Der Run auf Marktprämien für Strom aus Solarparks hält an. Denn an der Ausschreibung, die am 1. Dezember 2025 beendet wurde, haben 634 Projekte mit einer Gesamtleistung von 5.247 Megawatt teilgenommen. Das ist mehr als die doppelte Leistung, die in der Vorrunde angeboten wurde. Damals gingen 258 Projekte mit einer Gesamtleistung von 2.271,5 Megawatt ins Rennen. „Nach zwei Ausschreibungen mit einer rückläufigen Anzahl an Geboten wurden in dieser Runde mehr als doppelt so viele Gebote wie in der Vorrunde eingereicht“, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. „Die hohe Beteiligung zeigt, dass die Rahmenbedingungen in den Ausschreibungen attraktiv sind“, sagt er.
55 Prozent der Gebote gehen leer aus
Das Problem: Mit dieser immensen Zahl an Geboten ist die jetzige Ausschreibung mehr als doppelt überzeichnet. Denn die Bundesnetzagentur konnte nur Marktprämien für Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2.328 Megawatt versteigern. Tatsächlich konnte die Behörde nur 262 Projekte berücksichtigen.
Das sind nur gut 40 Prozent der eingereichten Gebote. Wenn man die 62 Gebote abzieht, die aus formellen Gründen ausgeschlossen wurden, sind immer noch 55 Prozent der Gebote leer ausgegangen. Die Zuschläge verteilen sich auf Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2.341 Megawatt. Das bedeutet, dass nur rund 45 Prozent der geplanten Anlagenleistung gebaut werden können.
Marktprämien gestiegen
Trotz der hohen Konkurrenz bei der Auktion sind die Zuschlagswerte im Vergleich zur vorhergehenden Ausschreibung auf 4,40 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Bei der Auktion im Juli 2025 lag der niedrigste Zuschlagswert noch bei vier Cent pro Kilowattstunde. Zwar lag der höchste Zuschlagswert bei 5,3 Cent pro Kilowattstunde und damit niedriger als bei der Ausschreibung zuvor, als das höchste noch bezuschlagte Gebot 6,26 Cent pro Kilowattstunde bekommen hat. Doch der mengengewichtete Durchschnittswert ist gestiegen. Er liegt in dieser Runde bei fünf Cent pro Kilowattstunde. Im Juli 2025 betrug dieser Durchschnittswert noch 4,84 Cent pro Kilowattstunde.
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Bayern bleibt Platzhirsch
Wie fast schon üblich gingen die meisten Zuschläge nach Bayern. Im Freistaat bekommen 112 Projekte mit einer Gesamtleistung von 901 Megawatt eine Marktprämie. Das ist mehr als ein Drittel der gesamten bezuschlagten Leistung und über 40 Prozent der vergebenen Marktprämien. Mit Abstand auf dem zweiten Platz liegt Sachsen-Anhalt. In dem Land werden 24 Solarparks mit einer Gesamtleistung von 282 Megawatt mit einer Marktprämie gefördert. Nach Brandenburg gingen 16 Zuschläge für eine Anlagenleistung von 216 Megawatt.
Randstreifen und Ackerflächen werden genutzt
Die meisten Marktprämien gehen an Projekte, die auf Randstreifen an Autobahnen oder Schienenwegen geplant sind. In dieser Flächenkategorie konnte die Bundesnetzagentur 125 Projekte mit insgesamt 1.150 Megawatt berücksichtigen. Es werden aber auch Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten landwirtschaftlichen Gebieten genutzt. Das sind Flächen, die nur eingeschränkt für die Landwirtschaft nutzbar sind. Auf diesen Flächen werden 88 Anlagen mit einer Leistung von 874 Megawatt gebaut.
Es werden aber auch echte Agri-PV-Anlagen gebaut. Denn in der Kategorie der besonderen Anlagen, die für Agri-PV, solar überdachte Parkplätze, schwimmende Solaranlagen und Moor-PV vorgesehen ist, wurden 30 Anlagen berücksichtigt. Diese erreichen zusammen eine Leistung von 204 Megawatt, was fast neun Prozent des Gebotsvolumens sind.