleinige Auswahlkriterium beim Speicherkauf sein (Abb. 4). Deshalb haben die Berliner Wissenschaftler in diesem Jahr erstmals die Garantiebedingungen von 20 namhaften Herstellern genauer unter die Lupe genommen und zum Teil große Unterschiede festgestellt. Ein Beispiel: Je nach Speichersystem garantiert der Hersteller, dass die Batteriekapazität innerhalb des Garantiezeitraums nicht unter 60 bis 85 Prozent des Anfangswerts sinkt. Je höher dieser Wert ist, desto vorteilhafter ist das für die Betreiber:innen.
Wie bei anderen Produkten auch, steht Käufer:innen von PV-Speichersystemen für den privaten Gebrauch eine gesetzliche Gewährleistung zu. Diese umfasst die Mangelfreiheit des Produkts über einen Zeitraum von in der Regel zwei Jahren. Sollte es in diesem Zeitraum zu einem Fehlerfall kommen, muss der Verkäufer den Mangel auf eigene Kosten reparieren oder eine Ersatzlieferung erbringen. Ab dem siebten Monat müssen die Käufer:innen allerdings beweisen, dass das Produkt zum Erwerbszeitpunkt bereits fehlerhaft war – in der Praxis ist dies häufig schwierig.
Die Herstellergarantie ist eine zusätzliche, freiwillige Leistung vom Hersteller. Die Ausgestaltung und die Beschränkung der Garantie ist den Garantiegebern überlassen, sodass sich die Garantiebedingungen in der Praxis deutlich voneinander unterscheiden. Die Herstellergarantie gilt zusätzlich zur Gewährleistung und beschneidet nicht die Rechte, die sich daraus ergeben. Bei PV-Speichersystemen und deren Komponenten wird in der Regel eine Produktgarantie und für die Batterie zusätzlich eine Kapazitäts- oder Leistungsgarantie gewährt. Letztere werden häufig mit Zeitwertgarantien ergänzt. Rechtlich betrachtet ist eine Garantie nichts anderes als ein Vertrag, auf dem die allgemeinen gesetzlichen Regelungen grundsätzlich anwendbar sind.
Die Produktgarantie sichert die Fehlerfreiheit und Funktionsfähigkeit der Systemkomponenten über einen bestimmten Zeitraum zu. Sie kann als eine Art Verlängerung von Gewährleistungsansprüchen verstanden werden. Unter die Produktgarantie können verschiedene Komponenten der PV-Speichersysteme, wie zum Beispiel die Leistungselektronik oder die Batteriemodule, fallen.
Ein Blick in die Garantiebedingungen vor dem Speicherkauf kann unangenehme Überraschungen im Schadensfall vermeiden. Vorteilhafte Garantiebedingungen erkennen Sie unter anderem daran, dass der Hersteller Ihnen keine umfassenden Nachweispflichten auferlegt und dass er im Schadensfall die Kosten für den Austausch übernimmt. Weitere Empfehlungen geben die Autoren in der Stromspeicher-
Inspektion 2026.
Literatur
[1] Aquu, HTW Berlin: Stromspeicher-Inspektion 2026, März 2026. https://t1p.de/geb260565
[2] Bundesverband Energiespeicher, Bundesverband Solarwirtschaft: „Effizienzleitfaden für PV-Speichersysteme 2.0“, Berlin, April 2019. https://t1p.de/geb260562
[3] J. Weniger, T. Tjaden, N. Orth, S. Maier: Performance Simulation Model for PV-Battery Systems (PerMod Version 2.2), Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, 2023. https://t1p.de/geb260563
[4] Finanztip: Dynamische Stromtarife im Vergleich, 20. April 2026. https://t1p.de/geb260564
Bild: HTW Berlin, Aquu
Bild: HTW Berlin, Aquu
Bild: HTW Berlin, Aquu
Bild: HTW Berlin, Aquu
Welche Verluste bei PV-Batteriesystemen auftreten
Bei der Speicherung des Solarstroms mit einem PV-Batteriesystem gilt es verschiedene Systemverluste zu unterscheiden, die sich in vier Kategorien unterteilen lassen:
- Bereitschaftsverluste: Die Steuerungselektronik im PV-Speichersystem, Kommunikationsmodule, WLAN-Schnittstellen, Displays oder beispielsweise auch die Leistungssensoren am Netzanschlusspunkt benötigen häufig auch im Stand-by-Modus Energie.
- Dimensionierungsverluste: Die beschränkte Leistungsfähigkeit der Wechselrichter und Batteriespeicher beeinflusst deren Betriebsverhalten. Die maximale Leistungsabgabe des PV-Generators wird beispielsweise von der Nennleistung des PV-Wechselrichters oder des Hybridwechselrichters bestimmt, je nachdem ob es sich um ein AC- oder um ein DC-gekoppeltes System handelt. Weiterhin ist die Lade- und Entladeleistung des Batteriespeichers begrenzt.
- Regelungsverluste: Zeitliche Verzögerungen und Ungenauigkeiten bei der Messwerterfassung und -verarbeitung resultieren in dynamischen und stationären Regelungsverlusten.
- Umwandlungsverluste: Bei der Wandlung des Gleichstroms der PV-Anlage in Wechselstrom sowie während der Be- und Entladung des Batteriespeichers treten zudem Verluste innerhalb der leistungselektronischen Systemkomponenten sowie im Batteriespeicher auf.
Was alle Systemverluste gemeinsam haben: Sie reduzieren das theoretische Potenzial der Solarstromspeicher, indem sie den Netzbezug erhöhen oder die Netzeinspeisung verringern.
GEB Dossier
Grundlegende Informationen zum Thema finden Sie auch in unserem Dossier Elektrotechnik mit Beiträgen und News aus dem GEB: