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FA Wind & Solar veröffentlicht Hintergrundpapier zu Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen

Der Druck wächst: Schon jetzt ist von den aktuell knapp 30.000 Windenergieanlagen ein Drittel älter als 20 Jahre. Bis 2035 werden tausende weitere das Ende ihrer Lebensdauer erreichen – und müssen zurückgebaut werden. „Noch steht das Recycling von Windenergieanlagen am Anfang einer industriellen Entwicklung“, sagt Antje Wagenknecht, Geschäftsführerin der Fachagentur Wind und Solar. (FA Wind & Solar). „Doch mit jeder Windenergieanlage, die ihr Lebensende erreicht, wächst der Druck: Es ist notwendig, Sekundärmärkte für recycelte Materialien aufzubauen, standardisierte Materialpässe einzuführen und klare Vorgaben zum Rückbau und Recycling zu etablieren.“

Rückbau von Windenergieanlagen ist ein komplexer Prozess

Um den aktuellen Status quo zu beleuchten, hat die FA Wind & Solar jetzt das Hintergrundpapier „Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen“ veröffentlicht. Auf 47 Seiten betrachtet das Papier die rechtlichen Rahmenbedingungen und die technologischen Entwicklungen in Bezug auf ausgediente Windenergieanlagen.

Flächenschonender Rückbau: Kontrolle statt Sprengung

Der Rückbau einer Windenergieanlage sei ein komplexer, mehrstufiger Prozess, der weit über die reine Demontage hinausgeht, schreibt die FA Wind & Solar in einer Presseinformation: Er umfasst die sichere Stilllegung, die Trennung der Materialien, deren sachgerechte Behandlung sowie die Rückführung in Verwertungs- und Entsorgungssysteme.

Herausforderung Rotorblatt

Die größte Herausforderung im Recycling stellen bislang die Rotorblätter dar. Während beim Rückbau aktuell ausschließlich Rotorblätter aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) anfallen, müssen ab den 2030er-Jahren auch Rotorblätter mit kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) wiederverwertet werden. Ab 2033 sei mit einem deutlichen Anstieg der zu verwertenden Faserverbundkunststoffe zu rechnen, insbesondere der Anteil an CFK werde spürbar steigen, prognostiziert die FA Wind & Solar. Sie stellten Recyclingwirtschaft vor große Herausforderungen. Recyclingverfahren wie die Pyrolyse (thermische Spaltung chemischer Verbindungen) oder Solvolyse (chemische Auflösung) eröffnen zwar Perspektiven zur Rückgewinnung von Fasern und Harzen, doch fehlen bislang wirtschaftlich tragfähige, großtechnisch etablierte Verfahren. Unterschiedliche Forschungsprojekte setzen hier an, um die Lücken zu schließen.

Norm für GFK-Recycling kommt

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„Der Rückbau einer Windenergieanlage ist nicht das Ende des Lebenszyklus, sondern der Beginn eines neuen“, so Wagenknecht. „Nur wenn neben dem Ausbau auch der Rückbau und das Recycling konsequent umweltfreundlich und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden, kann die Windenergie ihr volles Potenzial als nachhaltige Energiequelle entfalten."