Die Ampelregierung hat einige Verbesserungen für die bürgernahe Energiewende erreicht. So ist es inzwischen möglich, dass Hausgemeinschaften eine eigene Solaranlage zusammen betreiben. Wichtig dabei ist: Niemand wird zum Stromversorger. Der Reststrom, den die Solaranlage nicht liefert, kommt vom bisherigen Versorger aus dem Netz. Diese gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ergänzt die Möglichkeit des Mieterstroms, die es schon länger gibt.
Selbst das Energy-Sharing, also die gemeinschaftliche Nutzung einer Solaranlage im Quartier oder in der Kommune, ist schon möglich. Der Unterschied zur gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung ist, dass das Verteilnetz zum Transport des Stroms genutzt wird.
Welche Netzbetreiber können die neuen Modelle schon?
All diese neuen Modelle haben eine gemeinsame Hürde: den Netzbetreiber. Denn viele der zuständigen Verteilnetzbetreiber haben noch keine Prozesse entwickelt, wie sie solche Projekte messen und abrechnen. Wenn es Prozesse gibt, sind sie oft uneinheitlich und intransparent. Dies führt zu Unsicherheiten und bremst die Realisierung solcher Projekte aus oder verhindert sie ganz.
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Doch einige Projekte wurden schon gebaut. Deshalb hat das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) eine Umfrage gestartet. Denn der Verein möchte herausfinden, welche Netzbetreiber die neuen Geschäftsmodelle schon ermöglichen und transparente Prozesse bereits etabliert haben. Natürlich will das BBEn auch wissen, wo es noch hakt. Jede Rückmeldung hilft.
Erfahrungen bis zum 8. März berichten
Noch bis zum 8. März 2026 sammelt das BBEn Praxiserfahrungen. Aus diesen soll eine Übersicht entstehen, welche Verteilnetzbetreiber was bereits umsetzen können. Zudem will der Verein funktionierende Projekte sichtbar machen, Muster erkennen und politischen und regulatorischen Handlungsbedarf benennen. Wenn Sie bereits Erfahrungen gesammelt haben – ob positiv oder noch herausfordernd –, können Sie auf der Webseite der Umfrage davon berichten. Sie können auch den Aufruf an Projektpartner:innen und Kolleg:innen oder andere Initiativen oder Genossenschaften weiterleiten. „Je mehr mitmachen, umso besser das Ergebnis!“, betonen die Expert:innen vom BBEn.
Sie weisen auch darauf hin, dass die Umfrage sehr ausführlich ist. „Doch wir wollen genau wissen, wie es läuft“, begründet das BBEn den größeren Umfang der zu beantwortenden Fragen. Nehmen Sie sich noch bis zum 8. März 2026 Zeit, diese zu beantworten, wenn Sie entsprechende Erfahrungen gesammelt haben.