Der Wasserstoffmarkt in Deutschland ist technologisch bereit, aber wirtschaftlich noch nicht tragfähig. Das ist ein zentrales Ergebnis eines aktuellen Whitepapers. Rund 170 Start-ups arbeiten hierzulande an Wasserstofflösungen – der Sprung in die industrielle Skalierung gelingt bislang nur wenigen.
Die Bundesnetzagentur hat den Festlegungsentwurf zur Reform der Netzentgelte veröffentlicht. Elektrolyseure für grünen und kohlenstoffarmen Wasserstoff sollen künftig einen Kapazitätspreis statt eines Arbeitsentgelts zahlen.
Karsten Pinkwart, Mitglied des Nationalen Wasserstoffrats, fordert ein höheres Tempo beim Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Deutschland müsse Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen überführen, um seine internationale Position zu behaupten.
Die Bundesnetzagentur hat ein Festlegungsverfahren zur Regulierung der Wasserstoffnetze eröffnet. Unter dem Kürzel WONKa soll ein neuer Ordnungsrahmen zu Netzkosten und Kapitalverzinsung entstehen. Er wird ab 2028 die bisherige Wasserstoff-Netzentgeltverordnung ablösen.
Der Branchenverein AquaVentus fordert in seiner Stellungnahme zum Flächenentwicklungsplan 2025 den Erhalt der Offshore-Fläche SEN-1. Andernfalls sei der Hochlauf der Offshore-Elektrolyse in der deutschen Nordsee gefährdet. Der Verein schlägt zwei Elektrolyse-Plattformen mit je 250 MW vor.
Die EU-Kommission hat ihre Revision des Emissionshandelssystems und den Electrification Action Plan vorgelegt. Beide Vorhaben haben laut dem Branchenverband Hydrogen Europe große Bedeutung für die Wasserstoffwirtschaft. Auch eine 100-Milliarden-Euro-Bank für industrielle Dekarbonisierung ist geplant.
Die Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland (IWO) hat in Brüssel für verlässlichere Investitionsbedingungen geworben. Beim Policy Dialogue am 1. Juli forderten Vertreter aus Politik und Industrie eine Überarbeitung der RFNBO-Regeln, die aus ihrer Sicht den Markthochlauf bremsen.
Der Nationale Wasserstoffrat (NWR) sieht die Beimischung von Wasserstoff in das Erdgasnetz allenfalls als zeitlich begrenzte Übergangslösung. In einem am 18. Juni veröffentlichten Informations- und Grundlagenpapier warnt das Beratungsgremium davor, der Fokus auf Beimischung könne den Aufbau einer eigenen Wasserstoffinfrastruktur verzögern.
Der Wasserstoffhochlauf in Bayern kommt langsamer voran als ursprünglich angenommen. Das geht aus dem Fortschrittsbericht des Zentrums Wasserstoff.Bayern (H2.B) hervor, der am 24. Juni 2026 dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie übergeben wurde.
Ein Bündnis aus 16 deutschen und europäischen Wirtschaftsverbänden fordert eine europäische Wasserstoffallianz auf Ebene der Mitgliedstaaten. Deutschland soll dabei eine führende Rolle übernehmen. Der Hochlauf komme zwar voran, bleibe aber hinter den Erfordernissen zurück.
Die Umsetzung der RED-III-Industriequote in Deutschland kann je nach regulatorischem Ansatz Wettbewerbsnachteile für hiesige Produktionsstandorte verursachen. Das zeigt eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI).
Der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV) fordert bei der geplanten Grüngasquote eine verbindliche Unterquote für Wasserstoff. Eine rein technologieoffene Regelung würde aus Verbandssicht vor allem Biomethan im bestehenden Erdgasnetz begünstigen und den Aufbau einer eigenständigen Wasserstoffwirtschaft bremsen.
Irland will während seiner EU-Ratspräsidentschaft ab 1. Juli 2026 einen Schwerpunkt auf den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU legen. Dabei soll auch die Förderung von Forschung und Infrastruktur für erneuerbare Energien gestärkt werden. Das kündigte der irische Staatsminister Timmy Dooley in Dublin bei einer Veranstaltung von Hydrogen Europe Research an.
Das Versorgungssicherheitsgesetz hat in erster Lesung den Bundestag passiert. Es soll die Verfügbarkeit von Kraftwerkskapazitäten sicherstellen. Der Deutsche Wasserstoff-Verband fordert, früher auf Wasserstoff zu setzen und dabei auch den Aufbau der Infrastruktur in den Blick zu nehmen.
Die Europäische Kommission hat eine deutsche Beihilferegelung über 1,3 Milliarden Euro für die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff genehmigt. Gefördert werden Elektrolyseure, die in die dänische Pipeline „Danish Hydrogen Backbone 1“ einspeisen und Abnehmer im deutschen Wasserstoff-Kernnetz beliefern.
Stellt man sich Stromnetz und Elektrolyseure als Paar vor, ist ihr Beziehungsstatus vermutlich „kompliziert“. Eigentlich sollten sie sich gegenseitig unterstützen, doch wer genau was wann zu tun hat und was dafür bekommt oder bezahlt – das ist mühsam auszuhandeln. Die Bundesnetzagentur, in diesem Beziehungsgeflecht zugleich Richterin und Mediatorin, hat nun einen Zwischenstand ihrer Überlegungen veröffentlicht, der Elektrolyse-Betreiber aufatmen lässt.
Ein resilientes Europa braucht Wasserstoff – doch eine überstürzte Skalierung in den Gigawatt-Maßstab könnte nach hinten losgehen. Timo Bollerhey (H2Global) und Michael Gauglitz (ST Engineering) erklären im Podcast „Hydrogen Elevator“, warum ein schrittweiser Hochlauf wichtig ist und wie Europa trotzdem mit Asien Schritt halten kann.
Eine Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums sieht kurzfristig vor allem im Vorfeldbetrieb von Flughäfen Potenzial für Wasserstoff. Ein flächendeckender Aufbau von Infrastruktur für flüssigen Wasserstoff sei dagegen derzeit nicht sinnvoll.
Ein neues Whitepaper aus dem Projekt HySecunda untersucht, wie unterschiedliche Zertifizierungsvorgaben für Power-to-X-Produkte (PtX) den Wasserstoffexport aus der SADC-Region beeinflussen. Beteiligt sind vier Fraunhofer-Institute. Die EU stellt demnach die strengsten Anforderungen.
Wann dürfen CO₂-basierte E-Fuels in der EU als Renewable Fuels of Non-Biological Origin (RFNBO) anerkannt werden? Ein Compliance-Report des EU-Projekts ECO2Fuel benennt die Voraussetzungen – von der Strombeschaffung bis zur Lebenszyklusbilanz.
Der Bundesrat hat den Weg für die Umsetzung der EU‑Erneuerbare‑Energien‑Richtlinie RED III in deutsches Recht freigemacht. Raffinerien sollen künftig verbindlich erneuerbaren Wasserstoff nach RFNBO‑Kriterien einsetzen. Der Wasserstoffproduzent Lhyfe erwartet dadurch zusätzlichen Bedarf im deutschen Markt.
Auf der Münchner Umweltmesse IFAT hat der DVGW die Spotlight Area Wasserstoff eröffnet. Vorstandschef Gerald Linke bezeichnete erneuerbare Gase als unverzichtbar für die Energiewende, forderte aber zugleich einen stärkeren Ausbau der heimischen Erdgasförderung als Brücke in die Wasserstoffzukunft.
Der Bundestag hat im April die Weiterentwicklung der Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote) beschlossen. Der Maschinenbauverband VDMA sieht darin einen Fortschritt für den Wasserstoffhochlauf. Kritik gibt es am Zeitpunkt der Anhebung der RFNBO-Unterquote.
Zur ersten Lesung der EnWG-Novelle im Bundestag kritisiert FNB Gas zentrale Lücken im Gesetzesentwurf. Der Verband fordert bessere Finanzierungsregeln, mehr Flexibilität beim Kernnetz und klare Vorgaben für den Wasserstoffhochlauf.
Ein Verbändebündnis aus Energiewirtschaft, Industrie, Mittelstand und Kommunen appelliert an die Bundesregierung, in den aktuellen Verhandlungen für den Bundeshaushalt 2027 auch Geld für den Wasserstoffhochlauf einzuplanen, insbesondere für einen CfD-Mechanismus mit Garantieinstrumenten entlang der Wertschöpfungskette.