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Wind statt Kohle am Tagebau Garzweiler

Im Rheinischen Revier drehen sich zwei neue Rotoren: Der Windpark Erkelenz-Holzweiler ist offiziell in Betrieb. Zur Inbetriebnahme im Oktober 2026 kamen unter anderem NRW-Umweltminister Oliver Krischer, die stellvertretende Erkelenzer Bürgermeisterin Christel Honold-Ziegahn und MLK-Geschäftsführer Heinrich Lohmann. Die beiden Anlagen des Typs Vestas V172-7.2 MW leisten zusammen 14,4 Megawatt. Nach Angaben des Projektentwicklers MLK sind sie damit die leistungsstärksten und mit rund 250 Metern zugleich die höchsten Windenergieanlagen im Kreis Heinsberg.

Nach dem Turmbau zählt der Netzanschluss

Die Anlagen waren bereits im August 2026 vollständig errichtet. Danach standen der Netzanschluss und technische Prüfungen an, bevor der Windpark Strom einspeisen konnte. Der Schritt vom fertig montierten Turm zum laufenden Kraftwerk macht deutlich, dass die Inbetriebnahme mehr umfasst als die Errichtung der Anlagen.

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Jede der beiden Turbinen hat eine Nabenhöhe von 164 Metern und einen Rotordurchmesser von 172 Metern. Für den gesamten Windpark nennt MLK einen erwarteten Jahresertrag von 37 Millionen Kilowattstunden. Rechnerisch entspreche das dem Jahresbedarf von etwa 9.900 Haushalten. Diese Werte beschreiben eine Ertragsprognose, nicht die bisherige Stromproduktion.

SF₆-freie Schaltanlagen als Planungsdetail

Neben den weithin sichtbaren Dimensionen verweist MLK auf eine weniger auffällige technische Entscheidung: Die Schaltanlagen des Windparks kommen ohne Schwefelhexafluorid (SF₆) aus. Das Gas wurde wegen seiner Isoliereigenschaften lange in elektrischen Schaltanlagen eingesetzt, ist aber zugleich ein besonders wirksames Treibhausgas. Die Wahl der Schalttechnik zeigt, dass sich die Umweltauswirkungen eines Windprojekts nicht allein an Turbinenleistung und Stromertrag festmachen lassen.

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Oliver Krischer ordnete Holzweiler bei der Inbetriebnahme in den Wandel des Rheinischen Reviers ein. Über Jahrzehnte habe die Braunkohle Landschaft und Alltag der Region geprägt; nun werde dort Strom aus Windenergie erzeugt. Auch für Heinrich Lohmann hat der Standort eine persönliche Verbindung zur Energiewende: „Mit der Inbetriebnahme in Holzweiler schließt sich für mich ein Kreis: Schon Anfang der 1990er-Jahre habe ich gemeinsam mit der BUND-Ortsgruppe Erkelenz im Umfeld des Tagebaus Garzweiler unsere ersten Windenergieanlagen geplant. Dass wir nun hier stehen, zeigt den Wandel der Region, den wir mit erneuerbaren Energien und Bürgerbeteiligung weiter aktiv vorantreiben.“

Ein Park, mehrere Infrastrukturvorhaben

Holzweiler ist Teil einer größeren Ausbauplanung von MLK im Raum Erkelenz, Linnich und Titz. Insgesamt sind dort rund 30 Windenergieanlagen mit einer Leistung von zusammen 210 Megawatt vorgesehen. Für 21 Anlagen liegen nach Unternehmensangaben bereits immissionsschutzrechtliche Vorbescheide oder Genehmigungen vor. Einschließlich der beiden Anlagen in Holzweiler sind derzeit sechs in Betrieb, zwei weitere im Bau.

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Bis 2027 will MLK bis zu zehn Anlagen fertigstellen; die übrigen bereits genehmigten Anlagen sollen 2028 folgen. Weitere Standorte befinden sich noch im Genehmigungsverfahren. Für die Projektplanung ist dabei der Ausbau der Netzinfrastruktur wesentlich: Das Umspannwerk Glimbach in Linnich ist bereits in Betrieb, ein weiteres Umspannwerk bei Erkelenz soll Mitte 2027 errichtet werden.

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MLK sieht zudem Beteiligungsmöglichkeiten für Menschen aus der Region vor, unter anderem über eine Bürgerenergiegenossenschaft und derzeit über Nachrangdarlehen. Holzweiler steht damit nicht nur für zwei neue Turbinen. Der Windpark zeigt, wie Anlagenplanung, elektrische Infrastruktur und regionale Einbindung beim Ausbau der Windenergie zusammenkommen.

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