Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search

ISE entwickelt farbige Solarfolien mit Mustern

Wissenschaftler des Fraunhofer ISE haben farbige Folien mit transparenten Aussparungen versehen und damit realistisch wirkende Motive auf Photovoltaikmodulen erzeugt. So lassen sich nach Institutsangaben etwa Dachziegel oder Mauerwerk imitieren. Die Folienschnittmuster mit dem Namen Shadecut basieren auf der Morphocolor-Technologie des Forschungsinstituts. Diese erzeugt einen Farbeindruck, ohne die Modulleistung wesentlich zu mindern.

Für Fassaden und denkmalgeschützten Gebäuden

Mit den Folienschnittmustern können zum Beispiel Dachziegel imitiert werden.

Fraunhofer ISE/ Photo Marco Ernst

Mit den Folienschnittmustern können zum Beispiel Dachziegel imitiert werden.

„Durch gezielte Strukturierungen und Aussparungen auf einer farbgebenden Folie können wir Farbeffekte und komplexe Muster direkt in Solarmodule und Fassadenelemente integrieren“, erklärt Marco Ernst, Entwickler der Shadecut-Technik und Wissenschaftler am Fraunhofer ISE. „Zusätzlich gibt es die Option weitere Schichten mit Aussparungen zu ergänzen, um Strukturen oder weitere Farben zu erzeugen.“ Die Technik lässt sich nach Angaben des Instituts auf allen gängigen Solarmodulen anwenden.

Izzet Bayik von Solar Roof: Solarmodule elegant integrieren

Das Muster wird durch Laser- oder CAD-gesteuerte Prozesse in die mit Morphocolor beschichteten Folien geschnitten. „Interessant ist die Technik für Module zur Integration in Fassaden, dachintegrierte PV oder auch an Geländern; insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden“, sagt Martin Heinrich, Gruppenleiter für Einkapselung und Integration von Photovoltaik am Fraunhofer ISE. „Module mit Shadecut können wie Mauerwerk oder Dachziegel aussehen und sich farblich perfekt einpassen. Auch eine individuelle Gestaltung von Solaranlagen zum Beispiel mit Logo-Schriftzug oder Mustern kann man damit umsetzen.“

Vorbild ist ein Schmetterling

Die Morphocolor-Technologie ist vom gleichnamigen Schmetterling inspiriert. Dessen 3D-photonische Strukturen auf den Flügeln erzeugen einen intensiven und winkelstabilen Farbeindruck durch einen verlustarmen Interferenzeffekt. Nach diesem biologischen Vorbild bringt ein Forschungsteam des Fraunhofer ISE eine ähnliche Oberflächenstruktur in einem Vakuumprozess auf die Rückseite des Deckglases von Photovoltaikmodulen auf.

Solartechnik für Dachexperten: Unser Spezial steht zum Download bereit

Je nach Feinstruktur entstehen Deckgläser in verschiedenen Farben. Mittlerweile gelingt dies auch auf flexiblen Einbettungs- oder Rückseitenfolien. Unabhängige Messungen bestätigen laut Fraunhofer ISE, dass farbige Photovoltaikmodule mit Morphocolor-Beschichtung rund 95 Prozent der Leistung eines vergleichbaren unbeschichteten Moduls erreichen. Tipp: Auf der Messe The Smarter E 2026 zeigen die ISE-Forscher die Module am Stand A1.440. (nhp)

Weitere aktuelle News? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!