Österreichs Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hat die Veränderung der Regeln zur Förderung von Photovoltaikanlagen und eine Speicheroffensive angekündigt. Denn mit dem starken Ausbau der Photovoltaik in der Alpenrepublik habe sich die Herausforderung im Stromsystem verändert. Entscheidend sei nicht mehr nur, wie viel Strom produziert werde, sondern wann er verfügbar sei, gespeichert werden könne und die Netze entlaste, teilt das Ministerium mit Blick auf die stärkere Fokussierung auf Speicher mit.
Feste Förderbeträge geplant
Deshalb soll die Investitionsförderung ab 2027 neu aufgestellt werden. Der Minister will weg vom Hunderennenprinzip bei der Fördervergabe. In Zukunft sollen die Förderanträge nach der Installation und Rechnungslegung gestellt werden, nicht mehr vor Beginn eines Projekts. Es soll sich nach dem Prinzip des Handwerkerbonus richten. Mit diesem Bonus werden Handwerksleistungen pauschal mit 20 Prozent der Investitionssumme gefördert. Der Deckel liegt derzeit bei 1.500 Euro Förderung oder 7.500 Euro Investitionssumme. Ob dann der Deckel für die Projektsumme für die Photovoltaik angehoben wird, ist noch offen.
Mit Speicher kombinieren
Außerdem sollen Photovoltaikanlagen nur noch gefördert werden, wenn sie mit einem Energiemanagement und einem Speicher kombiniert werden. Damit will das Ministerium den Eigenverbrauch ankurbeln und die Netze entlasten. Zudem sollen Speicher und Energiemanagementsysteme auch für die Nachrüstung in bestehenden Anlagen unterstützt werden. Ausnahme von der Regelung sind innovative Photovoltaikanlagen. Bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV), Agri-PV, solare Parkplatzüberdachungen, schwimmende Solaranlagen sowie Anlagen an Lärmschutzwänden sollen weiterhin unterstützt werden.
Bonus für heimische Produkte
Um die heimische Wirtschaft zu unterstützen und die Abhängigkeit von Lieferungen aus Fernost zu reduzieren, wird die europäische Wertschöpfung in der neuen Förderlogik weiterhin berücksichtigt werden. Der Bonus für den Einsatz von europäischen Solarmodulen und Leistungselektronik aus Europa bleibt erhalten.
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Mit den neuen Regelungen soll die Kombination der Photovoltaikanlagen mit Speichern attraktiver werden. Doch auch dem Wirtschafts- und Energieminister ist klar, dass nicht nur die Förderung, sondern auch passende Netzentgelte für den Speicherhochlauf entscheidend sind.
Passende Rahmenbedingungen schaffen
Das Wirtschaftsministerium will deshalb noch einmal die von der E-Control vorgelegten Kriterien für systemdienliche Speicher prüfen. „Die Rahmenbedingungen müssen praxistauglich und ausreichend breit gefasst sein, damit der Speicherhochlauf nicht durch zu enge, zu erfüllende Voraussetzungen ausgebremst wird“, lautet die Vorgabe aus dem Ministerium. „Unser Ziel ist klar: günstigen heimischen Strom dann verfügbar machen, wenn wir ihn brauchen“, betont Wolfgang Hattmannsdorfer. „Dafür brauchen wir mehr intelligente Speicher – vom Haushalt bis zum Großspeicher. Es kann nicht sein, dass wir einen volkswirtschaftlichen Bedarf an Speichern haben und sie gleichzeitig durch zu enge Regeln ausbremsen. Hier muss die E-Control nachschärfen“, gibt er vor. „Wer das Netz entlastet, heimischen Strom besser nutzbar macht und Preisspitzen dämpft, muss dafür auch die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden“, betont der Minister. (su)