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Trendreport

Module verteuern sich weiter

Nach Angaben des Großhändlers ­PVXchange klettern die Preise von Solarmodulen in beinahe allen Kategorien seit Jahresbeginn jeden Monat ein paar Prozent nach oben, auch im Mai. Insbesondere waren hohe Leistungsklassen betroffen.

Die Anstiege gegenüber Jahresbeginn sind beträchtlich, um fast ein Drittel. Allerdings steigen die Energiepreise gleichfalls, und die Verunsicherung ist groß. Nicht zuletzt spielen die ­Ideen von Bundeswirtschaftsministerin Katherine Reiche (CDU) eine Rolle.

Sie will die Einspeisevergütung bis 25 Kilowatt abschaffen und Stromspeicher ausbooten. Das steigert gleichfalls die Verunsicherung. Wird es im kommenden Jahr weiterhin eine Einspeisevergütung für kleinere Dachanlagen geben? Wie entwickelt sich der Speichermarkt: Werden Installation und Anschluss erleichtert – oder abgestraft?

Knapp 500 Watt aus dem Modul

Die Kunden erwarten im Dachsegment Solarmodule mit Leistungen nahe 500 Watt. Diese Produkte sind aber nicht in beliebiger Menge verfügbar. Den Rest regeln Angebot und Nachfrage – die Preise für hocheffiziente Module steigen insgesamt.

Der Zubau zumindest in Deutschland lag in den ersten vier Monaten des Jahres etwa zwölf Prozent unterm Vorjahreszeitraum. Dennoch melden die Installateure eine gute Auftragslage. Ob sich der Trend bis in den Sommer hält oder umkehrt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Energiepreise ab. Die Krise im Mittleren Osten schwelt weiter, mit erheblichen Auswirkungen auf Preise und Lieferketten.

Anstieg mittlerweile abgeflacht

Das Jahr war mit steilen Preissprüngen gestartet, dieser Trend hat sich mittlerweile abgeflacht. Im Durchschnitt kletterten die Preise von März zu April um 5,5 Prozent. Full-Black-Module verzeichneten den größten Preissprung.

Die Gründe dafür liegen nicht unbedingt auf der Hand. Beispielsweise befanden sich die Preise für Polysilizium im Sinkflug. Auch die zu Jahresanfang bekannte und erwartete Streichung des Steuerprivilegs auf Exporte aus dem Reich der Mitte wurde eingepreist.

Bürger und Firmen investieren

Trotz der steigenden Preise lassen sich Bürger und Unternehmer nicht davon abhalten, Solaranlagen und Energiespeicher zu kaufen. Seit Mitte März füllen sich die Auftragsbücher der Installateure zunehmend. Investoren und Projektierer suchen neue Wege, Großanlagen auch ohne Förderung und mit drohendem Redispatch-Vorbehalt umzusetzen. Speicherbatterien werden im C&I-Geschäft und bei Solarparks zum Standard – wie zuvor im privaten Solarmarkt.

Die Stimmung hebt sich

Die Stimmung im Handwerk ist deutlich positiver als gegen Ende 2025. Besonders die Nachfrage im C&I-Geschäft legt deutlich zu. Bei Dachanlagen bis 750 Kilowatt zeigt sich der Markt mit klarer Aufwärtstendenz.

Die Gründe für diese Marktbelebung sind Nachholeffekte nach dem eisigen Jahresauftakt, befürchtete Änderungen im EEG 2027 und ein Schub durch steigende Energiepreise infolge des Konflikts im Mittleren Osten.

Solides Jahr in Aussicht

Zusammen mit wachsendem Interesse an E-Mobilität und Wärmepumpen und der steigenden Nachfrage im Gewerbe sind das treibende Faktoren der positiven Entwicklung. „2026 wird insgesamt ein gutes Jahr für die Branche – die Talsohle haben wir Mitte des ersten Quartals durchschritten“, analysiert Jan Paul Dahm, Geschäftsführer des Fachgroßhändlers EWS. „Seither geht es wieder aufwärts.“

Für das laufende Jahr prognostiziert er im Dachsegment eine Fortsetzung des Aufwärtstrends und ein solides Geschäftsjahr für die Solarbranche. Im ersten Quartal 2026 entfielen bereits 60 Prozent der installierten Gesamtleistung auf gewerbliche Anlagen aller Größen. 2023 waren es noch rund 25 Prozent.

Das Potenzial für Industrie und Logistikbranche ist enorm: Mehr als 80 Prozent der geeigneten Dächer sind bislang ungenutzt. Für Gewerbebetriebe mit hohem Strombedarf rechnen sich Solaranlagen ohne Förderung – steuerliche Instrumente wie der Investitionsabzugsbetrag nach Paragraf 7g EStG machen die Investition zusätzlich attraktiv.

Mehr und größere Stromspeicher

Im ersten Quartal 2026 wurden mehr als zwei Gigawattstunden Speicherkapazität neu in Betrieb genommen. Treiber sind vor allem Großspeicher, die politisch und medial derzeit besonders sichtbar sind. In diesem Segment tobt ein brutaler Preiskampf unter den chinesischen Anbietern.

Mittlerweile wollen auch große Modulhersteller aus dem Reich der Mitte in diesem Geschäft mitmischen: Longi, Trina, Ja Solar kündigten Containerspeicher für große Solarparks an und haben erste Anlagen gebaut. In diesem Markt steht eine harte Konsolidierung an, obwohl die Nachfrage weltweit durch die Decke geht.

Die Netzdienlichkeit solcher Lösungen hat sich herumgesprochen. Nur Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will davon nichts wissen. Sie hält weiterhin an Gaskraftwerken zur Netzregelung fest.

Lieferkette mit Ungewissheiten

Der gnadenlose Preiskampf der chinesischen Modulanbieter hat dazu geführt, dass im Reich der Mitte massiv Überkapazitäten abgebaut wurden, etwa durch Stilllegung älterer Linien oder Reduktion im Schichtbetrieb. Springt nun die Nachfrage in Deutschland und Europa wieder an, braucht die Lieferkette eine gewisse Zeit, um zu reagieren.

Deshalb zeigt sich Verknappung zuerst bei den Full-Black-Modulen, die fast ausschließlich im Premiumsegment der Privatkunden installiert werden. Die Zeit, in der Photovoltaikmodule auf Verdacht nach Europa geliefert wurden und sich die Container in Rotterdam stapelten, scheint vorbei zu sein.

Foto: PVXchange

Foto: PVXchange

Foto: PVXchange

SOLAR INVESTORS GUIDE

Podcast zur Finanzierung von C&I-Anlagen

Joachim Plesch ist Gründer und CEO von Gorfion Green Energy. Er hat Modelle zur Finanzierung von Gewerbeanlagen entwickelt, von On-­Site-PPA bis Mietkauf. Damit sind individuelle Konzepte für die Unternehmen möglich. Gorfion tritt als Pächter der Dächer auf und verkauft preiswerten Sonnenstrom an die Firma.

Optional kann das Unternehmen die Anlage nach einer bestimmten Zeit ins Betriebsvermögen übernehmen. Das ist ein effizienter Weg, ESG-­Kriterien zu erfüllen. Zudem senkt Sonnenstrom die Abgaben auf Emissionen und die Energiekosten – dauerhaft und planbar. Bei der Planung und der Montage stützt sich Gorfion auf ein starkes Partnernetzwerk im installierenden Handwerk. Diese Folge unseres Podcasts dauert 52:33 Minuten, sie ist hier zu finden:

Mehr Informationen über das Angebot von Gorfion Green Energy finden Sie hier:

Foto: Solarwatt/Brenntag/privat

TÜV Rheinland

Viele Solarmodule leisten weniger als versprochen

Die tatsächliche Leistung von Solarmodulen weicht häufiger von den Angaben im Datenblatt ab als früher. Für Investoren und EPC empfiehlt es sich, die Module vor dem Einbau zu prüfen. Das ist das Ergebnis einer Langzeituntersuchung von TÜV Rheinland. Bei Messungen in den Laboren des Prüfdienstleisters zeigte sich, dass bei rund zwei Dritteln (65,7 Prozent) der geprüften Module die gemessene Leistung niedriger lag als vom Hersteller versprochen. Getestet wurden dafür 519 Solarmodule von 17 Herstellern.

Bei Prüfungen in den Jahren 2015 und 2016 gab es noch bei weniger als einem Drittel der Module (28,3 Prozent) eine Abweichung nach unten. „Unsere Analyse zeigt, dass die Qualität von Solarmodulen in den vergangenen zehn Jahren nachgelassen hat“, analysiert Roman Brück, bei TÜV Rheinland verantwortlich für Solar Power Plants. „Hersteller von Modulen und Betreiber von Solarparks sollten genauer darauf achten, ob die ­Module die versprochene Qualität einhalten.“

Eine gute Möglichkeit bietet das Mobile Solar Lab des TÜV Rheinland, die Qualität von Solarmodulen vor Ort im Solarpark zu prüfen. Denn bei großen Solarfeldern können sich selbst kleine Abweichungen nach unten zu erheblichen Verlusten bei Leistung und Ertrag summieren.

Das Mobile Solar Lab verfügt über alle technischen Voraussetzungen, um Stichproben zu messen, vor der Installation oder im laufenden Betrieb. Der Vorteil: Anbieter und Anwender müssen ihre Solarmodule nicht ins Labor bringen. Stattdessen fährt das mobile Labor zu den Modulen.

Bis zu 150 Module pro Tag können die Expertinnen und Experten von TÜV Rheinland damit prüfen. Nicht selten umfasst die Stichprobe mehrere hundert bis tausend Module. Mit konventionellen Prüfmethoden inklusive Abbau und Transport würde dies mehrere Wochen dauern. Das Mobile Solar Lab bewältigt diese Mengen in wenigen Tagen.

Foto: TÜV Rheinland

PVXCHANGE

Seit mehr als 20 Jahren im Solargeschäft

2004 wurde die internationale Online-Handelsplattform PVXchange von Martin Schachinger gegründet. Dort beziehen Großhändler, Installateure und Servicefirmen ihre Komponenten für Neuanlagen, aber auch Solarmodule und Wechselrichter, deren Produktion ausgelaufen ist.

https://www.photovoltaik.eu/preise

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