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Fion Energy: KI-Batteriespeicher senkt Netzentgelte

Die Allfrisch Geflügel-Produktion in Emsdetten, Teil der familiengeführten Sprehe Gruppe, betreibt seit Dezember 2025 einen Batteriespeicher des Berliner Unternehmens Fion Energy. Die Anlage hat eine Leistung von 184 Kilowatt und eine Kapazität von 180 Kilowattstunden. Nach bisherigen Betriebsdaten erwartet Allfrisch jährliche Einsparungen von mehr als 30.000 Euro. Die Amortisation soll nach Unternehmensangaben in 3,4 Jahren erreicht sein.

Lastspitzen als Kostentreiber

Der Standort verbrauchte 2024 rund 2,5 Gigawattstunden Strom bei einer Höchstlast zwischen 500 und 600 Kilowatt. Wenn mehrere Anlagen gleichzeitig anlaufen – etwa Kühlsysteme, Misch- und Verpackungsanlagen sowie Druckluftkompressoren –, entstehen kurze Lastspitzen.

Die Netzentgelte stiegen 2024 gegenüber 2023 um rund 50 Prozent, wesentlich getrieben durch den höheren Leistungspreis der örtlichen Stadtwerke. Dieser richtet sich nach der Jahreshöchstlast, weshalb schon kurze Spitzen stark ins Gewicht fallen. „Unser Kühlhaus können wir nur bis zu einem gewissen Punkt herunterregeln. Für die verbleibenden Lastspitzen haben wir jetzt den Batteriespeicher. Geht die Spitze kurzfristig zurück, können wir ihn wieder nachladen", sagt Markus Trenkamp, Energiemanager der Sprehe Gruppe.

Atypische Netznutzung und Strommarkterlöse

Der Speicher greift gezielt in den sogenannten Hochlastzeitfenstern ein. Also Zeiträume, in denen das Netz besonders stark belastet ist und Netzbetreiber keine Spielräume hat. Liegt die Höchstlast eines Betriebs in diesen Fenstern deutlich unter seiner Jahreshöchstlast, sinken die Netzentgelte für das gesamte Jahr. Diesen Mechanismus nennt sich atypische Netznutzung nach Paragraf 19 Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung, kurz StromNEV.

Außerhalb der Zeitfenster bündelt Fion die Anlage mit weiteren Speichern aus dem eigenen Portfolio und vermarktet freie Kapazität am Day-Ahead- und Intraday-Spot-Markt. „Ein Speicher lohnt sich besonders dort, wo hohe Lastspitzen auftreten und somit ein kleiner Teil der Betriebszeit für einen Großteil der jährlichen Netzentgelte zuständig ist. In der Lebensmittelindustrie ist das häufig der Fall", sagt Johannes Meriläinen, Geschäftsführer von Fion Energy.

Das Modell richtet sich an mittelständische Industrie- und Lebensmittelbetriebe mit einem Jahresverbrauch ab einer Gigawattstunde. Fion Energy betreibt Batteriespeicher bereits an mehreren Standorten der Sprehe Gruppe sowie in der Kunststoffindustrie. (nhp)

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