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Batteriemonitor zeigt wachsende Nachfrage nach Speichern in der Schweiz

In der Schweiz wurden die Installationszahlen von Batteriespeichern innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Das geht aus dem aktuellen Batteriemonitor des Branchenverbandes Swissolar hervor. Besonders die Systeme hinter dem Zähler, die direkt in Haushalten, in Landwirtschafts- oder Gewerbebetrieben installiert sind, nehmen deutlich zu. In diesem Segment stieg die installierte Speicherkapazität schon im vergangenen Jahr von 896 Megawatt auf knapp 1,5 Gigawatt. In diesem Jahr wird die installierte Speicherkapazität hinter dem Netzanschlusspunkt auf 2,5 Gigawattstunden wachsen.

Großspeicher legen zu

Aber auch bei den größeren Systemen direkt am Netz verzeichnet Swissolar ein erhebliches Wachstum. So haben verschiedene Unternehmen aus der Strombranche den Bau von über 4 Gigawattstunden zusätzlicher Speicherkapazität bis 2030 angekündigt. Dies sei das 30-fache der heute installierten Kapazität, teilt der Verband mit. Diese Großspeicher übernehmen in der Regel neben der Energiespeicherung auch Aufgaben für die Stabilität des Stromsystems. Denn sie stellen Regelenergie oder andere Systemdienstleistungen bereit.

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Mehr Speicher werden gebraucht

Die steigenden Installationszahlen führt Swissolar unter anderem auf die wachsende Notwendigkeit solcher Systeme zurück. Denn mit dem Ausbau der Photovoltaik verschiebt sich die Stromproduktion zunehmend in die Tagesstunden. Stromspeicher machen diesen Strom flexibel nutzbar. Zudem werden Speicher aufgrund des wachsenden Anteils volatiler Stromproduktion immer mehr für die Stabilisierung des Systems benötigt.

Sinkende Preise machen Speicher attraktiv

Ein weiterer Faktor für die wachsenden Installationszahlen sind die parallel zum Marktwachstum deutlich sinkenden Kosten. So kostet ein typischer Heimspeicher mit 15 Kilowattstunden Kapazität in der Schweiz derzeit rund 8.800 Franken inklusive Installation, hat der Verband ermittelt. Das ist rund ein Viertel weniger als im Jahr zuvor. Damit werden Batteriespeicher zunehmend wirtschaftlich attraktiv, insbesondere in Kombination mit Photovoltaikanlagen.

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Weiteres Wachstum prognostiziert

Swissolar geht davon aus, dass mit dem weiteren Ausbau der Photovoltaik auch die Bedeutung von Energiespeichern weiter steigen wird. Der Verband will hier auch weitere Kapazitäten aktivieren, etwa die Batterien von Elektroautos. Diese können durch bidirektionales Laden zusätzliche Flexibilität im Stromsystem bereitstellen.

Tarifanreize und Speicherstrategie

Um den weiteren Ausbau nicht zu bremsen, müssen allerdings auch die Rahmenbedingungen stimmen. Allen voran müssen von den Energieversorgern konsequent dynamische, netz- und systemdienliche Tarife angeboten werden, um Systemkosten zu senken, fordert Swissolar. Außerdem empfehlen die Autoren des Batteriemonitors, mit der nationalen Speicherstrategie klare und einfache Regeln für den Einsatz von Batteriespeichern im Stromsystem sowie eine bessere Datengrundlage zur Entwicklung des Speichermarktes zu definieren.

Den aktuellen Batteriemonitor der Schweiz finden Sie auf der Internetseite von Swissolar.